SPD-Heringsessen

„Vor allem ging‘s beim Heringsessen um die Region. Zusammenrücken war angesagt“ – so charakterisiert die Presse den ersten gemeinsamen politischen Aschermittwoch nach der Fusion. Unter der Schlagzeile „Heringsessen als Appetitmacher für die Wahlen“, sucht man im Bericht inhaltliche Akzente jedoch vergebens. Unter dem Strich nur wenig bis gar nichts substanzielles für das Wahlvolk. Ausnahme, SPD-Frauen verstehen sich auf die Zubereitung von Heringen. Bravo! Mal ernsthaft, wofür steht die SPD in der Region? Was haben die Genossen vor? Wo wollen sie hin? Wofür tritt der neue Gemeindeverband Kirner Land ein? Keine Silbe über Standpunkte oder Projekte, geschweige denn über Haltungen zu aktuellen Angelegenheiten – etwa Straßenausbaubeiträge?

Diesbezüglich hat man noch keine einzige eigene Position aus dem Kirner Land vernommen. Hat man überhaupt eine? „Zusammenrücken“, „eine schöne Mischung von jung und alt im neuen Vorstand“, „Gestalten“, „die Region voranbringen“ – alles allgemeines Politiker-Blablabla, frei nach dem Lehrbuch. Doch womit? Wie ist der Plan? Wie lauten die Vorhaben? Die Plattform wäre doch ideal gewesen, um Programme und Ideen für die Zukunft vorzustellen. Die Menschen lechzen darauf informiert und mitgenommen zu werden. Wo bitteschön soll bei all dem fortwährenden predigen von Harmonie, Zusammenhalt, Einheit sowie dem gegenseitigem Schulterklopfen der Appetit für die anstehenden Wahlen herkommen? Bei der Schlagzahl von interner Lobhudelei, dürften die mittlerweile schon grün und blau gefärbt sein.

Überhaupt, anderswo wird bei solchen Anlässen auch schon mal so richtig vom Leder gezogen, ausgeteilt oder knallhart gegen Oppositionen geschossen. Mal Unterschiede deutlich kennzeichnen, so beweist man Stärke und so weckt man Appetit auf Wahlkampf. Merke, die kommenden Wahlen wird für die SPD-Bastion beileibe kein Selbstläufer mehr werden. Und wann bitteschön bekennt sich die SPD endlich zu Thomas Jung. Dass die Genossen keinen eigenen Kandidaten für die VG-Wahl im Herbst aufstellen und ihn daher unterstützen werden, ist mittlerweile schon bis in den letzten Haushalt vorgedrungen. Es wird langsam Zeit, ihn offiziell zu küren.