Kirns Bürgermeister Frank Ensminger in Aufsichtsrat des FC Bayern berufen!

Ensminger ist nunmehr Teil der Bayern-Familie! Er soll den Südwesten verterten und Fan-Artikel vermarkten.

„Mia san mia“! Das bayerische Selbstverständnis erfährt Zuwachs auf Vorstandsebene. Für viele sicherlich völlig überraschend wurde der 58-jährige Frank Ensminger in den Aufsichtsrat des großen FC Bayern München berufen. Laut einer Vereins-Pressemitteilung war wohl die Bürgermeister-Wahl ausschlaggebend für den Coup. Die Berufung wird sicherlich für Furore im Kirner Land sorgen. Die Strategie der Vereinsspitze ist nur logisch und folgerichtig: Der neue Bürgermeister der Stadt Kirn ist nunmehr in eine gehobene Position gelangt, die es ihm ermöglicht, die Interessen des Welt-Vereins im Südwesten der Republik angemessen zu vertreten.

Was im Einzelnen dazugehört, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Durchgesickert ist bereits, dass er sich in erster Linie um die Vermarktung von Fan-Artikeln im Pfälzer Land kümmern soll. Aber auch bei Transfergeschäften soll er entscheidend mitwirken. Die Depesche aus München erreichte den ohnehin Fan des „Mia-san-mia-Star-Ensembles“ just an seinem Geburtstag. „Der Deal hatte sich angedeutet. Ich bin überwältigt und einfach nur froh, ein gewichtiges Puzzle-Teil der großen Bayern-Familie zu sein“, sagt einer, dessen Engagement mit dem Tag seiner Wahl ins hohe Bürgermeister-Amt so etwas wie rechtswirksam geworden ist. Ohne Amt kein Aufsichtsrat-Posten, so lautete wohl die interne Abmachung. Das Bonbon hatte er bewusst so lange vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, bis er als Wahlsieger feststand.

Durch die die Verbundenheit mit Ensminger und der Stadt, will der für sein soziales Engagement bekannte FC Bayern die strukturschwache Region stärken und durch die Hintertür Fans dazugewinnen. In Vorbereitung ist eine Fußball-Akademie. Talentschmiede der Marke FC Bayern in Kirn – unter dieser Philosophie eine Zweigstelle an der Nahe verwirklicht werden. Vermutlich wird diese am Sportgelände Auf dem Loh umgesetzt. Ein entsprechendes Internat ist bereits in der Planung. Ensminger muss diesen in seiner Funktion als Bürgermeister nur noch absegnen. Reine Formsache, denn für solche und ähnliche Zwecke hat man ihn ja mit ins Boot geholt.

Bei ihm geht Schlag auf Schlag! Erst seine Verantwortung als Bürgermeister und jetzt noch Aufsichtsratsmitglied beim Rekordmeister. „Für mich haben sich zwei Träume gleichzeitig erfüllt“, sagt einer, der am heutigen Abend die politische Ernennungsurkunde durch die Erste Beigeordnete Christa Hermes überreicht bekommt. Für die Unterlegene sicherlich keine leichte Aufgabe, weil sie ja selbst liebend gerne auf dem Chef-Stuhl Platz genommen hätte. Das Dokument für den Aufsichtsrats-Posten, mit entsprechendem Ausweis- und Vollmachten, hatte bereits am Wochenende in München in Empfang nehmen dürfen. Als Willkommens-Geschenk, bekam er eine komplette bayrische Tracht auf den Leib geschneidert. Die geplante kleine Feier danach musste wegen der Corona-Krise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Für Ensminger ist der heutige erste April ein Freudentag, weil er just an seinem Wiegenfeste Beruf und Hobby unter einen Hut bringen kann. Und das scheint erst der Anfang. Auch die SIMONA hat Interesse an einer Verpflichtung des Liberalen bekundet. „Für Ensminger haben wir extra einen Posten im Aufsichtsrat freigehalten“, heißt es auf Nachfrage von Vorstandsseite aus. Der Kunststoff-Hersteller verspricht sich durch das Engagement einen direkten Draht zur Stadtpolitik. Ensminger dazu: „Simona und meine Fachkompetenz als Einzelhandelskaufmann, da wächst was zusammen, was zusammengehört.“ Weitere Posten in Industrie und Handel hat das Multitalent schon im Fokus. Der Freie Demokrat stehen derzeit alle Türen offen.  

Doch zunächst hat er sich die Stadtpolitik auf die Fahnen geschrieben. „In der Stadt gibt es viel zu tun, packen wir es gemeinsam an,“ lautet seine Parole. Zeit zum Durchatmen bleibt da leider wenig Zeit. Im Sommer dann, wird der große FC Bayern seinem neuen Aufsichtsratsmitglied in seiner Heimatstadt vorspielen. Angedacht ist ein Gastspiel auf dem Loh. Gegner wird die Landesligamannschaft vom VfR 07 Kirn sein. Vorsitzender Jörg Nikodemus ist schon eingeweiht. Der ganze Verein steht Kopf, ließ er wissen. Rund 6000 Besucher fast die Sportanlage auf dem Loh. Der Kartenvorverkauf für die Begegnung am Kerbe-Samstag soll im Mai anlaufen. „Bis dahin wird Corona hoffentlich kein Hindernisgrund mehr sein“, hofft Nikodemus auf ein schnelles Ende der Pandemie.

Keine Frage, Ensminger ist schon jetzt ein Glücksfall für die Stadt. Seine Kontakte werden gewiss für viel Aufschwung sorgen. Vorteil, sein Handy hat er immer im Auge. Rund um die Uhr erreichbar zu sein, war letztlich auch ausschlaggebend für den Rekordmeister Ensminger mit ins Boot zu holen. Fußball aus München und günstige SIMONA-Rohre für Baustellen im Stadtgebiet sind schon unter Dach und Fach. Was kommt als nächstes? Wenn er es jetzt noch schafft einen Ehren-Posten bei der Diakonie zu ergattern, dann dürften auch die ständigen Gerüchte hinsichtlich Standort-Schließung des Krankenhauses endgültig verstummen.