Baugebiet Scheiberling, ein Feuchtgebiet?

31 Bauplätze sollen in der Gemarkung „Im Scheiberling“, Richtung Simmertal, neu entstehen. Doch stimmt das Paket? Eine Einschätzung:

So soll die Anordnung einmal aussehen; Parzellen rechts und links der Ringstraße.

Hausplaner aufgepasst: In Hochstetten kann bald wieder nach Herzenslust gebaut werden. Konkret ist das in der Gemarkung „Scheiberling“ am nordöstlichen Teil mittelfristig der Fall. In zwei Ausbaustufen soll dort ein Anschlussgebiet mit insgesamt 31 Parzellen, alle in gemeindebesitz, entstehen. Der Ortsgemeinderat hat bereits vor längerer Zeit grünes Licht gegeben. Die Anlegung einer Erschließungsstraße, die eine Verlängerung der „Alten Straße“ wird, steht unmittelbar bevor. Diese Art und Weise der Anbindung ist jedoch strittig, war sie auch schon, als der Ortsgemeinderat die Verwaltung in 2010 beauftragte den Bebauungsplan aufzustellen. Damals kam es schon zu heftigen Diskussionen zwischen Bürgern und Politikern. Der Tenor der Debatte war seinerzeit die Befürchtung einer wachsenden Verkehrsbelastung der „Alten Straße“ und des „Hellbergblicks“. Die Bewohner stöhnen schon jetzt unter der massiven Blechlawine über Ortsstraßen, die ihrer Ansicht nach für die Häufung nicht ausgelegt sind.

Und die Aussichten werden durch die nochmalige Ausdehnung in Richtung Simmertal nicht besser. Im Gegenteil: Dem Lastkraftwagen für die Bautätigkeit folgen dann die Autos der späteren Hauseigentümer. Eine Chance auf Entlastung ist nicht in Sicht. Der eher stille Protest wird nicht offen ausgetragen, weil die Anlieger, angesichts kommunizierter Alternativlosigkeit aus den Amtsstuben heraus, scheinbar resignieren. Dabei böte sich durchaus die Chance Einfluss zu nehmen, nämlich dann, wenn alle für die Verfolgung ihres Zieles an einem Strang zögen.

Dabei sollten diese nicht unberücksichtigt lassen, dass der zu erwartende Schwerlastverkehr zu und von den Baustellen gewiss zusätzliche Straßenschäden verursacht, deren Instandsetzung später einmal über Anliegergebühren finanziert werden müssen. Allein aus diesem Grund lohnt es sich für eine gesonderte Anbindung die Ärmel hochzukrempeln und zu kämpfen.

Die Steillage bietet gute Aussichten; jedoch ist der Untergrund bisweilen ein Feuchtgebiet.

Des einen Leid, des anderen Freud. Bauwillige werden von diesen innerdörflichen Misstönen sicherlich nichts mitbekommen. Im Gegenteil: „Scheiberling“ bietet Alternativen. Doch sind die wirklich so attraktiv? Eher nein, weil der Steilhang zwar schöne Panoramablicke über das Nahetal verspricht, allerdings auch Wasser führt. Will heißen, der Hang ist Nass. Am auffälligsten im unteren Teil unmittelbar nach der Kurve, dort wo die ersten Parzellen rechts und links der Straße beginnen. Selbst in heißen und trockenen Sommern, etwa 2018, kann man in diesem Bereich stellenweise in sumpfähnlichen Passagen versinken. Was das Grundwasser anrichten kann, davon wissen Hausbesitzer am Übergang hin zur Straße „Im Ameisacker“ zu berichten. Wegen Mauerfeuchtigkeit mussten die schon ihre Keller trockenlegen und Drainagen aufwendig erneuern.

