Das vorgestellte Schwimmbad-Hygienekonzept wirkt angsteinflößend und hat abschreckende Wirkung!

Die Empfehlung kam auch für den Blog überraschend. Hatte der doch mit einer abgespeckten Badesaison 2020 gerechnet. Manchmal kommt alles ganz anders als man denkt, manchmal ist dieses anders auch gut. Was hat die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dazu bewogen, sich mehrheitlich gegen eine Öffnung auszusprechen? Vermutlich ist es das Hygienekonzept, das in der Praxis schwerlich umzusetzen sein wird. Es handelt sich hierbei um ein speziell für die Kirner Verhältnisse erstelltes mehrseitiges Pamphlet, welches sowohl Badegästen, als auch Personal vor allem eine Tugend abverlangt – DISZIPLIN! Traut man die den Badegästen nicht zu oder sind in erster Linie Mehraufwand und Mehrkosten (175 000 Euro) die Gründe für die Verzichts-Empfehlung? Das Bademeister-Konzept dient als Entscheidungsgrundlage. Das kann von den Bedingungen anderer Freibäder kaum abweichen. Warum öffnen die ihre Pforten und Kirn womöglich nicht? Finde den Fehler?

Der Blog hat die wesentlichen Eckpunkte des Konzeptes für eine eigene Beurteilung zusammengefasst: Ausgearbeitet wurde eine Art Schichtsystem. Zwei Blocks für jeweils 250 Besucher. Bezugnehmend auf Wasser- und Liegeflächen wird diese Zahl jeweils als realistisch eingeschätzt. Frühschwimmen von 9 bis 13 Uhr und Spätschwimmen von 14.30 bis 19 Uhr. In der Mittagszeit findet eine Desinfektionsreinigung des Bades statt. Über die Homepage der VG-Werke können sich die Besucher über ein Ampelsystem zum jeweiligen Besucherstand informieren, welches aktuell von der Kasse aus gesteuert wird. Kontaktformulare kann man im Vorfeld downloaden oder an der Kasse ausfüllen. Daneben beinhaltet das Konzept weitere Maßnahmen und Einschränkungen. Kurzum, es liest sich wie ein gängelnder Strafenkatalog, der alles andere ist, nur nicht spaßfördernd. Beispiel: Strudel, Massagebänke, Wasserpilz, Spielgeräte, Beachvolleyball – alles dicht! Sprünge sind ebenso wenig erlaubt wie Warmduschen. Es gibt ein störendes Wegekonzept und, und, und! Keine Frage, das Hygienekonzept offenbart fürwahr eine abschreckende Wirkung. Wohl auch für die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses. Ihnen fehlt offenbar die Phantasie für eine geregelte Alltagstauglichkeit. Daher hat das Gremium seine Empfehlung verweigert. Unter diesen Bedingungen ist ein normaler Badebetrieb nicht möglich, lehnen die mehrheitlich eine Öffnung ab.

Aber die war ja auch im vornherein nicht zu erwarten. Dem Blog liegt das komplette Hygienekonzept für das Jahnbad vor. Lesen Sie selbst und urteilen Sie selbst. Das war es dann wohl. Kaum vorstellbar, dass der VG-Rat die Empfehlung kippt und das Hygienekonzept in letzter Minute dann doch noch durchwinkt. Allerdings stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt. Bei allen Servicegedanken für die Menschen, muss der ja auch noch die Finanzen im Blick haben. Berücksichtigt man die gesondert, dann hätte eine Diskussion über eine Öffnung unter den Corona-Bedingungen erst gar nicht stattfinden dürfen. Da hätte es sofort heißen müssen: „Saison 2020 fällt aus!“