Dauerthema Parkdeck

Parkdeck ja oder nein?

„Oh! Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden, es trommeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren, ich finde keinen Parkplatz, ich komm‘ zu spät zu dir, mein Schatz…“ – Herbert Grönemeyer hat auf seine Art die Parkplatznot in einem seiner Hits beschrieben. Als Vorlage dazu diente sicherlich nicht die Einkaufsstadt mit Herz, Kirn. Weiß Gott nicht! Im Mittelzentrum gibt es nämlich keinen Mangel an Stellflächen, wird es auch nie einen geben. Jeder, der das anders sieht, war noch nicht in vergleichbaren Kommunen mit echten Parkplatz-Problemen unterwegs.

Gottlob gibt es den Rechnungshof. Weil der die optimistische Parkplatzprognose der Verwaltung und des Gutachters anzweifelt, steht der sicher geglaubte Parkhausbau mehr denn je auf der Kippe. Blattfüllende Zeitungsberichte beleuchten seither das Für und Wider einer solchen Groß-Investition. Zurecht, angesichts ohnehin knapper Kassen. Hand aufs Herz, ist im „Mittelzentrum“ die Parkplatznot wirklich dermaßen ausgeprägt, was ein solch teures städtebauliches Mammutprojekt, inklusive regelmäßig wiederkehrenden Unterhaltungskosten, rechtfertigt?

Tipp: Die Politiker sollten sich bei ihrer Entscheidung mehr am gesunden Menschenverstand orientieren und doppelt genau abwägen wohin die Reise geht. Vielleicht hilft es auch mal sich selbst zu hinterfragen, wann man zuletzt auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz verzweifelte. Merke, teure Prestigeprojekte, die auch nur den leisesten Zweifel an ihrer Notwendigkeit aufkommen lassen, braucht heutzutage kein Mensch mehr. Der Pendel des Blogs schlägt sich klar auf die ablehnende Seite der Liberalen. Ein Parkdeck ist unnötig, weil Innenstadt und Randlagen genug Stellflächen hergeben. Punkt!

Zu den meisten Tages- und Nachtzeiten findet sich immer ein fußläufiges Plätzchen. In Ausnahmefällen müssen Parkplatzsuchende sich eben etwas in Geduld üben oder längere Fußwege in Kauf nehmen. Na und? Aus Blog-Sicht ist die Angelegenheit ein Problemchen, das im Vergleich zu anderen städtischen Problemen eine untergeordnete Rolle spielt. Und wenn Problem, dann ohnehin nur der Marke Luxusproblem, über die wirklich gestresste und verkehrsgeplagte Autofahrer anderswo nur müde lächeln können.