Wochenrückblick 19. Juli

Rettet das Kirner Krankenhaus, Comic-Reihe Emsix & Lucky „TJ“, Schwimmbad-Öffnungszeiten, Eis-Preise, Politiker-Posts…

Was für eine Schlagzeile heute: „Diakonie macht 10,2 Millionen Euro Defizit“! Damit schreibt man tiefrote Zahlen. Das ganze System krankt bundesweit und nun hat sich eben auch die Diakonie angesteckt. Im Kommentar zum Zeitungsartikel hat der Autor die Situation auf den Punkt gebracht – zumindest fast: Er diagnostizierte dem kompletten Apparat einen Schnupfen. Der Patient Diakonie sei insgesamt aber noch gut beieinander, könne wieder gesunden. Nur hat er Kirn vergessen, der Gute. Gelten die Heilungschancen auch für das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt? Wohl kaum! Nun, der Vorstand sieht in Kirn ein medizinisches Gesundheitszentrum mit stationärer Versorgung in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten als einzig überlebensfähige Variante. Eine kleine Randnotiz im Artikel nur, aber eine mit Tragweite. Richtig interpretiert, dürfte Im internen Krankenblatt demnach stehen: Komplett neu saniertes Krankenhaus leidet nicht unter einem harmlosen Schnupfen, vielmehr an Krebs im Endstadium. Austherapiert! Bleibt die Frage, wie schnell der Tod an die Tür klopft. Anders formuliert, Kirn rechnet sich nicht mehr, wird früher oder später abgestoßen. Kurzum, bei tiefroten Zahlen ist bei den Bürokraten halt Schicht im Schacht. Die Fehler liegen im System, nicht bei den Verantwortlichen in den Chefetagen. Häh? Spätestens nach dieser Pressemitteilung sollten überall im Kirner Land die Alarmglocken läuten. Der Widerstand kann sich schon einmal formieren und Plakate drucken! „Rettet das Kirner Krankenhaus“. Wunder gibt es bekanntlich immer wieder einmal, gerade in der Medizin. Das von den Oberen vorgeschlagene MVZ-Modell für Kirn mag theoretisch ja eine Alternative sein, aber welche Ärzte bitteschön sollen eine solche Einrichtung in der Praxis mit Leben füllen? Sind doch keine da! Mutmaßlich nicht die momentan ansässigen Mediziner. Überhaupt, kann eine Variante nach den Vorstellungen der Diakonie-Vorstände ein klassisches Krankenhaus eins zu eins ersetzen? Sicher nicht! Von daher, welcher Prominente setzt sich an die Spitze der Widerstands-Bewegung?  Kirn blutet weiter aus und das dürfen die Menschen nicht zulassen.  Niemals!!!! Her mit den gelben Westen!

Was gibt es Neues von unseren Super-Helden „Emsix“ und „Lucky TJ“. Hmm, nichts! Zumindest nichts, was für den satirischen Wochenrückblick „ausgeschlachtet“ werden könnte. Schade! Auf dem politischen Parkett passiert gerade eh wenig bis gar nichts, sodass die spitzfindige Feder, zumindest diesen Spielplatz betreffend, getrost in der Schublade stecken bleiben kann. Und dennoch, „Lucky TJ“ – der im Übrigen rein von der Körpersprache sowie seiner Coolness – eine Kopie des gezeichneten Originals zu sein scheint, ist trotzdem omnipräsent. Will heißen, der Cowboy, der ja bekanntlich schneller schießt und wählt als sein Schatten, nahm in dieser Woche an Veranstaltungen teil, ehrte Jubiläumspaare und jagte auf den Sportplätzen der Region in den Diensten der guten Sache dem runden Leder nach. Stets begleitend, ein paar nette Strahlemann-Schnappschüsse auf Facebook gepostet– passt! Moment, ist der Kerl etwa schon im Wahlkampfmodus? Jein! „Klappern gehört aber nun einmal zum Handwerk“ besagt eine alte Redensart und meint, dass Werbung in eigener Sache gerade in einem Super-VG-Wahljahr nicht schaden kann. Ungeachtet dessen, solche Termine nahm „Lucky TJ“ schon immer wahr, nur werden die jetzt eben mehr ins Schaufenster gestellt, letztlich bewusst gesteuert, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Notwendig hat er das zwar nicht, ist aber legitim für einen, dem das „Evrybody’s-Darling-Image“ anhaftet wie das Teflon an der Pfanne.

