Bleibt der Wall oder muss der weg??

Der monströse Erdwall XXL erhitzt nach wie vor die Gemüter. Der hat sich mittlerweile sogar zu einem regelrechten Magneten für Schaulustige gemausert. So berichten es zumindest die Betroffenen. Wie kann so etwas genehmigt werden? War das in diesem Ausmaß so vorhersehbar? Hatte die Stadt eine solche Dimension mit allen einhergehenden Konsequenzen in dieser Form überhaupt auf dem Schirm? Kein Wunder also, dass sich der Haupt- und Bauausschuss bei seiner jüngsten Sitzung mit dem heiklen Thema auseinandersetzen musste. Müssen deshalb, weil der Druck auf dem Kessel in den öffentlichen Medien – mutmaßlich auch nach der Bekanntmachung durch den Blog Hochstetten-Dhaun-Info – und den entsprechenden Kommentaren danach, ziemlich groß geworden ist. 

Scheinbare Einigkeit im Gremium herrschte darüber, dass man das so nicht beschlossen habe und auch in dieser Form nicht wollte. Prima, dann ist ja alles im Lot. Der Wall wird wieder abgetragen und das Gelände auf Ursprungs-Niveau zurückgebaut. Ende gut alles gut! Halt, so einfach wird das dann wohl doch nicht werden. Dass eine entsprechende Depesche an den Verursacher, via Kurier, heute noch das Rathaus verlässt, daran darf getrost gezweifelt werden. Warum? Nun, erst müsse man sich das mal ganz genau anschauen, heißt es nämlich weiter im Zeitungsbericht. Einen Geologen gelte es hinzuzuziehen. Hmm, klingt mehr nach den üblichen Reflexen aus Amtsstuben, als nach einer unbürokratischen schnellen Lösung. Merke, den Rat eines Experten braucht es nicht, wenn man die Erde wieder fein säuberlich abträgt. Einfach nur veranlassen – notfalls nach dem Prinzip des gesunden Menschenverstandes. Inwieweit der Anwendung findet, darf jedoch bezweifelt werden. Dem stehen meistens Gesetzmäßigkeiten und Rechtsvorschriften entgegen, die solche Eingriffe am Ende des Tages dann doch noch erlauben. Die Gebote der Fairness werden bei solchen Prozessen meist außer Kraft gesetzt. Anwohnerfreundlichkeit geht anders.

Zu guter Letzt noch zwei Hinweise: Lieber Herr Bürgermeister, beim Spatenstich vor drei Jahren kommunizierten Investor und beteiligte Banken, dass das Baugebiet innerhalb von zwei Jahren komplett vermarktet wäre. Der Blog war dabei und hatte die entsprechenden Aussagen und positive Prognosen fein säuberlich auf seinen heute noch vorhandenen Zettel notiert. Passiert ist seither nichts – abgesehen vom „klein Häuschen“ des Investors. Zu Ihrer Aussage, „der Bauherr habe das gesamte Gelände aus einem Guss modelliert“, ist zu sagen, dass er das zwar getan hat, aber auf einer weitaus höheren Ebene als das Ursprungs-Niveau. Das letzte Anwesen Paul-Ehrlich-Straße sitzt viel tiefer, sodass auch zu diesem ein regelrechter Wall aufgebaut worden ist. Hätte man die Linie nicht weiterführen müssen? Dann wäre doch alles in petto gewesen. Den Erdwall in dieser Form hätte es niemals gegeben und auch nicht die Diskussionen danach. Man darf gespannt sein, wie sich die Angelegenheit weiterentwickelt. Den jetzt nackten Grund nur mal bissel begrünen und für einen geregelten Wasserabfluss zu sorgen, wird da nicht ausreichen, um die entstandenen Wogen zu glätten.