Blick in das Jahr 2050 bei einer Abschaffung der Straßenausbaubeiträge für Anlieger

Die Folgen der fallenden Straßenausbaubeiträge: Zurück zu Ochsenkarren und Packeseln. Sie ersetzen Fahrzeuge, weil Straßen auf dem Land nicht mehr saniert wurden…..

Düstere Zeiten! Irgendwann in ferner Zukunft! Wir schreiben das Jahr 2050. Das einst pulsierende Kirner-Land hat sich zurückentwickelt. Und wie! Dort, wo einst blühende Landschaften Zufriedenheit und Wohlstand garantierten, herrscht nur noch die pure Tristesse. Der Grund: Durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in den 2019er-Jahren hat sich die ländliche Region, speziell infrastrukturell, bis nahezu in die Steinzeit zurückentwickelt. Das Verkehrswegenetz ist zusammengebrochen, weil das Land Rheinland-Pfalz den ländlichen Raum bei dringend notwendigen Straßensanierungen links liegen lässt. Die meisten Straßen sind schon seit Jahren nicht mehr befahrbar. Verzweifelte Menschen gelangen nur noch zu Fuß oder mit Packeseln an ihre Einfamilienhäuser.

Mancherorts mussten sogar Luftbrücken eingerichtet werden, um lebenserhaltende Grundversorgungen sicherzustellen. Zudem werfen Drohnen im minutentakt sogenannte Überlebenspakete über ganz besonders betroffene Siedlungen ab. Warum musste es nur soweit kommen? Doch, die Leidgeplagten sind alleinverantwortlich für die momentane Situation, weil sie sich vehement weigerten, Bausparverträge oder Versicherungen für ihren persönlichen Beitrag zum Straßenausbau abzuschließen. Hätten die mal auf den einstigen VG-Beauftragten, Vordenker und Propheten Werner Müller gehört, wäre es niemals so weit gekommen. Der mahnte immer und immer wieder vor den Kommunalwahlen anno 2019: „Eine Abschaffung der Straßenausbaubeiträge hat vermutlich fatale Folgen. Da werden künftig in den Städten wohl eher die letzten Hinterhöfe ausgebaut, ehe die Dörfer drankämen.“ Dass die Folgen derart fatal sind, damit konnten die seinerzeit intervenierenden Oppositionsparteien sicherlich nicht rechnen. Doch nun ist es zu spät.

Quo-Vadis Kirner Land, die Prognose ist eins zu eins eingetroffen. Schlimmer noch! Während selbst in den letzten Winkeln der Städte edelster Flüsterasphalt verbaut wird, bewegt sich der „Land-Mensch“ nur noch auf holprigen feldwegähnlichen Schotterpisten von A nach B. Besonders gravierend ist die Situation in Dhaun, wo sich die wenig verbliebenen Anwohner in die Zeiten der Wildgrafen zurückversetzt fühlen. Wohl dem, der noch Ochsen im Stall hat, die einen Karren ziehen können. Wo soll das noch enden? Eine Aufwertung der Verkehrswege plant das Land nicht, und dies, obwohl sich die Verwaltungen „jwd“ die Finger beim Verfassen von Straßenbau-Anträgen wund schreiben. Mainz bestätigt Müllers Weissagung und straft das Landvolk für seinen Ungehorsam ab. Gnadenlos! Mehr noch: Befürchtet wird nunmehr, dass in Kürze selbst die letzten Verkehrsadern nicht mehr befahrbar sein werden.

Dort, wo sich jetzt wenigstens noch einzelne Extrem-Offroader durch die Schlaglöcher quälen, sollen extra angefertigte Schranken das „Ende“ der zivilisierten Welt markieren. Und das alles nur, weil die vorherige Generation es nicht für sinnvoll und zielführend erachtete, für Straßenausbaubeiträge selbst Geld anzusparen. Etwas Gutes hat das Ganze am Ende dann doch noch. Die Stadtmenschen haben das Kirner Land als Tourismusregion für Extremtouren entdeckt. Ganze Herden von Abenteurern fallen in Safari-Manier regelrecht ein, um abgehängte „Ur-Menschen“ bei der Bewältigung ihres Alltages ohne funktionierende Straßen beobachten zu können. Sie bringen nunmehr endlich die Tourismus-Zahlen an die Nahe, die in der Vergangenheit erfolglos angestrebt wurden.

Das Tagesticket beinhaltet neben dem Zugang zum Skywalk auch die Besichtigung eines völlig verwaisten Kirner Parkdecks sowie ein frisch gezapftes Kirner Bier der Sonderabfüllung „Steinzeit-Edition“. Feinherb und würzig! Ochs am Spieß rundet das Paket kulinarisch ab. Empfehlenswert sind Sondertarife unter der Woche sowie die Buchung eines einheimischen Reiseführers. Voraussetzungen für die Exkursion sind gutes Schuhwerk sowie ein Mindestmaß an körperlicher Fitness.