Harald Flick Ehrenpreis

Die wahren Helden des Alltages sind diejenigen, die mehr im Stillen Gutes tun, ohne besonders auffallen zu wollen geschweige denn, sich in den Vordergrund zu drängen. Ganz normale und einfache Menschen eben, die über Gebühr ehrenamtlich tätig sind, für Mitmenschen da sind, vorneweg gehen, helfen und anpacken. Getreu dem Motto Ehre wem Ehre gebührt, wurden Ellen und Michael Müller am gestrigen Freitagabend im Rahmen einer Feierstunde mit dem Harald-Flick-Ehrenpreis der Stadt Kirn für ihr Engagement zum Erhalt des Kirner Krankenhauses, stellvertretend für alle „Kämpfer“, ausgezeichnet. Das Ehepaar bildet die Speerspitze einer Bewegung, die sich quer durch alle Gesellschaftsschichten rekrutiert.

Seit dem Jahr 2006 erhalten alljährlich Personen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich im sozialen und kulturellen Bereich große Verdienste in Kirn erworben haben, die von Karl-Heinz Brust entworfene Medaille. Stadtbürgermeister Martin Kilian hob in seiner Rede die Bedeutung der höchsten Auszeichnung der Kleinstadt hervor. Die Müllers reihen sich nahtlos in die Reihe bisheriger Preisträger mit ein. Beide seien ohne Zweifel „engagierte Kirner Persönlichkeiten die sich selbstlos für den Erhalt des Kirner Krankenhauses einsetzen“, lobt Kilian. „Rettet das Kirner Krankenhaus ist Ihre Intention, Ihre Leidenschaft und Ihre Motivation“, adelte der scheidende Bürgermeister zwei Menschen, die, salopp formuliert, der Politik ordentlich Feuer unter dem Hintern machten.

Die Laudatio hielt Fritz-Rudolf Körper. Der ehemalige SPD-Bundespolitiker wertschätzte die Preisträger unter anderem auch mit passenden Passagen aus dem Grundgesetz. Dem Grundgesetz folgend hätte sich das Ehepaar eingemischt, organisiert, wäre aktiv für die gute Sache gewesen – nämlich dem Erhalt des Kirner Krankenhauses. „Dabei habt Ihr Euch gegenseitig gut ergänzt“, lobte Körper. Grußworte überbrachte auch Landrätin Bettina Dickes (CDU). „Das ist ein besonderer Preis in einer besonderen Stadt,“ erklärt eine, die an der Seite der Müllers für den Erhalt des Krankenhauses kämpft. Dickes weiter: „Wenn Sie nicht wären, wäre das Krankenhaus vielleicht klammheimlich geschlossen worden.“ Mehr Lob geht nicht.  

Das Schlusswort gehörte den Preisträgern selbst: „Wir freuen uns über den Ehrenpreis“. Bescheiden wie sie sind bedankten sie sich bei allen Unterstützern. Dem Dankeschön folgte sogleich der Aufruf, nicht nachzulassen. Das Krankenhaus Kirn ist alles andere als sicher, sagten beide unisono. Ihre Botschaft: Der Preis ist schön und gut, aber jetzt muss der Protest weitergehen.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Musikschule. Im Anschluss an den formellen Teil reihte sich ein Gratulant an den anderen. Danach gab es noch reichlich Gelegenheit zum Plausch bei einem Stehempfang.

Mehr Einzelheiten aus den Reden im morgigen Wochenrückblick. Dann wieder etwas mehr mit spitzer Feder geschrieben.