Geologischer Lehrpfad

Der Geologische Lehrpfad von Hochstetten-Dhaun bietet umfassende Exponate und wissenschaftlich fundierte Erläuterungen zur Geologie des Kirner Landes. Der Wanderrundweg von 3,5 Kilometer Länge schlängelt sich von Hochstetten entlang des „Schliffer“ hinauf auf die Dhauner Höhe.  Gut gemeint, aber leider nicht zu Ende gedacht. Bekanntheitsgrad sowie allgemeiner Pflege- und Erhaltungszustand lassen immer mehr zu wünschen übrig. Stellt sich die Frage, hat den überhaupt noch jemand auf dem Wander-Zettel?

Eher nicht, denn wann immer man auf dem Lehrpfad unterwegs ist, man ist alleine. Doch der Reihe nach: Der geologische Lehrpfad besteht aus insgesamt elf Stationen mit Informationen über erdgeschichtliche Entwicklung und Landschaftsbildung. Dargestellt ist auch eine Auswahl typischer Gesteinsarten aus dem Nahe-Hunsrück-Raum und deren wirtschaftliche Nutzung. Was bringt allerdings der aufklärende Lehrpfad, wenn die Allgemeinheit kaum Notiz davon nimmt?

Auch wenn die zeitgeschichtlichen Vorgänge in verständlicher Form aufbereitet wurden, wird eine Zeitreise in die geologische Entstehungsgeschichte sowohl von Einheimischen, als auch Fremden nur in den seltensten Fällen angetreten. Schon an der eher spärlichen Belegung der beiden Parkplätze am Ende der Dhauner Straße im Ortszentrum Hochstetten und auf der Dhauner Höhe lässt sich die eher bescheidene Akzeptanz ableiten. Diese sind zumeist verwaist und wenn belegt, dann nicht in der Absicht von Steinkunde.

Dass der Lehrpfad als solcher kaum noch Bedeutung hat, lässt sich am ehesten am Zustand ablesen. Viele der Informations- und Texttafeln sind defekt oder fehlen gleich ganz. Diesbezüglich müsste unbedingt nachjustiert werden. Und auch an der Weg-Beschilderung mangelt es in Teilbereichen. Gerade bei den Übergängen zu den Nebenwegen wäre eine bessere Übersicht wünschens- und erstrebenswert. Insgesamt ist die Entdeckungstour für Hobbygeologen sicherlich lehrreich und interessant. Dieser Personenkreis kann sein Wissen erweitern und kommt wohl auch voll auf seine Kosten. Für Familien mit Kindern sind die vielen Informationen über Geologie auf Dauer eher belastend. Die Zielgruppe scheidet für den geologischen Lehrpfad eher aus.

Auch ohne Lehr-Charakter, der Weg insgesamt ist allemal ein Spaziergang wert. Nicht zuletzt wegen der schönen Eindrücke. Weitschweifende Aussichten über Naheland, Kellenbachtal, St. Johannisberg, Hellberg und das Dhauner Schloss, lassen den Spaziergang zu einem einzigartigen landschaftlichen Erlebnis werden. Beim Pflegezustand gibt es nur wenig Kritik. Kein Müll, kein Wildwuchs zu sehen. Nicht gerade gemütlich und vorzeigbar sind die Tische und Bänke entlang der Strecke. Die sind morsch und in die Jahre gekommen.

Insgesamt herrscht jedoch an vielen Stellen Unterhaltungsstau (Bilderstrecke). Inwieweit die Ortsgemeinde, den einst für teures Geld angelegten Lehrpfad, überhaupt noch als solcher im Fokus hat, scheint angesichts des Gesehenen fraglich zu sein. Es kristallisieren sich nur zwei Zukunft-Möglichkeiten heraus: Entweder die Ortsgemeinde investiert kurzfristig Zeit und Geld in notwendige Reparaturen oder man lässt das Projekt ganz auslaufen. Nur so halbgar, gibt insgesamt keine gute Visitenkarte ab. Spätestens in ein paar Jahren werden sicherlich auch die letzten Tafeln und Hinweisschilder, entweder unlesbar, oder gar nicht mehr vorhanden sein. Was jedoch bleiben wird, sind die Steine. Für die Ewigkeit!