Wochenrückblick 5. Juli

„Ach Du faules Ei!“- Nach der Wahlschlappe ist vor der Suche nach dem faulen Ei. Wer aus den eigenen Reihen hat Peter Wilhelm Dröscher die Gefolgschaft verweigert? Wer hat es am Wahlabend gewagt nicht mit den Wölfen zu heulen? Nun, die „Nein-Stimme“ aus den eigenen Reihen war zwar nicht ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage, aber dennoch hätte man doch sicherlich gerne gewusst, wer der Abweichler war. Aber wie lässt sich so ein faules Ei enttarnen und danach aus dem Körbchen mit den verbliebenen einwandfreien Eiern entfernen? Man kann es weder am Geruch, noch an Äußerlichkeiten erkennen. Blöd, ein faules Ei trägt grundsätzlich auch kein Schild mit entsprechender Aufschrift darauf um den Hals oder verrät sich durch ein entsprechendes Tattoo. Was also tun, wenn es sich nicht selbst stellt? Nun, da ist guter Rat teuer. Vielleicht sollten die Genossen aber einfach faules Ei faules Ei sein lassen und lieber ihren Fokus auf eine generelle Neuausrichtung richten. Wäre sicherlich klüger, als sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Eine „Weiter so“ war im Stadtrat einfach nicht gewollt. „Basta“, um es mal mit dem Schröder-Zitat schlechthin auf den Punkt zu bringen! Alles sollte jetzt auf den Prüfstein. Es braucht augenscheinlich einen kompletten Reset. Möge die Kirner SPD die Taste finden und mutig drücken. Am besten gleich doppelt.

 „Auf geht’s zur Kirner Kerb!“ – der Aufruf ist schon in wenigen Wochen Programm. Was vor der Jahrtausendwende noch ein Selbstläufer vor dem Herrn war, muss heutzutage ohne Ende gepuscht werden. Die Zeiten, als Menschenmassen wie magisch angezogen tagelang hinunter zum Rummel pilgerten, um das hierfür Ersparte zu verprassen, sind längst vorbei. Während sich so manche Schausteller und Wirte in den goldenen 70er und 80er-Jahren goldene Nasen verdienten, können ihre Nachfolger heute fast schon froh sein, wenn sie nicht ins Minus rutschen, und dies, obwohl Stadt und Brauerei die Kosten für das Musikprogramm stemmen und auch sonst jede Menge Hilfestellungen quer Beet leisten. Verrückte Zeiten sind das. Wenn irgendwann einmal die städtischen Sponsoren den Geldhahn zudrehen sollten, dann wäre das wohl das endgültige Aus der Kerb, zumindest in dieser Form. Noch ist es aber nicht soweit. Noch stemmen sich die Verantwortlichen, allen voran Marktmeister Timo Munstein, mit Power und stets neuen belebenden Ideen dagegen. Großes Lob dafür. Davon abgesehen, zu viel Lob schadet. Immerhin ist das ja auch sein Job.  

Einmal im Jahr schütten Sparkassen und Banken ihre Füllhörner aus, um Vereinen und Verbänden finanziell unter die Arme zu greifen. An sich löblich, diese Geste. Einziger Haken, die Empfänger werden stets von den Verwaltungs-Chefs der Stadt Kirn sowie der Verbandsgemeinde Kirn-Land bestimmt. Ist da nicht Willkür Tür und Tor geöffnet? Der zuletzt abgelehnte Vorsitzende des Angelvereins Hochstetten-Dhaun äußerte unlängst leise Vorwürfe in diese Richtung. Haltlos? Nun, wenn man die letzten Jahrzehnte Revue passieren lässt, fällt doch tatsächlich auf, dass mitunter immer die gleichen Gesichter ihre Köpfe in die Kamera hielten, wenn pressewirksam die Schecks ausgeteilt worden sind. Sicherlich nur Zufall, dass etwa der Förderverein Schloss Wartenstein nahezu immer mit von der Partie war, wenn‘s ans Verteilen ging. Irgendwie dann aber auch wieder nicht, denn das altehrwürdige Anwesen ist ja schließlich auch das Baby der Verbandsgemeinde. Wer verteilt gleich nochmal die Kohle? Finde den Fehler? Muss man in dem Fall aber nicht. Manche Zusammenhänge sind einfach nur selbsterklärend. So gesehen, sind die Zweifel des Vorsitzenden gar nicht so abwegig. 

„Freibad, Hitze, Randale…“- Tumulte gab es am vergangenen Sonntag im Bad Sobernheimer Freibad. Als die Bademeister den Eingang wegen Überfüllung schließen wollten, hielt es die zumeist Testosteron-Gesteuerten vor dem Drehkreuz nicht mehr. Es kam zu Szenen, die sogar ein Einschreiten der Polizei erforderlich machten. Ein Einzelfall? Nein, ähnliche Zwischenfälle ereigneten sich auch im Rest der Republik. Was bedeutet dieser, durch die mörderische Hitze, ausgelöste Trend für das Kirner Jahnbad? Ad-hoc, nichts! Allerdings sind Pöbel-Attacken auch hier möglich und daher sollten die Bademeister auf der Hut sein. Müssen sie ohnehin, weil Disziplinlosigkeiten im und außerhalb der Becken mittlerweile zur Tagesordnung gehören. Leider!

Apropos Schwimmbad. Die FDP-Hitzeinitiative von unseren tapferen Kriegern Emsix und Bursix hat nunmehr dafür gesorgt, dass probehalber frühes Schwimmen im Jahnbad möglich ist. Die Verwaltung hat also auf den Vorschlag prompt reagiert. Da soll mal noch einer sagen, in Amtsstuben ginge es nur extrem langsam voran. Zwei Wochen will man jetzt die Akzeptanz beobachten und dann die Situation neu bewerten. Jetzt liegt es also an den frühen Wasserratten, inwieweit an Zahlen gemessen eine Öffnung ab 8.30 Uhr einen Sinn ergibt. Hatte der Blog gerade die Stadtwerke für schnelles Handeln gelobt? Behörde und Lob passt irgendwie doch so gar nicht zusammen, etwa wie gut und günstig. Geht ja auch nicht.

„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“ Als Altbürgermeister Fritz Wagner genüsslich dem Kalpers-Konzert auf der Kyrburg lauschte, gab plötzlich der Stuhl unter ihm nach. Sicherlich Zufall, dass ausgerechnet sein weißer Kunststoff-Sitzplatz so mir nichts dir nichts die Grätsche machte. Die Ursache kann nur auf Alter- und oder Materialfehler zurückzuführen sein. Es macht nur plumps und der Mann in der ersten Reihe wurde ungewollt zum Hingucker. Gut, An ihm ist alles heil geblieben. Schlecht, jeder wurde Zeuge. Und dann stand der unverschuldete Lapsus auch noch ausführlich in der Zeitung, sodass sich sicherlich jeder Leser seinen Teil dazu gedacht haben dürfte. Kopfkino für einen Plumpser. Spaß beiseite, die Verantwortlichen auf der Kyrburg sollten mal ernsthaft darüber nachdenken inwieweit die Stühle noch sicher sind. Es kann jeden treffen, nicht nur ehemalige politische „Schwergewichte“.