Einspruch!!!

„Das Kirner Parkhaus leider in den Mühlen der Bürokratie zermahlen“ – so überschrieb der Autor des Öffentlichen Anzeigers seinen Kommentar. Einspruch! Seiner Darstellungsweise muss ich widersprechen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Streiche „LEIDER“ und setze „GLÜCKLICHERWEISE“. In leidenschaftlichen Zeilen trauert der Verfasser einer verpassten Gelegenheit nach – ich nicht! Kirn hat kein Parkhaus und Kirn braucht kein Parkhaus. Letztlich ausschlaggebend ist jedoch die Tatsache, Kirn kann sich einfach kein Parkhaus leisten. Punkt! Soso, der Amtsschimmel ist also der Schuldige. Dass der in diesem konkreten Fall so anhaltend und gnadenlos wieherte, war ausnahmsweise sogar ein Glücksfall. Das laute Geheul weckte die Kreativität von Bürgermeister Martin Kilian und die seiner Verwaltung. Mit der Ausarbeitung eines dezentralen Parkraumkonzeptes zeigten sie eine ebenso effektive und dazu noch wesentlich günstigere Alternative zum Parkhaus-Neubau auf. Fakt ist, mit den Jahren änderten sich die Gegebenheiten. Und Fakt ist, Kilian hatte darauf mit einem Gegenvorschlag zum teuren Parkhaus die passende Antwort. In Zahlen ausgedrückt, rund 800 000 Euro Einsparung für exakt die gleiche Kapazität an Parkflächen im Stadtgebiet – was will eine arme Stadt mehr? Statt dem damaligen Stadtoberhaupt jedoch für den Geistesblitz einer konstruktiven Verkehrsplanung schlechthin zu danken, warfen ihm die Sozialdemokraten zeitweise sogar Umfaller-Mentalität vor. Dabei hatte der nur die Finanzen im Blick. Bei 22 Millionen Euro Schulden, seine verdammte Pflicht. Selbst der Kommentar-Schreiber und Befürworter räumt letztlich dann doch ein, „dass ein Bau in Zeiten knapper Kassen nicht zu vermitteln wäre“. Für mich, der einzig zu unterschreibende Satz in seiner gesamten Beurteilung. Der Fragenkatalog danach – geschenkt! Klar, Kirn hat schon viele Rückschläge verkraften müssen. Nach Corona werden gewiss noch weitere folgen. Forstamt, Amtsgericht, Krankenkassen – die Liste ist lang. Es gab auch schon mal zwei Zeitungsredaktionen. Erst kürzlich schloss klammheimlich die Geschäftsstelle des Öffentlichen Anzeigers. Klar, ist das übergeordnete Verlagspolitik. Dennoch, es ist so einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen und so schwer, auf sich selbst zu schauen. Kirn ist und bleibt Mittelzentrum und Kirn wird noch viele sinnvolle Projekte umsetzen. Das Parkhaus gehört definitiv nicht mehr dazu. Und das ist gut so! Nochmals, Kirn hat keine generellen Parkplatzsorgen, die ein Parkhaus unter den gegeben finanziellen Umständen, auch nur im Ansatz, rechtfertigen würde. Mit Parkhaus kostet ein Stellplatz 5600, ohne 1400 Euro.