Austherapiert? Das Kirner Krankenhaus bleibt nach den Aussagen von Diakonie-Vorstand Intensivpatient!

Wie lange hängt das Schild noch an der Einfahrt?

Ist das Kirner Krankenhaus noch zu retten? Das wird wohl die brennendste regionale Frage der Zukunft sein. Die Antwort hat Dr. Dennis Göbel, Diakonie-Vorstand Krankenhäuser- und Hospize im Interview gegeben. Keine Wirtschaftlichkeit, keine Perspektive – Feierabend!!! Auch wenn es schwerfällt, man wird nicht umhinkommen den Betrieb auf die altgewohnte Art- und Weise als Akutkrankenhaus einzustellen. Viel Blablabla und typisches „Chefetagen-Geschwätz“ in der Folge, die höflicherweise nur eines bezwecken sollen, nämlich beschwichtigen und bei den Menschen um Verständnis werben. Ob der Politik oder der Diakonie oder beiden zusammen der Schwarze Peter zugeschoben werden kann, ist den Menschen vor Ort herzlich egal. Sie wollen nur eines, medizinisch nicht abgehängt werden. Aber danach sieht es gerade aus.

Ein Funken Hoffnung oder besser eine angedeutete Alternative wäre ein Medizinisches Versorgungszentrum mit niedergelassenen Ärzten, heißt es aus der Vorstands-Etage. Doch wer ernsthaft an diese Variante glaubt, der glaubt auch daran, dass die Erde eine Scheibe ist. Punkt! Zumindest nicht so, wie sich Vorstand Göbel diese Umwidmung mit 15 bis 20 Belegbetten vorstellt. Woher sollen die Ärzte denn kommen? Sind doch keine da und die da sind werden den Teufel tun, sich umzuorientieren! Warum auch?

Nachfolger von Dr. Hallbauer soll Dr. Irmscher werden. Liest man genau, dann will der auch weiterhin Sprechstunden in Kirn anbieten. Soso!! Doch wie schaut es weiterhin mit Operationen und stationären Therapien aus? Finde den Fehler? Es steht definitiv nicht im Interview, wonach das weiterhin in Kirn geschehen soll. Zwischen den Zeilen lässt sich da eher ein scheibchenweise Abschied, also Verlegung nach Bad Kreuznach, herauslesen oder etwa nicht?

Zur Erinnerung an das Grundübel: Jeder Krankenhausträger – auch die Diakonie – orientiert seine betrieblichen Entscheidungen an der Erreichung der aufgestellten Unternehmensziele. Ein Träger, der ein Krankenhaus unterhält, will sich refinanzieren und eine angemessene Eigenkapitalrendite erwirtschaften. Das Kirner Krankenhaus bildet da keine Ausnahme. Leider! Im Verständnis der Menschen dürfte das Gesundheitswesen keinem Markt im klassischen Sinn unterliegen – schon gar nicht in strukturschwachen, zumeist ländlichen, Regionen.

Denn: – Im Gesundheitswesen gibt es keine selbst regulierende Preisbildung von Angebot und Nachfrage. Nun treffen die Vorstände in den Chefetagen ihre einsamen Entscheidungen nur nach Statistiken und Aktenlagen und nicht nach menschlichen Bedürfnissen. Leider! Die Oberen sind zumeist ganz weit weg. Ihnen ist es herzlichst egal, dass das gesamte Kirner-Land, aus nachvollziehbaren Gründen, auf ihr liebgewonnenes Krankenhaus nicht jetzt und auch nicht zukünftig verzichten möchten. Es ist jedoch Teil der ohnehin schon schwächelnden Gesundheitsversorgung und wird somit mehr denn je gebraucht. Punkt! Die Fixkosten dürften da nicht jucken und auch die Auslastung unter dem vorgegebenen Soll, wie Göbel kommuniziert. Für Standorte wie Kirn müssten allerdings andere Maßstäbe gelten.

Über das „Wie“ lässt sich vielleicht noch diskutieren, allerdings nicht über das „Ob“! Keine Frage, dass Thema Krankenhaus inklusive Personalschlüssel und medizinische Ausstattung wird die Öffentlichkeit noch lange beschäftigen. Ob es allerdings zu einem guten Ende führt? Für den Erhalt lohnt es sich jedenfalls die Ärmel hochzukrempeln – notfalls im Straßenkampf. Gemeinschaftlich! Merke, Mahnwachen und Demonstrationen gehen immer mit der Erringung von Aufmerksamkeit einher. Die Aufschreie müssen nur laut genug sein. Wenn es eng wird, bleiben eben nur regelmäßige Proteste und öffentlichkeitswirksame Aktionen, als letzte zu ziehende Strohhalme übrig.

Region, bereite Dich vor! Das Krankenhaus ist es wert auf die Straße zu gehen. Im Falle eines Falles sind Aufmärsche ein probates Mittel, um Entscheidungen doch noch zu kippen. Der Anfang könnte eine Protestaktion beim Besuch des Bundespräsidenten bei der Firma Simona in Kirn bilden. Kleine oder größere Mahnwache, paar Schilder und Rufe in Richtung des Staatsoberhauptes – passt. Es wäre dann auch mal für die SPD an der Zeit endlich Flagge zu zeigen. Vielleicht könnte die Partei den Aufmarsch ja auch organisieren und somit eine Vorreiterrolle übernehmen? Wie wäre es? Immerhin ist es ja Euer Bundespräsident, den es mitzunehmen gilt. Merke, der ist auf Länderbesuch und dadurch an Kontakt interessiert sowohl zu Parteikollegen, als auch zu Bürgern. Es müsste doch möglich sein, mit dem Mann ins Gespräch zu kommen, notfalls über den Firmenzaun. Vielleicht hat er ja ein offenen Ohr und öffnet in der Folge Türen. Ein Versuch wäre es allemal wert.