Rettet das Krankenhaus!

Für den Erhalt der Kirner Krankenhauses lohnt es sich auf die Straße zu gehen.

Ist das Kirner Krankenhaus noch zu retten? Das wird wohl die brennendste regionale Frage der Zukunft sein. Die Antwort wissen ganz sicher die Eigentümer. Jeder Krankenhausträger – auch die Diakonie – orientiert seine betrieblichen Entscheidungen an der Erreichung der aufgestellten Unternehmensziele. Ein Träger, der ein Krankenhaus unterhält, will sich refinanzieren und eine angemessene Eigenkapitalrendite erwirtschaften. Das Kirner Krankenhaus bildet da keine Ausnahme. Leider! Im Verständnis der Menschen dürfte das Gesundheitswesen keinem Markt im klassischen Sinn unterliegen – schon gar nicht in strukturschwachen, zumeist ländlichen, Regionen.

Denn: – Im Gesundheitswesen gibt es keine selbst regulierende Preisbildung von Angebot und Nachfrage. Nun treffen die Vorstände in den Chefetagen ihre einsamen Entscheidungen nur nach Statistiken und Aktenlagen und nicht nach menschlichen Bedürfnissen. Leider! De Oberen sind zumeist ganz weit weg. Ihnen ist es herzlichst egal, dass das gesamte Kirner-Land, aus nachvollziehbaren Gründen, auf ihr liebgewonnenes Krankenhaus nicht jetzt und auch nicht zukünftig verzichten möchten. Es ist Teil der ohnehin schon schwächelnden Gesundheitsversorgung und wird somit mehr denn je gebraucht. Punkt!

Über das „Wie“ lässt sich diskutieren, allerdings nicht über das „Ob“! Keine Frage, dass Thema Krankenhaus inklusive Personalschlüssel und medizinische Ausstattung wird die Öffentlichkeit noch lange beschäftigen. Ob es allerdings zu einem guten Ende führt? Für den Erhalt lohnt es sich jedenfalls die Ärmel hochzukrempeln – notfalls im Straßenkampf. Gemeinschaftlich! Merke, Mahnwachen und Demonstrationen gehen immer mit der Erringung von Aufmerksamkeit einher. Die Aufschreie müssen nur laut genug sein. Wenn es eng wird, bleiben eben nur regelmäßige Proteste und öffentlichkeitswirksame Aktionen, als letzte zu ziehende Strohhalme übrig. Region, bereite Dich vor! Das Krankenhaus ist es wert auf die Straße zu gehen. Im Falle eines Falles sind Aufmärsche ein probates Mittel, um Entscheidungen doch noch zu kippen.

Natürlich ist eine negative Presse, wie jetzt anlässlich der kurzzeitig vermissten Patientin kontraproduktiv. Jedoch sollte man solche Vorfälle einzuordnen wissen. Tagtäglich „flüchten“ Patienten aus allen Krankenhäusern der Republik. Aus den verschiedensten Gründen. Zumeist sind diese dement oder desorientiert. Der Blog-Schreiber hat berufsbedingt selbst schon unzählige wieder zurückgeführt. Deswegen eine Personaldebatte vom Zaun zu brechen ist absurd.

Der Ehrlichkeit halber sei zum Schluss noch erwähnt, dass rein realistisch betrachtet die Krankenhaus-Aufgabe im klassischen Sinne, schon längst beschlossene Sache ist. Die Frage ist nicht ob, sondern wann am Rande der Stadt die Lichter gleichsam für Mitarbeiter und Patienten ausgehen werden. Die Diakonie verfolgt andere Pläne. Hätte sich nicht ein „ehrlicher“ Vorständler in einem früheren Pressegespräch verplappert, dann wäre das Krankenhaus-Thema niemals in dieser Intensität aufgekommen. Gut, dass bei der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie doch einiges im Argen zu sein scheint.

Die Nachricht hätte so wahrscheinlich niemals nach außen dringen dürfen. So bleibt der Region genügend Zeit, um parteiübergreifend politisch alle Hebel in Bewegung zu setzen, die es für eine akzeptable Standort- beziehungsweise Nachfolgelösung braucht. Und wenn Verhandlungen und Gespräche sich trotz aller Bemühungen – und die sind ohne Frage vorhanden – als nicht zielführend erweisen sollten, dann bleibt eben nur der Straßenkampf als letztes Mittel – egal ob mit oder ohne gelbe Westen. Hauptsache es sind viele!