Büttenrede

Die Fastnacht ist aus, am Aschermittwoch ist alles vorbei,
Der Blog hört mit dem Reimen auf, Schluss mit der dichterei.
Die Fastnacht der Vereine, ein Erfolg wa es auf alle Fälle,
2020 wieder, dann aber bitte mit viel mehr lokaler Kapelle.
Politische Töne und Lokalkolorit, ihr Redner habt acht,
entlarvt, teilt beim zweiten Versuch aus dass es kracht.
Seht zu, dass ihr die Lokalpolitik als Thema entdeckt,
Themen gibt es hier zu Hauf, ein Haufen voll mit Knalleffekt.
Und wenn die Obrigkeit schmollt oder zeigt sich pikiert,
weil ihr allen den Spiegel vorhaltet, ganz ungeniert.
Dann trefft ihr den Nerv, das ist gelebte Fastnacht pur,
ohne Lokalbezug ist Fastnacht wie eine verordnete Zensur.
Hier nun das Blog-Angebot, Vereine hört jetzt gut zu,
Steige 2020 selbst in die Bütt, rede kritisch, ohne Tabus.
Nehme dann das Dorfgeschehen auf die Schippe,
dazu gehört auch das Verteilen einzelner Fußtritte.
Das Angebot steht, sendet bis Ende März ein Signal,
den Joker im Wahljahr nicht zu ziehen, wäre doch fatal.

Ein dreifach helau auf Facebook, hier eine Diskussion ist entfacht,
der Blog ist Zielscheibe, es wird Draufgehauen, dass es kracht.
Kritik gehört dazu, andere Ansichten gehören zum Leben,
Den Schreiber als Lügner darzustellen, indes ist völlig daneben .
Weil hier nix als Wahrheiten genannt werden, das ist der Anspruch,
Der Blog deckt auf, ist nicht Ursache für politischen Geruch.
Dass der bisweilen richtig stinkt, ist den meisten bekannt,
es wird halt viel gemauschelt im Ort und im Kirner Land.
Der Blog bleibt dran, deckt auf und prangert weiterhin an,
die spitze Feder hält der Schreiber nicht immer in der Hand.
Die schönen Seiten des Dorfes sollen auch nicht zu kurz kommen,
wird die Plattform ja als offizielle Dorf-Homepage wahrgenommen.
Über 200 Besucher tagtäglich, der Zuspruch ist enorm,
meist lobende Worte, der Blog verspricht zu behalten seine Form.

Alaaf, Helau und Juchhe, die Narrenschar kann sich freuen,
150 Karten – ausverkauft, alle Käufer werden‘s nicht bereuen.
Das gespannte Auditorium wird es sicher hauen von den Sitzen,
ein Programm gespickt mit Reimen, Pointen und dörflichen Spitzen.
Mein Vorschlag ist ein Mix aus Tanz, Musik und Büttenreden,
dann wird das Auditorium Euch an den Lippen kleben.
Der Blog wünscht der Vereinsgemeinschaft nur das Beste,
viel Lob und Anerkennung in der Zeitung, nur wenig Proteste.
Denn die wird es geben, haut man drauf auf alle Fälle,
und bleibt immer sauber, gemeint ist vor allem das Sexuelle.
Zieht einzelne durch den Kakao, auch der Blog hat Humor,
der Schreiber ist zwar nicht da, aber es dringt zu ihm vor.
Dann wird der schreiben, sie necken mich die Bösewichte,
egal, es war die heiterste Sitzung der Menschheitsgeschichte.

An einem Strang ziehend, Vereine Gott Jokus huldigen,
Durch den Kakao ziehen, tut man grundsätzlich alle Schuldigen.
In Hochstetten-Dhaun gibt es Musterbeispiele auf alle Fälle,
gute Beobachter entlarven deren Charakter auf der Stelle.
Die Bütt als Spiegel, in dem lässt sich genüsslich ablesen,
was im vergangenen Jahr, im Dorf so alles war gewesen.
Allen Rednern wünscht der Blog Witz und Pointen in Massen,
in Sketchen austeilen und ablästern, das sollte passen.
Drum liebe Narren, hier der Apell vom Blogschreiber,
haut auf den Putz, dass man sich vor Lachen hält die Leiber.
In der Kampagne gibt es keine Freunde und keine Schonzeit,
bleibt aber stets sauber und vor allem bei der Wahrheit.
Ein Feuerwerk, die Narren werden liegen euch zu Füßen,
dann könnt Ihr im nächsten Jahr wieder alle begrüßen.

