Allgemeine Zeitung

Nahebrücke nicht schwerlasttauglich

Die Meldung in der Allgemeinen Zeitung ist im Kern ja nicht neu. Dennoch liest sie sich so, als hätte der Stadtschreiber von Schilda höchstpersönlich das Drehbuch geschrieben:  Seit Januar 2018 dürfen Über 44 Tonnen schwere Lastkraftwagen die Nahe-Brücke bei Hochstetten-Dhaun nur noch alleine passieren. In der täglichen Praxis hieße das nach vorheriger Anmeldung und unter Ausschluss des restlichen Verkehrs.

Polizeibegleitend, versteht sich. Der Grund: Eine neue EU-Richtlinie und eine statische Neubewertung durch den Landesbetrieb für Mobilität (LBM). So weist die Brücke laut LBM „bauzeitbedingte Defizite“ auf. Die Tragwerke genügen teilweise nicht mehr den Ansprüchen sowie europäischen Standards. Darüber hinaus fährt heute viel mehr Verkehr über die vor 50 Jahren konzipierte Brücke.

Häh????? Wurde nicht eben diese Brücke erst vor wenigen Jahren aufwendig saniert? Zeitintensiv und für jede Menge Kohle. Wie die AZ jetzt recherchierte, wurde lediglich eine Fahrt eines 44-Tonners in 2018 angemeldet. Die Folge: Eine beidseitige Sperrung für die Dauer der Überfahrt. Tatsächlich dürften jedoch hunderte schwerer Brummis mehr die Brücke passiert haben. Ob legal oder illegal, spielt keine Rolle. Fakt ist, die Statik leidet.


Stellt sich jedem normaldenkenden Menschen die Frage, warum hat man die Sanierung seinerzeit nicht den geforderten Standards angepasst beziehungsweise warum hat man die Brücke nicht gleich neu konzipiert und damit die sich gebotene Chance genutzt, diese harmonisch in die Ortsumfahrung einzubinden. Ohne enge Kurve am Ortseingang, sondern großzügig Drumherum. Man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass mittelfristig eine neue Brücke die alte, frisch sanierte, ersetzen wird müssen. Zu Lasten der Steuerzahler, versteht sich. Man, man, man – was für eine unnötige Verschwendung.

Nun soll die Polizei ausbaden, was die Ingenieure sehenden Auges vermasselt haben. Theoretisch zumindest. Praktisch dürften die Beamten diese Aufgabe eher ohnmächtig gegenüberstehen. Was sollen die Ordnungshüter denn noch alles im Blick haben? Mehr Aufgaben mit immer weniger Personal – da kommt diese Brücken-Posse zur Unzeit. Bitte hinten anstellen, ist man geneigt hinzuzufügen.

Man darf gespannt sein, wie sich die Angelegenheit in den nächsten Jahren entwickeln wird. Wird neu gebaut? Gipfelt das Ganze im Modell Schiersteiner Brücke, so mit LKW-Sperren und Dauerposten für lückenlose Überwachung?

So hätte eine neue Brücke geplant werden können.

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