Katholische Kirche

Die Katholische Kirche Kirn muss saniert werden. Die Finanzierung soll zur Hälfte über Spenden abgewickelt werden. Spender werden gesucht.

Blog-Standpunkt

Experten haben es unlängst ausgerechnet: Wenn die Katholische Kirche ihr Füllhorn gießkannenartig über die Welt ausschütten würde, es gäbe von jetzt auf gleich keine Armut mehr. Diese Information haut der Blog nur mal so als vorstellbare Relation zum beträchtlichen Vermögen heraus, welches Rom und die vielen Bistümer auf der Welt horten und verwalten. Angesichts dieses Ausmaßes an Besitz und Kapital, ist es da nicht schon peinlich, wenn nicht sogar fast schon heuchlerisch, wenn Unsummen an Spendengeldern im Rahmen von „Betteltouren“ gesammelt werden, um hier und da zwingend notwendige Sanierungsmaßnahmen an Gotteshäusern, wie aktuell in Kirn, zu finanzieren? Diese Frage gibt der Blog zur Diskussion frei? Gibt es andere Meinungen, Gegenargumente?

Selbst auf die Gefahr hin, dass sich der Blog bei so manchen absolut überzeugten Katholiken unbeliebt macht, vertritt dieser dennoch die Ansicht, dass eigene Liegenschaften, und dazu zählen nun einmal Kirchengebäude, auch vom Träger selbst unterhalten werden müssen. Es kann doch nicht sein, dass die große und reiche Katholische Kirche nur die Hälfte der Kosten tragen will, und dies, obwohl intern Mittel freigesetzt werden könnten. Die andere Hälfte bürdet man einfach so Spendern auf. Unglaublicher Vorgang!

Wenn andere Gebäudebesitzer sanieren müssen, dann gehen sie zur Bank und leihen sich fehlende Summen, um diese dann in Raten zurückzuzahlen. So funktioniert das nun einmal. Nun ist eine verantwortliche Pfarreigemeinschaft, egal ob im Kleinen oder im Großen, in solchen Angelegenheiten nicht anders zu bewerten als Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen. Und wenn man die Sanierungssumme nicht loseisen kann, dann bleibt eben nur der Weg zum Geldverleiher. Hinweis: Die Zinsen für Bauherren sind derzeit niedrig.

Eine andere Option wäre eine Schließung der Kirche. Die hätte wahrscheinlich sogar den Effekt, dass der Aufschrei des Protestes, über Trier hinweg, bis zum Petersdom nach Rom hallen würde. Der Blog hat schon die Schlagzeile vor Augen: „Kirche will fällige Sanierung nicht alleine stemmen – Keine Gottesdienste mehr wegen Einsturzgefahr“. Merke: Druck und öffentliche Proteste haben schon so manche Schatulle weiter öffnen lassen.

Nun fügt sich die Pfarreigemeinschaft treu und brav den Vorgaben aus Trier und wählt einen anderen Weg. Ein Apell der Nächstenliebe geht nunmehr an alle Menschen da Draußen, sie mögen sich doch mit kleinen oder größeren Gaben beteiligen. Ein erstes Konzert hat nun 1800 Euro erbracht. Es fehlen also jetzt „nur“ noch 298.200 Euro. Rückblickend waren die Organisatoren etwas missmutig darüber gestimmt, dass weniger Katholiken den Weg zum Konzert fanden, als erhofft. Hört, hört! Vielleicht ihre Art von stillem Protest gegenüber der Sanierungsmaßnahme nach Spenden-Version?

Die Verantwortlichen aus der Pfarreigemeinschaft setzen jetzt insbesondere auf Großspender. Die sollten sich doppelt genau überlegen, ob sie an einen Kirchenapparat spenden, der über unermesslichen Reichtum verfügt. Konkret im Visier dürfte sich da die Bürkle-Stiftung befinden. Bekanntlich wird der regionale Seckel niemals so wirklich leer. Doch verträgt sich eine finanzielle Förderung einer an sich superreichen Katholischen Kirche mit den Stiftungs-Statuten? Eher nicht. Alle in Frage kommenden Spender sollten aber bedenken, dass angesichts des Vermögens der Katholischen Kirche, der Geldpeicher von Donald Duck zur reinsten Spardose verkommt. Und da ist der Blog wieder bei der Relation im Eingangssatz.