Die Bushaltestelle im Hellbergblick, seit Wochen ist diese bereit,
Für Neubaugebiets-Kinder der Schulweg ist nicht mehr so weit.
Die Hälfte an Zeit und Strecke, ein Service mit Charme,
auch die Eltern sind von der Errungenschaft ganz angetan.
Die Hälfte der Wegstrecke, da spart man an Kilometergeld,
über das ganze Schuljahr verteilt, eine Tankfüllung entfällt,
Anstatt das Kinder den Weg zum Bus gemeinsam marschieren,
Mütter diese regelmäßig zur neuen Haltestelle kutschieren,
Der tagtägliche Hol- und Bringdienst, Anwohner sich fragen,
warum eine neue Haltestelle, wenn Kinder werden eh gefahren.
Eine Haltestelle ad absurdum, die so verschwendet scheint,
die Ortsgemeinde eine diesbezügliche Fehlplanung sicher verneint.
Egal, der Bus sich nun tapfer den Weg durch Nadelöhre bahnt,
durch die Kosten für das Wartehäuschen, das Dorf nicht verarmt.

Auf dem Skywalk, über schroffen Felsenkanten,
Schon viele gestresste Besucher entspannten.
Genießend den Rundumblick über Dorf und Nahetal,
stehend auf der Konstruktion aus verzinktem Stahl.
Links, Schwindelfreie sich an der Weite ergötze,
rechts, man staunt über schroffe Steinbruch-Klötze.
An schönen Tagen strömen Massen in Scharen herbei,
dann ist es mit der Ruhe der Anwohner vorbei.
Das Highlight, daher nicht immer jeden erfreut,
so ist das Leben, des einen Leid, des anderen Freud.
Der Balkon wird nichts an Anziehungskraft verlieren,
hält der Run an werden Wirt und Region profitieren.
Gebündelt mit Wildgrafen-Weg, gilt es alles zu bewerben,
Pflegen, sonst wird man die Laune der Touris verderben.

Es wollen fusionieren in Harmonie die SPD in Kirn und Kirn-Land,
beide Verbände sind sich nicht uneingeschränkt grün, ist ja bekannt.
Es dringt noch wenig von Strukturen und Personalfragen nach außen,
als williger Oberboss ist Hans-Helmut Döbell allerdings schon draußen.
Unwählbar, so kommunizieren es vor allem intern die Kirner Genossen,
hat man den bereiten Silberrücken vor der Wahl abgeschossen.
Die Arztpraxis-Affäre hat ihm kurzerhand wohl das Genick gebrochen,
hinter vorgehaltener Hand wird das zumindest so ausgesprochen.
Wer wird es nun werden, ein Kandidat vom Land oder aus der Stadt,
vielleicht ein unverbrauchtes Gesicht, vielleicht einer von oben herab.
Weit oben, vielleicht einer vom Lützelsoon, hier nun mein Tipp,
Chef in der SPD Kirner Land, wird Ortsbürgermeister Michael Schmitt?
Was natürlich auch sein könnte, geeignet wäre er auf alle Fälle,
der Jörg Schallmo aus Kirn, er stünde wohl bereit auf alle Fälle.
Vielleicht wird es auch eine Genossin, bald werden wir es wissen,
Hauptsache die SPD wird sich hurtig einig und ist nicht zerrissen.

Im Dorf herrscht oft Mischmasch, dass iss ja fatal,
doch bevor ich mich uffreg, ist es mir lieber egal.
Drüber berichte, dass mach ich zu meiner Devise,
mit spitzer Feder, derb, dreist und immer präzise.
Drum passt jetzt gut auf, was Zeite, was Zeite,
mir Hochstetter Leut sind net immer zu beneide.
Was ist im Ort wichtig, ein Thema von Dauer,
doch ihr könnt euch beruhige, ich lieg auf der Lauer.
Den Jahresrückblick, ich kann euch berichte,
der beginnt bei mir mit einer Baustellen-Geschichte.


Neue Brücke vor und neue Brücke nach der Gemeinde,  
eine Trasse an der Bahn, die beide Bauwerke vereinte.
Doch aufgepasst, so manche Bürger beklagen,
der Lärm im Neubaugebiet wäre kaum zu ertragen.
Weil Lärmschutzfenster, die einst vorhergesagt,
der Landesbetrieb jetzt allen untersagt.
Neue Fenster, nein, eine Messung hat’s gezeigt,
paar fehlende Dezibel, man hat die Bewohner geohrfeigt.
Die schlagen zurück, Rechtsstaat sei gepriesen,
Rechtsanwälte dem LBM jetzt die Absicht vermiesen.
Doch rein rechtlich steht man auf verlorenem Poste,
was anderswo hat gezeigt die Arztpraxis-Posse.


