Rückblick 5. Januar

Hoch auf das Ehrenamt, Christkind Bettina Dickes, Rentner Martin Kilian, Beigeordneten-Wahlen…

Es ist ein kräftiger Schluck aus der Pulle: Im abgelaufenen Jahr hat sich der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Kirn-Land sowie Ortsbürgermeister von Hochstetten-Dhaun einige davon genehmigt. Vorsicht, wer zu gierig und zu hastig trinkt, verschluckt sich bisweilen. Nun, die Gefahr ist ja jetzt nicht mehr latent, weil sich der alte und wohl auch neue Erste Beigeordnete wieder in seine Rolle als Vertreter einordnen muss. Keine Frage, Politikern im Ehrenamt steht eine Aufwandsentschädigung zu. Das war so, das ist so und das wird wohl auch immer so bleiben. Jedoch, wenn sich auch nur im Ansatz eine Selbsbedienungsmentalität einschleicht, dann wird es anrüchig. Vorstöße in diese Richtung sind immer schlecht für die politische Hygiene und dumm sind sie noch dazu. Irgendeiner petzt doch immer und somit kommen Forderungen ans Tageslicht, die man doch lieber unter der Decke gehalten hätte.  

Landrätin Bettina Dickes ist an Heiligabend in die Rolle des Christkindes geschlüpft und hat das Kirner Krankenhaus besucht. Und? Es ist ja schön und lobenswert, wenn die Kreis-Chefin sich Jahr für Jahr am wackeligen Standort blicken lässt, um Personal- und Patienten in der Not den Rücken zu stärken, aber muss das immer sofort zum öffentlichen Ereignis werden? Warum nicht mal in aller Stille von Bett zu Bett sowie Büro zu Büro gehen? Mut machen und gleichzeitig Dank ausdrücken ohne Tamtam und bunten Bildchen – da wäre mal eine Botschaft mit Format. Nein, jeder soll und muss es mitbekommen. Ohne Öffentlichkeit herzustellen geht es scheinbar heutzutage nix mehr. Botschaft: „Seht her, ich besuche das Kirner Krankenhaus!“ Liebe Frau Dickes, es ist nicht ihr sicherlich ehrlich gemeintes Zeichen, das an dieser Stelle kritisiert wird, vielmehr ist es die immer gleichen Inszenierungen bei diesen und ähnlichen Anlässen, die zwangsläufig damit einhergehen. Klar, Klappern gehört gerade bei Politikern zum Handwerk, aber muss es immer so laut sein? Spätestens dann, wenn Kameras gezückt werden, verkommen Besuche wie dieser zur Show. 

Bürgermeister Martin Kilian ist kein Leistungsträger mehr. Der Mann aus Daubach ist „nur“ noch Mensch und Rentner. Was wurde der bei seiner Verabschiedung über den grünen Klee gelobt. Logisch, dass kritische Töne bei solchen Anlässen geflissentlich in der Schublade gelassen werden. Wer will schon die gute Stimmung verderben. Allerdings muss eine etwas andere Sichtweise erlaubt sein. Der Blog hatte seine veröffentlicht und für den etwas anderen Ansatz größtenteils Zustimmung erfahren. Wo viel Licht ist, ist eben auch Schatten. Es ist nun einmal Faktenlage, dass Kilian nach fünf Jahren in den Sack haut, um mit 60 Jahren vorzeitig in Rente zu gehen, und dies, obwohl er für acht Jahre gewählt worden ist und ihn seine Stadt dringender bräuchte denn je – Stichwort Krankenhaus. Man stelle sich vor, diese Verfahrensweise ließe sich auf alle Arbeitnehmer übertragen. Wäre doch schön, wenn jeder, ohne Abschläge hinnehmen zu müssen, vor der Zeit so einfach Schicht im Schacht befehlen könnte. Daher der Blog-Slogan: „Wenn schon Rente mit 60, dann bitteschön für alle und jeden!“ Nun sind alle Menschen zwar gleich, aber manche eben gleicher. Von daher liebe gleichaltrige Handwerker, vergesst den Slogan gleich wieder. Ihr geht einige Jährchen später, egal ob es der Körper mitmacht oder nicht. Und wenn früher, dann nur mit schmerzlichen finanziellen Einbußen.

Zum Schluss ein kurzer Blick in die nächste Woche. Erstmals kommt der neu formierte Verbandsgemeinderat zusammen. Wie wird sich der neue Bürgermeister Thomas Jung bei seinem ersten öffentlichen Auftritt schlagen? Bei der Tagesordnung kann er sich (noch) genüsslich zurücklehnen. Logisch, er wird Appelle bezüglich einer guten Zusammenarbeit aussenden, viel mehr aber auch nicht. Im Fokus der konstituierenden Sitzung am kommenden Donnerstag stehen nämlich andere. Wie setzen sich die Beigeordneten und die Ausschüsse zusammen? Wobei, so ganz von Spannung geprägt, dürften die einzelnen Wahlausgänge dann doch nicht werden. Im Vorfeld wurden die Kandidaten parteiübergreifend ja schon “bestimmt“. Die Namen sind auch schon durchgesickert. Erstmals legte der Blog am 11. Dezember eine Reihenfolge fest: Demnach bleibt Hans Helmut Döbell (SPD) Erster Beigeordneter. Zweiter wird Helmut Hein (Freie Wähler). Und die Dritte im Bunde wird Cornelia Dhonau-Wehner (CDU). Die seinerzeit reine Vermutung nimmt zusehends reale Gestalt an. Soll mal noch einer sagen, der Blog stochere immer nur wie wild im Nebel herum. Mehr noch: Der hätte keinen blassen Schimmer. Von hinten stechen die Bienen! Nächste Woche wird Bilanz gezogen. Dann wissen wir alle mehr.