CDU-Köche Klöckner und Dickes verderben den Brei. Untaugliche Koch-Aktionen der Nahe-First-Ladies!

Man kann es in dürren Worten sagen: Das beste Menü des Wochenendes kam aus der Show-Küche des Luxus-Ressorts BollAnts – SPA im Park – voll lecker. Zumindest dürfte es denen gemundet haben, die unserer Landrätin und dem Sternekoch über Livestream am Kochlöffel klebten. Inwieweit das „Dickes-Kochstudio“ überhaupt zum Mitkochen animieren konnte, sei mal dahingestellt. Sicherlich waren nicht so viele dabei wie erhofft. Es mögen am Ende 20 gewesen sein, die sich zu Hause die Schürze umbanden. Mehr gibt die Einschaltquote einfach nicht her. Eingeladen hatte Dickes unter dem Motto „zusammenkochen, zusammenhalten – gemeinsam gegen einsam“. Setzen sechs, unter diesem Aspekt wurde am Thema vorbei gekocht! Erreicht wurde, wenn überhaupt, nur das nahe Umfeld der Hauptdarsteller sowie die Gewinner der Einkauskörbe. Eben diejenigen, die sich von Haus oder Parteibuch aus verpflichtet fühlen. Kritik und Spott an dem untauglichen Versuch hatte der Blog schon im Vorfeld reichlich abgeladen.

Geurteilt hat nunmehr auch der Öffentliche Anzeiger. Was ist davon zu halten? Statt zu hinterfragen, kochte die Autorin lieber am heimischen Herd mit. Tiefe stand scheinbar nicht auf der Zutatenliste. Schöne Bildchen, schmackhaftes Ergebnis – genau das Richtige für einen lockeren Aufmacher in der Montagsausgabe. Mit dieser Philosophie eckt man nicht an. Oberflächlich, aber legitim. Wenn die Berichterstattung wenigstes frei von Fehlern gewesen wäre. Zitat: „In rund 580 Küchen im Kreis Bad Kreuznach gleichzeitig zu Gast.“ Unwahr! Dafür gibt es nur ein Wort: „Lesertäuschung“! Bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt. Es waren über die Stunde hinweg zwischen 50 und 65 Follower live mit dabei. Zu keinem Zeitpunkt mehr. Die Aufrufe unten links im Eckchen konnte man ja prima bei youtube am Bildschirm mitverfolgen. Wie bitteschön sollen da 580 Küchen gleichzeitig mit am Start gewesen sein? Schon mit den ersten Zeilen wird ein völlig falscher Eindruck hinsichtlich des allgemeinen Interesses geweckt. Merke, die Gesamtzahl an Aufrufen zählt nicht. Mit dieser Fehleinschätzung wird das Koch-Event in ein völlig falsches positives Licht gerückt. Dabei war es mehr Schein als Sein.

Selbstinszenierung, Show-Veranstaltung, Werbung – diese Schlagworte wurden bei der Koch-Home-Story weder in den Fokus gerückt, noch am Rande thematisiert. Einen solchen sanften oder zahnlosen Umgang hätte sich gewiss auch Julia Klöckner bei ihrem Herd-Techtelmechtel mit Johann Lafer gewünscht. Während die übergeordnete CDU-Dame bei ihrem Koch-Event kräftig die Werbetrommel für Kaufland rührte, tat dies Dickes für Bollants. Julia bekam medial Prügel, Dickes hingegen wurde verschont. Finde den Fehler? Andere mögen das anders sehen, aber wenn man schon ein breites GEMEINSAM und jeden ERREICHEN ins Schaufenster stellt, sollte keiner ausgenommen sein, schon gar nicht über den Geldbeutel. Sei’s drum, die „Show-Cookings sind Geschichte, die Küchen wahrscheinlich jetzt wieder kalt und gewienert.

Was ist geblieben von der Veranstaltung mit Dickes? Im Schnitt so um die gleichleibende 60 Follower – mal mehr, mal weniger. Magere Quote, um nicht zu folgern unterirdisch! Der Blog hat sich immer mal wieder ein paar Live-Minuten gegeben. Sehr holpriger und kaum nachkochbarer Verlauf. Alles viel zu schnell. Hopplahopp im Schweinsgalopp! Nein, der Brüller war das fürwahr nicht. So viel Aufwand für so wenig Resonanz. Wohlwollend formuliert war es ein netter Versuch. Bedeutet, dass ein Vorschlag oder eine Aktion total ungeeignet oder unpassend war und deshalb nichts bringt. Kurzum, die Botschaft ist misslungen. Mund abputzen, wenigstens scheint es einigen wenigen geschmeckt zu haben.

Was anders tun im Landkreis? Alternativ hätte der es als ehrlicher und eher am Puls der Zeit gefunden, wenn der Sternekoch aus recht wenig ein Menü in drei Gängen zusammengestellt hätte. Etwa mit Lebensmitteln von der Tafel.  Aus dem „bescheidenen“ Sortiment was kochen und den Menschen damit zeigen, was man für leckere und vor allem gesunde Gerichte fernab von erlesenen Zutaten auf den Teller zaubern kann. Für kleines Geld halt. Nicht in einer werbewirksamen Show-Küche zubereitet, vielmehr aus einer Schul- oder Einrichtungsküche in die heimischen vier Wände transportiert. Eine Spur bescheidener, allerdings nicht weniger lecker. Vielleicht wären dann auch die uns vorgegaukelten 580 Küchen gleichzeitig zu Gast gewesen. Wer weiß? So bleibt ein fader Beigeschmack.