Alles wird lahmgelegt!

Was war das für ein Sonntag gestern. Gefühlt Frühlingserwachen. Unzählige Menschen waren zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. Wie immer halt, wenn Sonnenschein und milde Temperaturen einladen zur Bewegung an der frischen Luft. Alles gut, wäre da nicht so ein gemeiner unsichtbarer Virus. Das hält gerade die Welt in Atem und das wird auch das Kirner Land heimsuchen. Ja, das scheut die Provinz nicht. Nur eine Frage der Zeit, wann der erste Krankheitsfall vermeldet werden wird. Von einer existenziellen Krise, war vor der Eisdiele am Marktplatz sowie vor der in Martinstein nichts zu entdecken. Als ob man den unsichtbaren Feind nicht fürchten müsste, standen die Besucher dicht gedrängt in den Warte-Schlangen oder saßen mehr oder weniger gequetscht wie die Hühner auf der Stange auf den Stühlen sowohl im Innern, als auch im Freien. Gebotener Sicherheitsabstand, Fehlanzeige!

Hallo, geht’s noch. Etwas nicht mitbekommen? Virologen mahnen und erinnern uns zu einer extremen Vorsicht.  Davon war beim Run auf die Eisbällchen jedoch nichts zu sehen. Setzte die pure Versuchung gleich massenweise die Vernunft außer Kraft? So wird das nie was, mit einer Verzögerung der Krankheitswelle. Die ist schon jetzt auf einem konstant hohen Niveau – Dunkelziffer nicht eingerechnet. Tendenz steigend und zwar rasant. Die nächsten Tage sollen ebenso frühlingshaft daherkommen. Man darf gespannt sein, inwieweit die Rudelbildungen noch immer anhalten werden. Merke, es ist grob fahrlässig, sich unnötig solchen Gefahren auszusetzen. Sogenannte Hot-Spots oder Meeting-Points, gilt es mehr denn je zu meiden.

Es dürften mitunter die letzten Eisbällchen gewesen sein. Man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass man in den nächsten Tagen, vielleicht sogar Stunden, allen Einkehr-Möglichkeiten den Riegel vorschieben wird. Deutschland wird alle Gastronomiebetriebe schließen, ja sogar schließen müssen, um die Maßnahmen gegen Corona auf eine drastischere Stufe zu stellen. Es ist schon nach zwölf. Die Oberen haben diesbezüglich schon viel zu lange gezögert, um nicht zu schreiben, gepennt. Österreich ist gedanklich schon viel weiter. Auch wenns noch so schwerfällt, wir alle müssen den Ernst der Lage endlich erkennen und unser Freizeitverhalten massiv einschränken, um nicht zu sagen total gegen null fahren. Spazieren „JA“, Eisdiele „NEIN“. Nur so kann es gehen.

Der Einschnitt wird zwar hart, dafür nur zeitlich begrenzt sein. HOFFENTLICH! Wie lange das Virus uns im Würgegriff halten wird, hängt von der Vernunft aller ab. Die Maßnahmen mögen sich angesichts den momentanen Ansteckungs-Statistiken übertrieben anhören, aber das Corona bahnt sich seinen Weg. Kann es aber nicht oder nicht so schnell, wenn wir uns eben nicht sorglos vor Eisdielen einreihen, unser gewohntes Käffchen zwischendurch trinken oder uns zum Sport- oder in Volkshochschulkursen treffen. Das Kirner Land müssen wir nahezu komplett lahmlegen. UNBEDINGT!

Der Gastronomie und allen Nicht-Lebensmittelgeschäften wird das nicht gefallen, aber wenn es um die Gesundheit geht, dürfen wirtschaftliche Aspekte keine Rolle spielen. Eine Alternative gibt es nicht. Nur die notwendigsten Gänge zur Arbeit, zum Arzt, in Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken, sollten wir noch anstreben. Mutmaßlich werden die uns in Kürze eh nur noch erlaubt sein. Die Politik wird ein strenges Ausgehverbot mit den üblichen Einschränkungen anordnen. Die in Berlin haben es endlich begriffen. Und das ist auch gut so!

Unsere kommunalen Vertreter im Kirner-Land werden diesen Prozess, hin zur völligen Lahmlegung, moderieren und überwachen müssen. Insgeheim werden sie sich schon mit den weiteren gravierenden Einschränkungen vertraut gemacht haben. Es herrscht Ausnahmezustand. Keine Frage, es sind verrückte und beängstigende Zeiten angebrochen, mögen sie bald vorübergehen.