Am 10. April 246 Infizierte im Landkreis? Grobe Hochrechnung der Corona-Fallzahlen sowie eine Analyse für den Landkreis Bad Kreuznach anhand eines Modells:

Blicken wir mal in die Zukunft? Es herrscht die viel zitierte Ruhe vor dem Sturm! So zumindest sehen es alle Experten. Das Coronavirus hat seine Hochphase noch nicht erreicht. Nicht in Deutschland, nicht in Rheinland-Pfalz und auch nicht im Landkreis Bad Kreuznach. Doch wie werden die nächsten Wochen verlaufen? Mathematisch lässt sich eine Tendenz anhand der Fallzahlen errechnen. Grundlage dafür ist der Tag Null am 10. März mit der ersten Erkrankung im Landkreis Bad Kreuznach sowie die täglichen Fallzahlen in der Folge bis zum 30. März. Heruntergebrochen auf den Landkreis, könnte sich folgendes Bild einer vagen und groben Prognose ergeben:

Mit Hilfe der täglich neu gemeldeten Fallzahlen, die auf der Seite des Kreis Bad Kreuznach im Internet abrufbar sind, lässt sich eine tägliche Wachstumsrate erkennen, auch ein Trend ist ableitbar. Betrachtet man die letzten drei Tage, so haben wir eine momentane tägliche Wachstumsrate von ca. 8,5%. Die aktuelle Wachstumsrate vom Montag den 30.03.2020 beträgt 6,5%. Da eine tägliche Vorhersage mit solch kleinen Fallzahlen sehr ungenau sein kann wird im Folgenden eine Wachstumsrate von ca. 8,5% angenommen, da die sich auf Werte der vier vergangen Tage stützt. Bei dieser Wachstumsrate an Erkrankungen beträgt die Verdopplungszeit (die Zeit bis es dauert bis sich die aktuellen Fallzahlen verdoppeln) ca. 8,5 Tage. Im Vergleich dazu kann man die erwartete Verdopplungszahl des Landes Rheinland-Pfalz (ca. 5,8 Tage) und Deutschlands (5,5 Tagen) nennen.

Das Wachstum ist folglich zunächst nicht so stark zu erwarten wie landes- oder bundesweit, was damit zusammenhängen kann, dass es doch recht lange bis zum ersten bestätigten Fall im Kreis Bad Kreuznach gekommen ist und so die Maßnahmen zu einem früheren Zeitpunkt greifen konnten. Zu beachten ist aber natürlich auch eine erwartbare Dunkelziffer an Infektionen, welche verborgen bleibt. Da die Versorgung mit Tests und allgemeine medizinische Versorgung in Deutschland besonders gut zu greifen scheint, ist diese womöglich allerdings gar nicht so hoch wie manch einer vielleicht denkt.

Doch wie können wir von diesen verbrieften Zahlen in die Zukunft schauen? Nun mit Hilfe der bekannten Kennzahlen und groben Annahmen über die Verbreitung der Krankheitsfälle, sowie unter Berücksichtigung des Krankheitsverlaufes und der getätigten Maßnahmen lässt sich ein Modell erstellen, welches die Vorhersage des Verlaufes näherungsweise zeigen kann. Diese Voraussagen sind ungenau und hängen stark von Annahmen ab, welche nicht genau zu fassen sind. Trotzdem wage ich einen Versuch, denn ich habe den Luxus der Freiheit wild ins Blaue spekulieren zu können, ohne dass diese Zahlen und das Modell belastbar sein muss. Hier ein Blick in die Glaskugel:

Diese (oder besser gesagt das Modell) errechnet eine Höchststand an Erkrankten mit 169 erkrankten Menschen am 10.April. Die bisher Gesamtinfizierten (mit genesenen Patienten) wären 246 knapp 1,5x so hoch. Der stärkste Neuanstieg an Patienten gäbe es am 05.April mit 10 Fällen (da dies ein Sonntag ist sind diese bestätigten Fälle an diesem Tag nicht unbedingt so zu erwarten, da der Sonntag bisher deutlich niedrigere gemeldete Fallzahlen aufwies). Nach dem 10. April wäre der Höchststand erreicht, was natürlich heißt, dass es weiterhin Neuinfektionen geben wird, die Geschwindigkeit der Ausbreitung aber langsamer werden sollte.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Coronavirus rein gesundheitlich betrachtet, den Landkreis wohl nicht so hart treffen wird wie anderswo. Eine Lockerung der Beschränkungen sind aber reine Zukunftsmusik, die Lage kann sich täglich ändern. Jetzt über das Ende der Maßnahmen nachzudenken ist verfrüht. Trotzdem kann unsere Region hoffnungsvoll den nächsten Tagen und Wochen entgegensehen. Vorausgesetzt die Menschen halten sich an die auferlegten Beschränkungen, da diese notwendig scheinen, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen. Wir können nur auf eine Erholung und Lockerung der Maßnahmen in der Zukunft hoffen, diese wird aber irgendwann kommen, so viel steht fest.

Die Angaben sind natürlich ohne Gewähr. In vier Wochen wird Bilanz gezogen und die angestellten Berechnungen überprüft.