Bettina Dickes gerüffelt, Hundsbach veräppelt – Wirstchaftsminister Volker Wissings peinlicher Auftritt in der Fensehsendung „Zur Sache Rheinland-Pfalz“!

In welcher Welt leben wir eigentlich?  Auf die Frage des SWR an den Wirtschaftsminister Volker Wissing, konkret zur Breitbandversorgung in Hundsbach, antwortete der verallgemeinernd und oberlehrerhaft: „Was der Landkreis da gemacht hat, welcher Fehleinschätzung die Landrätin bei den Vertragsverhandlungen unterlag, weiß ich nicht.“ Arrogant und von oben herab rüffelte er Landrätin Bettina für ihr Verhandlungsversagen. Anstelle zu helfen, nur Schuldzuweisung. Das wars! Pfui!!! Anstatt den Hundsbachern eine Perspektive aufzuzeigen, zeigte er denen bloß die kalte Schulter. Gemäß dem Motto, „was geht mich das an“ ließ er das Aufbegehren nur an sich abperlen. Politiker, die sich so abweisend gegenüber ihrem Wahlvolk verhalten, braucht es nicht. Der Wirtschaftsminister sollte sich für diesen Auftritt schämen. Aber sowas von.

Was ist passiert? Nun, Hundsbach fühlt sich abgehängt. Zwar soll ein Glasfaserkabel durch den Ort geführt werden, aber das ist ausschließlich für die Nachbargemeinde Limbach vorgesehen. Anschlüsse sind nicht vorgesehen, und dies, obwohl es doch so einfach wäre. Die Methode „nur gucken, nicht anfassen“ gleicht einer Provinzposse. Die kleine Gemeinde im Kreis Bad Kreuznach mit mehreren hundert Einwohnern wird zurzeit per Richtfunk mit Internet versorgt. Laut Vertrag wird eine 16.000er Leitung garantiert, zurzeit komme er auf 1,2 MBit. Bei dem damaligen Förderprogramm von Bund und Land gab es klare Vorgaben. Warum kann Hundsbach nicht angeschlossen werden? Laut Förderrichtlinien habe ein Haus nur dann angeschlossen werden können, wenn es unter 30 MBit liege oder wenn es keinen Anbieter gebe, der dieses Ziel eigenwirtschaftlich binnen drei Jahren erreiche. Das habe der bisherige Netzbetreiber in Hundsbach aber zugesagt – der Ort galt damit als versorgt.

Pustekuchen! Dem ist nicht so. Es wäre für Wissing ein leichtes gewesen nachzujustieren. Er hat den Beitrag des SWR live im Studio mitverfolgen können. Er hat die Misere gesehen. Kein Signal von ihm! Im Gegenteil: Lieber warf er der Landrätin Versagen vor. Geht’s noch! Angesichts seiner Ignoranz muss man sich nicht wundern, wenn die Bürger sich von der Politik abwenden. So hätte man sich seine Reaktion gewünscht:

„Nein, das geht gar nicht. Wenn Kabel durch den Ort gelegt werden und die Misere im Dorf trifft so zu, dann werden wir dafür sorgen, dass Anschlüsse in Hundsbach gelegt werden können. Egal wer und ob Fehler in der Planung gemacht wurden, werden und müssen wir gemeinsam einen Sonderweg finden, damit die Menschen nicht abgehängt werden. Alles andere kann man denen ja nicht vermitteln. Ich werde mit der Landrätin in Kontakt treten, um alles notwendige zu besprechen!“

So wäre ein Schuh daraus geworden. Wissing fehlt es offenbar am notwendigen Gespür. Die Hundsbacher hatten sich Hilfe erhofft und eine Abfuhr bekommen. So etwas tut man nicht Herr Minister! Hundsbacher, merkt es Euch. Unwählbar, der Mann!