Buenos días. Willkommen ihr Urlauber aus Spanien!!!

Spanische Gäste haben das Kirner Land ins Visier genommen. Die ganze Region ist begeistert!!! Bild Michael Müller

„Erbarmen – zu spät, die Spanier kommen“! Da haben doch die Südländer tatsächlich unsere Region als Touristenziel entdeckt. Den Deutschen ist der Strand am „Ballermann“ heilig und den Spaniern im Gegenzug die Schülerkiesel und das Kirner Land? Warum nicht? Selbst die Titelzeile im Öffentlichen Anzeiger zielt genau in diese Richtung: „Selbst Spanier buchen Urlaub im Kirner Land“. Olé!!! Unsere Region eine spanische Enklave? Schaut ganz danach aus. Man kann die Vorfreude förmlich spüren. Die in dieser Form nicht für möglich gehaltene Botschaft aus den Büros der Verbandsgemeinde hat ihre Signalwirkung jedenfalls nicht verfehlt. Die Volkshochschule kann sich kaum noch retten vor Anmeldungen. „Alle Spanisch-Kurse sind ausgebucht“, informiert Lena Lorenz. In der ersten Reihe sitzen die Bürgermeister, dahinter folgen einige Verwaltungsangehörige sowie Fremdenführer und Taxifahrer. Frank Ensminger haftet bereits nach der ersten Stunde ein neidvoller Streber-Status an. Der von Haus aus südländische Typ der Marke DONJUAN versteht sich wie kein anderer auf das charakteristische spanische Lispeln.

Parallel sucht der Kirner el alcalde eine Städtepartnerschaft – vorzugsweise ein Kleinod mit Bootsanlegesteg am Meer. Wenn schon, denn schon! Einen regelrechten Boom erfährt der Flamengo-Tanzkurs beim TUS. Erste Kostproben sollen bei der nächsten Stadtratssitzung präsentiert werden. Die spanischen Flaggen werden in allen Größen von den Landfrauen genäht und die Brauerei versucht sich an einem Biergenuss mit spanischer Note. Salud! Kurzum, das Kirner Land ist vorbereitet. Gleiches gilt im Übrigen für die Gastronomie. Die zeigt sich gerüstet für den südländischen Ansturm. Paella und Calamares stehen auf den Speisekarten ganz weit oben. Warum auch nicht, denn am Ballermann bekommen die Deutschen ihre Leibgerichte Weißwürste und Schnitzel ja auch an jeder Straßenecke. Investoren geben sich im Bauamt schon die Klinke in die Hand. Geplant sind Hotels in allen Preisklassen. Wenn’s läuft, dann läufts! Siesta mit literweise Rioja auf der Schülerkiesel, zwischendurch Tapas an der Bar und danach Stierkampf in der Arena auf dem Loh – was will Spanier mehr? Wobei, das mit dem Tod des Stiers endende Spektakel ist allerdings sehr umstritten und daher nur schwerlich anzubieten. Darüber hinaus gelten die Hunsrücker Exemplare als eher träge Viecher.

Mañana, mañana? Die Spanier lassen sich immer viel Zeit. Der gesamte Tagesrhythmus ist bei den Südländern ein bisschen anders als in Deutschland. Darauf wird sich das Kirner Land einstellen müssen. Ob die unsere Vital-Touren beleben, tagein tagaus mit Sombrero, Stock und Wanderschuhen im Kirner Land unterwegs sein? Berge statt Strand? Abwarten! Hunsrücker und Spanier – eine Symbiose für die Zukunft? Wir sind bereit und begrüßen sie mit einem lautstarlen „Ola“, zumal Spanier als sehr gesellig gelten und ihre Zeit gern mit anderen Menschen verbringen. Sie sind üblicherweise stets offen und auch zu neuen Bekanntschaften meist überaus freundlich – passt! Fazit: Das Kirner Land heißt unsere spanischen Urlauber aufs Herzlichste willkommen. Ganze Unterhaltungs-Pakete sind vorsorglich schon geschnürt worden. Buenos días. Mögen sie in Scharen kommen, unsere spanischen Freunde.