Umwidmung zu einer reinen Fußgängerbrücke?

Noch steht ein Fragezeichen dahinter, doch das dauerhafte Ende für Fahrzeuge steht bevor. Der Rat tendiert zu einer reinen Fußgängerbrücke, weil zu befürchten steht, dass eine Sanierung für Fahrzeugbenutzung den Kostenrahmen sprengen könnte..

Der Blog drückt es mal in der Sprache der Fußballer aus: Das endgültige Aus für den Fahrzeugverkehr auf der Sportplatzbrücke käme einem zwangsweisen Abstieg in die unterste Liga gleich. Noch ist es nicht soweit, aber eine Fallhöhe mit derart Schmackes, würde im Alltagsgeschäft der Spielvereinigung gewiss Spuren hinterlassen. Die müsste sich infrastrukturell komplett neu aufstellen und auf liebgewonnene Gewohnheiten bei der Zu- und Abfahrt verzichten. Dass dies so kommen wird, davon gehen selbst die kühnsten Optimisten aus. Die Sperrung ist zwar nicht so sicher wie das in einem solchen Zusammenhang immer wieder gerne zitierte Amen in der Kirche, aber bei reeller Einschätzung, dürften die Kosten für eine fahrzeugtaugliche Komplett-Sanierung einfach nur durch die Decke gehen. Und das kann keiner ernsthaft wollen.

Das Thema wurde bei der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung erst ausgiebig beackert und dann doch noch vertagt. Vertagt deshalb, weil man nicht vogelwild mit fiktiven Zahlen herumspekulieren will, bevor nicht zumindest in etwa die Kosten für eine große Lösung auf dem Tisch liegen. Die fordert der Sportverein, stellvertretend Norbert Ganns, in seiner Funktion als „graue Eminenz“ – so Döbell – zurecht ein. Es scheint zwar fast aussichtslos, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. In den nächsten Tagen und Wochen sollen zumindest Pi mal Daumen die Kosten für eine große Lösung, also inklusive Fahrzeug-Querungen, ermittelt werden. Bis dahin behält sich der Ortsgemeinderat, der eine Umwidmung als reine Fußgängerlösung für am wahrscheinlichsten hält, alle Türen offen.

Rückblick: Eine solche Expertise gab es schon einmal. Bereits 2013 veranschlagten Ingenieure 880.000 Euro für eine komplette Erneuerung der Brücke. Viel Geld! Zu viel, äußerte seinerzeit die Ortsgemeinde in einem Pressegespräch. Wörtlich hieß es seinerzeit: „Dann müssen alle die, die zum Sportplatz wollen, vor der Brücke ihr Auto abstellen.“ Für die Ortsgemeinde stand eine Investition dieser Größenordnung, nur zu dem Zweck, dass Fahrzeuge zum Sportplatz oder ins Grüne fahren können, nicht in Relation zum Nutzen. Alternativ bestehe ja immer auch die Möglichkeit über den Wirtschaftsweg von Hochstädten aus zum Sportplatzgelände zu gelangen, hieß es damals weiter.

An Sachlage und Einstellung dürfte sich kaum was verändert haben? Nur am Preis. Der dürfte bei den zuletzt massiven Preissteigerungen an zwei Millionen Euro heranreichen. Das befürchtet zumindest Döbell. Bei solchen Summen müsse man kapitulieren und die Variante Fußgängerbrücke ziehen. Darin sind sich alle Ratsmitglieder einig. Auf Empfehlung eines Gutachterbüros ist die Brücke für Fahrzeuge gesperrt. Die Zuwegung erfolgt über Hochstädten. Die Ausweich-Strecke gelte es jetzt baulich so zu gestalten, dass ein Befahren möglich ist. Nach Vollendung der Hochwasserschutzmaßnahmen steht der Anschluss über die Bundesstraße durch „Uber“ im Raum. Kaum vorstellbar diese Variante, aber sie scheint die einzig mögliche zu sein. Bleibt zu hoffen, dass der Parkplatz vor der Nahebrücke wieder so hergerichtet wird, dass Besucher und Fußballer ihre Fahrzeuge darauf abstellen können, um die letzten Meter zur Sportstätte zu Fuß zu gehen.

Egal wie man es wendet und dreht, es bleibt alles ein Kompromiss, der zu Lasten der in erster Linie zu Lasten des Sportvereins geht. Und dann sind wir wieder bei einem gefühlten Abstieg – nicht sportlich aber infrastrukturell.