Die glorreichen Sieben

Legendäre Tradition! Starkbieranstich zu Beginn der Fastenzeit auf dem Nockherberg in München! Was den Bayern recht ist, kann den Pfälzern doch nur billig sein. Was im fernen Politiker-Derbbecken an satirischen Seitenhieben während der Predigt sowie im Singspiel ausgeteilt wird, lässt sich doch prima eins zu eins auf das Kirner Land herunterbrechen. Mal der regionalen Politprominenz auf humoristische Art und Weise, noch dazu in Kultur verpackt, den eigenen Spiegel vorhalten – das passt. Nur eben nicht Live von der Bühne herab, vielmehr als Schreibstück präsentiert zum Lesen für zu Hause. Der Blog will mal ein wenig an dieser Tradition schnuppern und politisch Abwatschen. Das Stück heißt „Die glorreichen Sieben“. Der Fokus liegt auf „Super-Helden“, die eines vereint, nämlich das Kirner Land zukunftsfähig aufstellen zu wollen. Los geht’s!

„Die Lage scheint instabil – jetzt sind Helden gefordert. Gesucht wird die Zukunft. Das Kirner Land blutet mehr und mehr aus. Ganz oben auf der Streichliste, das Krankenhaus. Was kommt danach? Die Polizei? Verreck, so geht es nicht weiter! Wer hat das Zeug zum verwegenen Superhelden, welcher Typ hat das Zeug zum „Heiland“ der Region. Um Gottes Willen, nur nicht verwechseln mit dem namensähnlichen Brillenverkäufer und fleißigen SPD-Fraktionssprecher-Facebook-Poster.   

Vielleicht Thomas Jung („TJ“). Der Batman von der Höhe ist quirlig und hipp – auch ohne Heldenmontur. Polizist eben! Um ihn schleichen heuer alle Parteien herum wie die Katze um den heißen Brei. Der vielfach engagierte Tausendsassa wird schon seit Wochen überall ins Schaufenster gestellt. Ist er der neue Messias? Bugsiert er Werner Müller auf Dauer hinter das Lenkrad seines Lieblingsspielzeuges – den quietschgelben Radlader aus Hochstetten-Dhaun? Ist er der einzig verbliebene funkelnde Stern am nicht gerade hell erleuchtenden Kandidaten-Himmel? Einer, um den sich alle reißen. Einer, der Zukunft kann? Oder geht ein anderer, noch unbekannter Stern auf? Abwarten und Tee trinken!

Ein Held wird erfahrungsgemäß nicht reichen, um die Region zu puschen. „Glorreiche Sieben“ sollten es schon sein. Wer gehört noch in ein Helden-Kostüm. Mutmaßlich die „gelbe Gefahr“, an der Spitze die beiden Gallier Thomas Bursian („Bursix“) und Frank Ensminger („Emsix“). Letzterer ist zwar als Kind in den Zaubertrank-Topf gefallen, allerdings hat er den Tauchvorgang unbeschadet weggesteckt. Im Gegenteil: Die Brühe hat ihn zu einem populären, gleichsam stattlichen und kraftvollen Typen reifen lassen – Rückgratstärkung inklusive. Eine ansonsten in der Politik weit verbreitete Schwachstelle im fast schon epidermalen Ausmaß.

Düster, um nicht zu sagen tiefschwarz sieht es um die schwarzen Helden aus. Die sind müde geworden. Obwohl, waren die jemals so richtig munter. Im Kirner-Land scheint eine Schlafdroge zu wirken, die lähmend auf Christdemokaten wirkt. Naheabwärts ist man hingegen immun gegen diese Art Virus. „Alt-Held“ Claus Tressel ist engagiert, offen und nett. Er müht sich redlich, um den Kirner Laden zusammenzuhalten. Allerdings weiß ja jeder, was solche Zeilen in einer Beurteilung bloßlegen. Apropos Land. Alt-Meister Eberhard Färber hat seine Streitaxt längst in der Waffenkammer abgegeben. Ansonsten sieht es eher Mau aus mit schwarz angehauchten Superhelden. Man kennt so keinen namentlich. Aus der Ecke lässt sich wohl keiner rekrutieren. Hallo, wo seid ihr? Zeigt euch!