Thema Schwimmbad. Da ist ja jetzt die 14-tägige Probephase für das „Guten-Morgen-Frühaufsteher-Schwimmen“ abgelaufen. Hat sich die FDP-Hitzeinitiative von unseren tapferen Kriegern Emsix und Bursix auch in der Statistik ausgewirkt? Nüchtern ausgedrückt, strömten genügend Schwimmer ab 8.30 Uhr ins Jahnbad, um eine Vorverlegung der Öffnungszeiten dauerhaft rechtfertigen zu können? Noch ist diesbezüglich die Katze nicht aus dem Sack. Beobachter sind der Ansicht, dass die frühen Wasserratten durchaus zahlreich ihre Bahnen zogen, sozusagen in aller Ruhe. Für diese Personengruppe wäre ein Frühschwimmer-Angebot durchaus ein Gewinn. Neue Besucher lassen sich mit dem Service sicherlich nicht anlocken. Es verteilt sich halt mehr über den Tag, wie eben auch beim Discounter um die Ecke. Man darf gespannt sein, ob die Stadtwerke dem Vorschlag nach mehr Flexibilität nachgeben werden. Blöd, längere Öffnungszeiten gehen halt immer mit einem personellen Mehraufwand einher. Nicht zu vergessen die Kosten. Zusammengenommen gilt es im Sinne aller Beteiligten abzuwägen. Prognose des Blogs: Es bleibt alles wie gehabt.

Hört, hört, die Eis-Preise fallen! Zumindest bei Café Schläger ist das der Fall. Das Bällchen kostet jetzt wieder 80 Cent. Mit Beginn der Saison mussten Eis-Liebhaber noch einen Euro auf die Theke legen. Kehrtwende nennt man das dann wohl. Aber wieso? Darüber lässt sich jetzt trefflich spekulieren. Wahrscheinlich gab es Gemecker über den satten Aufschlag von 25 Prozent auf einen Rutsch hinauf auf Eisdielen-Niveau. War aber auch krass der Preissprung, gell? Womöglich führte auch ein Absatz-Einbruch zur Rückbesinnung auf die moderaten Preise vom Vorjahr. Alles reine Spekulation. Sei’s drum, insbesondere bei den „Stamm-Schlecker-Mäulern“ dürfte die neuerliche frohe Kunde auf Zustimmung, vielleicht sogar so etwas wie schelmische Genugtuung stoßen. Fakt ist, die Preisschraube wurde wieder zurückgedreht. Gut so! Lobenswert, wenn wieder so etwas wie Bodenhaftung an der Kasse einkehrt. Vergessen und vorbei, jetzt darf es dann gerne auch wieder ein Bällchen mehr sein von den hausgemachten Sorten.

Wirre Trends, absurde Personalentscheidungen übertriebenes politisches Tohuwabohu – nicht nur in der großen Politik machen uns Alltags-Abgründe oft sprachlos. Flinten-Uschi hat ihren Tarnanzug an AKK abgegeben. Sehenden Auges ins Verderben – eine „militärische“ Angriffsstrategie an der Spitze, die einen fassungslos zurücklässt. Wie war das nochmal mit dem Einäugigen und dem Blinden? Egal!  Mit ihrem Verhalten sorgen die großen Parteien jedenfalls nur noch für Kopfschütteln. Schlimm, dass Klöckner und Co stets die „guten“ Botschaften in der scheinbaren Hoffnung gebetsmühlenartig posten, im Volk Freude verbreiten zu können. Was rauchen die immer nur für Zeug? Was den Großen teuer ist, ist den Kleinen billig. Auch vor der eigenen Haustüre werden so manche grenzwertige Tweets aus der Parteien-Landschaft, bisweilen sogar mit Fremdschäm-Potential, abgesetzt. Die schreien wiederum geradezu danach, nicht ernsthaft, sondern satirisch bearbeitet zu werden. Die hiesige SPD ist stets ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, sich und ihre Argumente gegen Seitenhiebe zu verteidigen. Doch die Genossen haben offenbar gelernt. In dieser Woche suchte man vergebens entsprechende Zeilen in den sozialen Netzwerken. Respekt, es geht doch! Nochmals, nicht jeder Kommentar bedarf einer Reaktion, schon gar nicht wenn der augenzwinkernd mit spitzer Feder verfasst worden ist. Merke, emotional gesteuerte Schnellschüsse verpuffen zumeist oder bewirken exakt das Gegenteil.