Coronavirus: Das öffentliche Leben muss erlöschen

Kindergarten dicht, Schulen dicht, Atemwege dicht: Das Coronavirus fühlt sich in Deutschland so richtig wohl! Überall in Deutschland? Nein, im Kirner Land ist das unsichtbare Übel (noch) nicht angekommen. Dennoch, es ist höchste Zeit, die Sache endlich ernst zu nehmen, verdammt nochmal! Amüsant kann das niemand mehr finden. Nunmehr sollte auch der Letzte begriffen haben, dass die Lage bitterernst ist. Angstverharmlosung und Angstverdrängung hilft uns nicht weiter. Wer jetzt den Schuss noch immer nicht gehört hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Wir sehen den Virus nicht, wir riechen den Virus nicht, wir spüren den Virus nicht, aber dennoch ist der allgegenwärtig. Das Leben steht still, muss still stehen, sonst kann eine Ausbreitung nicht eingedämmt werden – selbst, wenn es hier noch gar nicht angekommen zu sein scheint.

Das Virus wird das Kirner Land nicht verschonen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bleibt die Frage wann COVID-19 anklopft und wie fest. Kommt es mit Macht, kann sich das Kirner Krankenhaus als Fels in der Brandung erweisen. Gut zu wissen, dass man sich auf die Einsatzbereitschaft hier verlassen kann. Die medizinische Versorgung steht über allem. Mehr denn je gefragt ist die Verwaltung in seiner kompletten Bandbreite. Das Ordnungsamt ist zuständig dafür, die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Dazu gehört auch die Überwachung von Spielplätzen, die ja jetzt gesperrt sind. Auch sollte man ein Auge auf die Innenstadt werfen. Da wird sich noch immer in Gruppen zusammengerottet. Entsprechende Krisen-Pläne über eine breit gefächerte Kontrollfunktion hinaus, dürften schon griffbereit in der Schublade vorgehalten werden.

Hilfe brauchen Unternehmen, Betriebe und Gastronomie. Deren Sorgen und Nöte sind immens. Eine Mammutaufgabe kommt da auf das zuständige Sachgebiet zu. Schließlich gilt es zu verhindern, dass das ohnehin schon üppige Leerstandsregister noch weiter ansteigt. Mächtig viel Arbeit kommt da auf den Marketing-Manager und sein Team zu. Helfen und vermitteln – passt. Man muss das Gefühl vermitteln, als Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte zur Verfügung zu stehen. Den Kontakt gilt es jetzt aufzunehmen, insbesondere zu den besonders Betroffenen.

Wichtigster Krisenmanager ist jedoch der Bürgermeister. Gut, dass der ehemalige Polizeibeamte von berufswegen Tempo und Entschlussfreudigkeit mitbringt. Auf seine Ruhe und auf sein Nervenkostüm wird es in den nächsten Wochen ankommen. Thomas Jung hat sich am Sonntag erstmals in einer kurzen Videobotschaft geäußert. Mehr davon wäre wünschenswert. Nicht unbedingt jeden Tag, aber doch regelmäßiger und spezifischer.

Informationen aus erster Hand zu erfahren, ist richtig und wichtig. Immerhin hat es die Verbandsgemeinde geschafft, auf die Startseite ihrer Homepage aktuelle Informationen über das Coronavirus, inklusive Link, zu schalten. Das ist nicht selbstverständlich für eine Homepage, die im Alltag alles andere als attraktiv und informativ daherkommt. In Krisenzeiten bewegt sich auch dort was. Gut so! Wenig zwar, aber immerhin ein Anfang.