Bereitschaftsdienstzentrale in Kirn schließt aus heiterem Himmel: Eine rein bürokratische Entscheidung schwächt das Krankenhaus erneut!

Was für ein Schlag in die Magengrube! Zur Unzeit schließt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Sommer die Bereitschaftsdienstzentrale. Wörtlich heißt es dazu in der Pressemitteilung: „Am 1. Juli 2020 wird die Ärztliche Bereitschaftspraxis Kirn in umliegende Bereitschaftspraxen integriert. Patientinnen und Patienten müssen sich dann an umliegende Ärztliche Bereitschaftspraxen wenden.“ Will heißen, die Fahrten nach Idar-Oberstein oder Bad-Kreuznach sind unvermeidbar. Der Schuss aus der Hüfte zeigt Treffer-Wirkung, verbunden mit einer weiteren Schwächung des Standortes. Danke KV! Danke für nichts! Danke für den vielleicht schon Todesstoß! In der Begründung heißt es, die Auslastung der BDZ in Kirn sei nur sehr gering gewesen, weshalb sich die KV zu diesem Schritt entschlossen habe.

Es geht wieder mal nur um die Kohle. Der Mensch zählt nicht die Bohne, wenn die hohen Herren die Statistiken durchstöbern, um danach den Daumen nach oben oder unten zu zeigen. Da hilft es auch wenig, wenn die KV auf Drängen der Politik vor Ort einen Alternativvorschlag, speziell für Kirn, unterbreitet. Der sieht einen Besuchsdienst vor. Bravo, das funktioniert niemals reibungslos und kann auch bei weitem kein Ersatz sein. Punkt!  Demnach wird zwar die Bereitschaftsdienstzentrale in der jetzigen Form letztmals am 30. Juni geöffnet sein, ab dem 1. Juli aber ein mobiler ärztlicher Bereitschaftsdienst zur Verfügung stehen, der bei den Bürgern, die keine Möglichkeit haben, den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Idar-Oberstein anzufahren, in koordinierter Form Hausbesuche durchzuführen. In der Praxis sollen Ärzte im Ruhestand die rollende Arztpraxis übernehmen.

NEIN, ein Gesamtkonzept für das Kirner Krankenhaus, in dem ein Rädchen ins andere greift, sieht anders aus. Sorry, so wird das nix mit einer Rundum-Versorgung. Erschreckend das Statement von VG-Bürgermeister Thomas Jung dazu: „Ich habe vollstes Verständnis für die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, angesichts der geringen Auslastung diese Umstrukturierung durchzuführen“! Geht’s noch! Klingt nach Dolchstoß oder Schnellschuss. So einen Satz darf er nicht einmal denken, geschweige denn aussprechen. Gerade jetzt, wo Kirn ums Überleben kämpft. Lieber TJ, erst überlegen, dann reden. Es sind solche Aussagen, die der BI sowohl als Organisation vor den Kopf stoßen, als auch den vielen unermüdlichen Kämpfern den Atem rauben. Man hätte sich diplomatischer ausdrücken können.