Wenn‘s beim Bürgermeister zwickt und zwackt,
er gar nicht weit zum Onkel Doktor hat.
Wohl dem, der seinen Nachbarn selber wählt,
Augen auf bei der Mietersuche, das ist das was zählt.
Einst beteten Zeugen Jehovas Im Königreichssaal,
jetzt behandelt hier der Vitali, das ist nicht illegal.
Im Döbellreichssaal, die OG hat die Sanierung bezahlt,
deshalb auch der Sohnemann vor Freude nur so strahlt.
Die Miete überreichlich, das Risiko für ihn recht klein,
ein Sechser im Lotto könnte kaum lukrativer sein.
Der Steuerzahlerbund bemängelt Vetternwirtschaft,
mahnt fehlende Moral, nichts für die Staatsanwaltschaft.
Was wird über die Posse in die Dorf-Chronik geschrieben,
Geschmäckle ja, aber ohne das wäre der Doc weggeblieben.

Der neue Arzt praktiziert jetzt nicht mehr im alten Stall
Behandelt in schmucken Räumen jetzt jeden Notfall.
Ein Grund für ihn, um auf Putz und Pauke zu hauen,
tagelang äußerst lautstark, wer soll es ihm versauen.
Feiern bis die Polizei kommt, so hallt sein Trinkspruch,
gerufen von der Nachbarschaft, kam die prompt zu Besuch.
Brüderchen, Laute Musik und Alkohol stören den Frieden,
im beschaulichen Weiler liebt man es lieber gediegen.
Trotz Sprachbarriere traf die Ansprache auf offene Ohren,
Vernunft ist besser, als in Ausnüchterungszelle zu schmoren.
Sei’s drum, ein Doktor darf auch mal am Alkohol laben,
Wodka in Maßen genossen, kann in rauhen Mengen nicht schaden.

Gleich ums Eck auf Hochstädtens schönstem Platz,
grüßt von zwei Seite als Wahrzeichen der Heckespatz.
Einer aus Kupfer geschmiedet, der andere aus Stein modelliert,
Bei der Eröffnung haben viele den Ehrenamtlichen gratuliert.
In Gemeinschaftsarbeit haben die großes erreicht,
der Mehrgenerationenplatz jetzt einem Fitnesspark gleicht.
Weil ein Sponsor hat aufgestellt dort einen Trimm-Dich-Pfad
alle Heckenpatze konditionell topfit sind bis ins Mark.
Gleich nebenan das Schachspiel noch Gehirnzellen weckt,
wird gesteigert, neben Kondition, auch noch der Intellekt.
In Hochstädten ist man stolz auf seinen Platz,
der rund um die Uhr bewacht wird vom Heckespatz

Um die alte Grundschule die Dornen-Hecken schießen,
den Blick auf das Areal ist nicht immer zum Genießen.
Projekt „Mehr Mitte“, was wurde gefeiert Investor Dag Stein,
seit einigen Jahren gehen ihm zeitlich alle auf den Leim.
Es soll kommen, Betreutes Wohnen, auf alle Fälle,
nur allem Anschein nach, tritt das Projekt auf der Stelle.
Wann hier jemand einzieht steht in den Sternen,
fest steht nur, an dieser Schule wird niemand mehr lernen.
Betreut werden sollen hier einmal die Kranken und Alten,
es vergehen wohl noch Jahre, um Einzug zu halten.
Die Architektin freute sich einst über ihre Konstrukt Elemente,
bis die umgesetzt werden, ist die junge Frau längst in Rente.
Bleibt zu hoffen, dass der Stein wird irgendwann bauen,
Betreutes Wohnen für die jetzt noch jungen Männer und Frauen.

Verliebt, verlobt verheiratet, Kirn und Kirn-Land haben sich getraut,
bleibt die Frage, wer ist Ehemann und wer ist Braut.
Das Land spendiert dem jungen Glück jede Menge Millionen,
da kochen bei allen Beteiligten hoch die positiven Emotionen.
Müller hält sogar ein flammendes Plädoyer auf die Gemeinschaft,
was die Hochzeitsgäste aus Kirn und den Dörfern doch überrascht.
Hat man doch jahrzehntelang versucht zu blockieren die Bande,
das Geschwätz von gestern ist out, Kurskorrektur wohl keine Schande.
Voll Schmetterlingen im Bauch winken Flitterwochen, dem junge Paar,
harmonisch, ungestüm und leidenschaftlich, man ist sich so nah.
Die Zukunft wird zeigen, ob die Ehe wird harmonisch verlaufen,
es liegt jetzt an den Erben der „Alten“ sich zusammenraufen.
Nach der Wahl werden die Karten diesbezüglich neu gemischt,
mit hoffentlich filzfreien Köpfen, die die Politiklandschaft erfrischt.