Daher sollten zukünftige Bauwillige eine solide Abdichtung von außen auf keinen Fall vernachlässigen, um Folgeschäden zu vermeiden. „Lieber gleich mehr Geld in die Hand nehmen, weil es später richtig teuer wird“, mahnen Anlieger aus dem Nachbargebiet. Ihr Tipp an mögliche Grundstückskäufer: „Gummistiefel bereit halten“, weil ihren Beobachtungen nach vor allem bei längerem Regenperioden im Hang regelrechte Bachläufe entspringen. Zukünftige Häuslebauer sollten sich daher ihre Wunschparzellen vor dem Kauf genau anschauen und notfalls ein Bodengutachten in Auftrag geben und zwar noch vor dem Kauf. Dieses wird zwar im Genehmigungsverfahren ohnehin verlangt, allerdings ist dann das Geschäft mit der Ortsgemeinde schon abgewickelt. Darauf bautechnisch zu reagieren, kann im Falle eines Falles richtig teuer werden.

Mein Tipp: Überlegen Sie gut, bevor Sie sich sich im Baugebiet „Scheiberling“ den Traum von den eigenen vier Wände verwirklichen wollen. Wer keine Ahnung vom Hausbau hat und trotzdem ein neues Heim will, sollte sich gemäß dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, im Vorfeld den neutralen Rat eines ausgewiesenen Fachmannes einholen. Prüfen Sie akribisch.

Trennstrich markiert zwei Etappen der Erschließung Bild pfr

Eine erneute Pressemeldung im Mai 2019 lässt aufhorchen! Hausplaner aufgepasst: Im Baugebiet Scheiberling in Hochstetten kann bald wieder nach Herzenslust gebaut werden. Des einen Leid, des anderen Freud. Während Bauwillige bereits auf die Meldung warten, dürften die Anlieger der Alten Straße sowie des Hellbergblicks not amused über die Ankündigung der Ortsgemeinde sein. Startschuss schon 2020 bedeutet für sie eine erhebliche Mehrbelastung durch den Schwerlastverkehr, inklusive eines dauerhaften höheren Verkehrsaufkommens durch 31 weitere Häuser am Ortsrand Richtung Simmertal. Ein Ärgernis, was die Ortsgemeinde allerdings billigend in Kauf nimmt. Hochstetten muss ja wachsen. Die Betroffenen nehmen es ja auch ohne größere Proteste anzumelden hin.

Sie scheinen äußerst leidensfähig zu sein. Alternative Anbindungen werden erst gar nicht in Erwägung gezogen. „Zu teuer“, heißt es stets kurz und knapp. Teuer könnte für Häuslebauer auch der Traum für die eigenen vier Wände werden. Aufgepasst, der Hang führt nämlich Wasser, selbst in Dürre-Sommern. Nasse, sumpfartige Flecken, befinden sich vor allem im unteren Bereich. Daher, wer hier ein Grundstück für den Bau eines Hauses erwirbt, sollte nicht nur Lage und Preis berücksichtigen. Wichtiger ist es darauf zu achten, ob der Grund und Boden für den Bau eines Hauses geeignet ist. Zumindest die Nässe im ganzjährig wasserführenden Hang lassen Zweifel an einer einfachen Umsetzung, ohne aufwendig und teuer gegensteuern zu müssen, aufkommen. Womöglich sind erhebliche Mehrkosten einzuplanen.

Was geschieht, wenn Keller und Wände nicht den Umständen angepasst werden, wissen schon einige Anlieger vom Nachbarbaugebiet zu berichten. Ruhig mal klingeln und nachfragen. Könnte durchaus gewinnbringend sein und einem die Augen öffnen. Teilweise mussten die schon erheblich nachisolieren. Das kostet Geld und Nerven. Wasser spielt beim Hausbau grundsätzlich eine große Rolle. Sickerwasser sollte sich nicht stauen und auch ein hoher Grundwasserspiegel ist eher negativ. Gut, dass heutzutage Bodengutachten für die Erteilung einer Baugenehmigung erforderlich sind. Die sollten Interessenten schon in Auftrag geben, bevor sie ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag setzen. Dnn wird der Traum vom eigenen Haus auch kein Albtraum. Inwieweit die Ortsgemeinde bei verkaufsgesprächen über mögliche Nässe aufklärt, darf bezweifelt werden. Springt der Blog eben ein. Jetzt und in Zukunft.