Ausleihe-Praxis

Alle sind gleich, aber manche sind gleicher!

Man stelle sich vor, Radlader wären grundsätzlich mit elektronischen Fahrtenschreibern sowie GPS-Systemen ausgestattet. Auf den Chip-Karten ließen sich dann auf die Sekunde genau rekonstruieren, wo und wann sich die Schaufeln im Dienst der Ortsgemeinde heben und senken. Eine solche Technik stünde für absolute Kontrolle. Vermerkt wäre darauf natürlich auch, inwieweit die vielseitig verwendbaren praktischen Arbeitsgeräte außerhalb ihrer dienstlichen Einsatzzeiten, also an Wochenenden, zweckentfremdet Betriebsstunden ableisten.

Und dass kommunale Radlader auch in privaten Löchern buddeln, daran zweifelt im Grunde niemand. Nur, welche Personen kommen in diesen exklusiven Genuss? Sicher nicht die Kaste der Otto-Normal-Bürger. Während die gezwungen sind Ausleihen bei Fachhändlern gegen Bares voranzutreiben, greifen Volksvertreter hier und anderswo gerne auf gemeindeeigene Werkzeuge und Hilfsmittel zurück. Nun ja, alle sind gleich, aber manche sind eben gleicher! So scheint VG-Beauftragter Werner Müller eine Art „Wild-Card“ für den Radlader aus dem Fuhrpark der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun zu besitzen. Wer hat die nur ausgestellt? War es Bürgermeister Hans-Helmut Döbell? Und warum greift er nicht auf Arbeitsgeräte aus seiner Heimatgemeinde zurück? Wäre doch viel einfacher und noch dazu vor der eigenen Haustür.

Dass der quietschgelbe Volvo aus dem Tal bereits mehrfach in Hennweiler seine Runden außerhalb eines offiziellen Auftrages drehte, ist so etwas wie ein offenes Geheimnis. Ein Einzelfall? Wohl eher nicht. Es ist jedoch nicht korrekt, dass über Steuern finanzierte Werkzeuge nur von Kommunalpolitikern privilegiert für private Arbeiten genutzt werden dürfen. Entweder alle oder keiner. Es müsste eine Gebühr eingeführt werden, die ebenso private Nutzungen ermöglicht. Jeder hätte eine Chance und der Preis wäre für alle gleich.

Hinter vorgehaltener Hand wird über solche und andere Ausleihen längst mehr getuschelt, als es den Protagonisten lieb und teuer sein kann. Solche, meist im geheimen organisierte, geheimen Radlader-Übergaben sind nicht nur anrüchig, sondern in Art und Ausführung einfach nur peinlich geschweige denn den Menschen, die nicht die Möglichkeit einer „unbürokratischen“ Ausleihe haben, vermittelbar.