Zaubern die Konservativen doch noch einen Superhelden für den Bürgermeister-Stuhl aus dem Hut? Noch ist Zeit. Eine oder einen Externen womöglich? Es wird freilich von höchster Stelle aus gemunkelt, dass der schon längst da wäre und – der Zufall steht Pate – auch „TJ“ heißt. Was denn jetzt? Rot und Schwarz unterstützen den gleichen Heilsbringer. „Häh?“ – das soll mal einer verstehen. Spannend, ob sich dieses Gerücht tatsächlich erhärtet. Vorhang auf, alles scheint möglich im Kirner Helden-Theater.

Wo sind die grünen Eroberer? Hallo, jemand da? Der Ruf verhallt ungehört. Grün findet im Kirner-Land einfach nicht statt. Punkt! Wo könnte man noch werben? Natürlich, bei den Freien Wählern. Der Simmertaler Stamm gilt als besonders schlagkräftig und angriffslustig. Reicht das für eine Mitgliedschaft bei den „glorreichen Sieben“? Wohl eher nicht für die Spitze, aber wohl als Unterstützer oder anders formuliert Farbtupfer. Ausnahme Thomas Lorenz. Innovativ und staatstragend hält er die Rhein-Hunsrück-Entsorgung auf Kurs. Leider ist er dort unabkömmlich. Der könnte auch VG-Bürgermeister. Und wie!  Der Kirner Norbert Stibitz ist ein einsamer Kämpfer im Stadtrat. Ideen und Positionen hat der Bursche ja, allerdings fehlt ihm der personelle Background für den „Superhelden-Status“. Dennoch, die „glorreichen Sieben“ wären schlecht beraten, wenn sie auf ihn verzichten.

Apropos Farbe. Wie ist es um die Schlagkraft der „Roten Armee“ bestellt? Sehr schwierig zu beurteilen. Das erste Schwert schwingt ja jetzt Michael Schmidt. Ein ehemaliger Soldat, ein Kämpfer, einer der sich auf dem politischen Schlachtfeld zu behaupten weiß. Zwar bestens vernetzt, aber irgendwie auch schon immer Teil vom Klüngel. Vor- oder Nachteil? Die Wähler entwickeln für solche Fragen ein Gespür. Beuscher lässt grüßen! Sie werden an der Wahlurne urteilen. Dennoch er wird mit den „glorreichen Sieben“ mitreiten. Kann er ja auch, weil mit Pferden kennt er sich ja bestens aus.

Die Veteranen Dröscher, Müller, Döbell und Wagner wollen zwar noch immer kräftig mitmischen, taugen aber nicht mehr für Superhelden-Aufgaben. Nicht mal als Mini-Ausgaben. Okay, beratend vielleicht? Dennoch, ihr Verfallsdatum scheint mehr oder weniger überschritten zu sein! Man müsste es ihnen nur mal sagen. Jörg Schallmo wäre einer, noch dazu im besten Alter. Bodenständig, gradlinig, beliebt – alles uneingeschränkte Superhelden-Eigenschaften. Er scheint reif für die Mitgliedschaft bei den „Glorreichen Sieben“. Nur lässt man ihn auch mal an in vorderster Front reiten? Einer, der immer ansprechbar ist und die meisten Wählerstimmen auf sich vereint, sollte definitiv mehr Vertrauen genießen.

Vertrauen genießt „Superheld“ Martin Kilian von Amtswegen. Der Bürgermeister gehört definitiv zu den „Glorreichen Sieben“. Stratege eben, ein gewiefter Verwaltungsmensch, von der Pike auf. Merke, es braucht immer auch souveräne Strippenzieher im Hintergrund für ein Helden-Epos. So gar nicht heldenhaft ist sein Festhalten am Parkdeck. Nun, auch Helden sind nicht frei von Fehlern. Nicht ausgeschlossen, dass er im Herbst ein berufliches Upgrade anstrebt. Die Power hat er. Konkurrenz für „TJ“? Man hört so einiges.

Schwierig, so eine Superhelden-Zusammenstellung für die Mission „Zukunft Kirner Land“. Helden trifft man nun nicht an jeder Straßenecke an. Jemand vergessen? Zumindest keinen, der einem sofort ins Auge sticht. Für alle bereits oben Erwähnten: Derbleckt zu werden – also satirisch durch den Kakao gezogen zu werden – kann ganz schön bitter sein. Noch bitterer ist aber, nicht derbleckt, sondern ignoriert zu werden. Falls der Blog jemanden nicht berücksichtigt hat, dann sorry. Der übt ja noch! Nicht traurig sein, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Starkbieranstich ist eine jährlich wiederkehrende Angelegenheit – auch im Blog.