Bürgermeister soll es geben

Glosse

Es soll landauf, landab ja ganz gerissene Ortsbürgermeister geben, die auf Landbesitz so hinterher sind wie der Teufel hinter der armen Seele. Egal ob in Traumlagen oder in Heckenlandschaften – Hauptsache Grundbesitz. Von daher liegt es nur in der Natur der Sache, dass so manche Amtsträger immer dann die Ohren besonders spitzen, wenn Grundstücke auf dem Markt zu haben sind. Nur logisch, denn was nützt das Ersparte in der momentanen Niedrigzinsphase auch auf der Bank . Nicht selten werden ja gerade diese Amtsträger auch als erstes über zu erwerbenden Grund und Boden informiert. Städte und Ortsgemeinden, so steht es meistens in Gesetzen und Vorschriften niedergeschrieben, genießen entweder grundsätzlich oder in begründeten Ausnahmefällen gewisse Vorkaufsrechte.

Doch aufgepasst! Nicht selten schnappen Bürgermeister vorab zu, gewissermaßen an den Gremien vorbei.  Immer gerne bei Filetstücken. Warum die auch unnötig belasten, wenn ein Deal auch unkomplizierter eingefädelt werden könnte. Vielleicht so: Kleiner Aufschlag für den Eigentümer und schwupp, sind Vorkaufsrechte zwar unlauter, aber elegant ausgehebelt. Muss ja niemand wissen. Stellt sich die Frage, ob Bürgermeister, die so tricksen und handeln, noch in ihren Ämtern bleiben dürfen? Ja, sie dürfen! Warum? Nun, weil sie es können und weil Teile der Zunft es schon immer so handhabten. Geheim und im Verborgenen ziehen sie ihre Strippen mit der Gelassenheit eines Androiden.

Nun, sollen hier ja keine Pauschalurteile gefällt werden. Anrüchiges Erwerben von Land, analog der zuvor geschilderten Art und Weise, werden hier und anderswo sicherlich die Ausnahme bilden. Sprichwörtlich bestätigen die allerdings die Regel, wie Verkäufer aus hiesigen Breitengraden nicht nur glaubhaft versichern, vielmehr sogar belegen. Möge jeder selbst den Wahrheitsgehalt aus dem leicht überspitzt dargebotenen Meinungsbeitrag für sich selbst heraussaugen.