Hängeseilbrücke überspannt das Nahetal

Attraktion für das Kirner-Land! Adrenalin pur! Deutschlands schönste Hängeseilbrücke für Fußgänger, soll sich ab 2020 auf einer Länge von 820 Meter und bis zu 250 Meter Höhe über das Nahetal von Johannisberg hinauf zum Hellberg spannen. Federführend für den Meilenstein in Sachen Tourismusförderung in strukturschwachen Regionen ist die Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben vom Land Rheinland-Pfalz, welches für diese und ähnliche innovative Projektideen extra einen Förderprogramm auferlegt hat. Rund zwei Millionen Euro soll die dann längste freischwebende Brücke europaweit kosten. Der Ortsgemeindeanteil beträgt zehn Prozent.

Eingebettet wird die in den Wildgrafen-Wanderweg. Seit Monaten laufen die Planungen im Hintergrund. Jetzt, wo auch der Naturschutzbund grünes Licht für das Brückenbauwerk signalisiert hat, werde man das Projekt offensiv vorantreiben. „Wir werden Ende des Jahres mit dem Bau beginnen,“ heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde.  Das Projekt umsetzen soll eine Spezialfirma aus Schweden. Die hat in China bereits ein ähnliches Bauvorhaben umgesetzt. Als optisches Vorbild dient die Geierlay-Brücke auf dem Hunsrück.

Rund 200 000 Besucher hat der Skywalk in Johannisberg schon gezählt. Angesichts der Brücke rechnen die Verantwortlichen mit wesentlich mehr Zuspruch. „Folgen Sie dem ausgeschilderten Rundweg über die Hängeseilbrücke zum Hellberg und wieder zurück.“ Einige Hinweisschilder habe man schon anfertigen lassen. Auf dem Hellberg selbst soll eine Kombination aus Stein- und Waldlehrpfad angelegt werden, um hoch oben für Abwechslung zu sorgen. Ansonsten ist eine Parkplatz-Anbindung für Fahrzeuge, die von der Meckenbacher Höhe her anreisen, nicht vorgesehen. „Der Skywalk ist der ausgemachte Start- und Zielpunkt“, ist der Pressemitteilung zu entnehmen.

Dort steht auch, dass ein ausreichend großer Parkplatz vor dem kleinen Ortsteil angelegt werden soll. Für die Freifläche am jetzigen Parkplatz ist ein Besucherzentrum vorgesehen. Dieses soll auch ein Café und Besuchertoiletten beherbergen. Entlastung also für den Gastwirt am Skywalk, der dann nicht mehr eine unbefugte WC-Benutzung befürchten muss. Eine nochmalige Aufwertung dürfte der ganze Ort inklusive der Stiftskirche erfahren. Spezielle Führungen und Gottesdienste für mutige Brücken-Wanderer werden von der evangelischen Kirchengemeinde gerade ausgearbeitet.

Man will ein komplettes touristisches Paket schnüren, um das Highlight Hängeseilbrücke bestmöglich zu flankieren. Die Idee zur Hängeseilbrücke wurde, wie schon beim Skywalk, am Stammtisch geboren. Federführend ist Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell, einem Macher mit Netzwerk. In den letzten fünf Jahren seiner Regie wurden mehr Projekte vorangetrieben, als in den letzten 30 Jahren seiner Vorgänger. Alles nur Stümper und Versager? Hört, hört! Sein bereits vorhandenes gesundes Selbstbewustsein dürfte angesichts des Bauwerkes mit gewissem Alleinstellungsmerkmal durch die Decke gehen. An ihm kommt bei den anstehenden Wahlen keiner mehr vorbei. Es wird schon offen darüber spekuliert, inwieweit die Hängeseil-Brücke einmal seinen Namen tragen soll. Verdient hätte er es allemal.