Haushalt erklärt: Das Für und Wider Sportplatzbrücke!

Der Ortsgemeinderat hat sich einstimmig pro Sportplatzbrücke positioniert. Alternativen, zur favorisierten 4,5 Tonnen Variante, wurden weder thematisiert, noch ernsthaft in Erwägung gezogen. Scheinbares Motto: „Wenn schon, denn schon“! Eine reine Fußgängerbrücke, beziehungsweise eine autotaugliche Querung bis 3 Tonnen Gesamtgewicht, wäre nur signifikant billiger als die beste mögliche Variante für 500.000 Euro, heißt es immerzu. Definiere signifikant? Der Ortsgemeinderat bleibt diese Antwort schuldig. Warum? Warum lässt man die Öffentlichkeit diesbezüglich im Unklaren? Es kann doch nicht so schwer sein drei Preise ins Schaufenster zu stellen. Will man die bewusst unter dem Radar halten? Autobrücke XXL kostet 500.000 Euro. Autobrücke in XL kostet …? Reine Fußgängerbrücke kostet …? Warum stellt man nicht die jeweiligen Hochrechnungen öffentlich ins Verhältnis und warum spricht man immer nur von signifikant in den Pressemitteilungen? Diesbezüglich bleiben die Bürger noch immer uninformiert! Transparenz geht anders.

Egal, das Gremium demonstriert Geschlossenheit in dieser Frage. Kein Ratsmitglied scheint auch nur den geringsten Zweifel am Projekt Sportplatzbrücke, in der offenbar von allen favorisierten Form, zu hegen. Bedenken, Fehlanzeige. Dabei geht es um mindestens eine halbe Million Euro Baukosten plus schon jetzt feststehenden 15.000 Euro Gebühren für die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses. Geld, welches man auch anderswo gut einsetzen könnte. Wahr ist, die Ortsgemeinde geht von der im Vorfeld errechneten Gesamtsumme aus. Hilfreich, das Land schießt die Hälfte dazu. Wahr ist aber auch, es handelt sich Stand jetzt nur um veranschlagte Kosten. Vom Status her, eher eine grobe Schätzung. Eine Ausschreibung auf der angestrebten Basis ist noch nicht erfolgt, geschweige denn, sind erste verbindliche Angebote, von womöglich interessierten sowie ausführenden Firmen, eingegangen. Was, wenn die Kostenvoranschläge in die Höhe schießen? Zur Erinnerung, vor Jahren schon hatten Ingenieure eine Bausumme von rund 880.000 Euro errechnet.

Seinerzeit hieß es im Pressebericht: Bereits 2013 veranschlagten Ingenieure 880.000 Euro für eine komplette Erneuerung der Brücke. Viel Geld! Zu viel, äußerte seinerzeit die Ortsgemeinde in einem Pressegespräch. Wörtlich hieß es: „Dann müssen alle die, die zum Sportplatz wollen, vor der Brücke ihr Auto abstellen.“ Für die Ortsgemeinde steht eine Investition dieser Größenordnung, nur zu dem Zweck, dass Fahrzeuge zum Sportplatz oder ins Grüne fahren können, nicht in Relation zum Nutzen. Alternativ bestehe ja immer auch die Möglichkeit, über den Wirtschaftsweg von Hochstädten aus zum Sportplatzgelände zu gelangen, hieß es damals weiter.

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ An Sachlage dürfte sich kaum was verändert haben. An der Einstellung und am Preis aber schon. Überall explodieren Jahr für Jahr die Baupreise, nur die Sportplatzbrücke wird mit zunehmender Dauer um knapp die Hälfte billiger? Wie soll das gehen? Dass man die nicht unbedingt braucht, weil der Weg über Hochstädten exakt die gleiche Länge aufweist – geschenkt. Verständlich, dass der Sportverein auf die Autobrücke nicht verzichten möchte. Und die Fußball-Familie genießt eine starke Lobby. Über all die Jahre hinweg gehörte die Querung ganz selbstverständlich zu den beiden Fußballplätzen, wie die Tore an beiden Enden der Spielflächen. Diese Tatsache möchte der Blog nicht in Abrede stellen. Aber den Erhalt in der jetzigen Form, um jeden Preis durchboxen zu wollen, hält der für zumindest diskussionswürdig. Um in der Fußballersprache zu bleiben, ist die Grätsche daher nicht als grobes Foulspiel zu werten, nur die Meinung eines Andersdenkenden. Und andere Ansichten werden ja wohl noch erlaubt sein.

Spvgg-Urgestein, Norbert Ganns, bedankte sich in einem flammenden Plädoyer sowohl beim Land, als auch der Ortsgemeinde für die große Unterstützung. Weiter: Er erhalte nur Zustimmung aus der Bürgerschar für die Brückensanierung. Nun, beim Blog melden sich nahezu täglich Andersdenkende, die einer Investition hingegen eher kritisch gegenüberstehen. Nicht unbedingt ablehnend, aber reserviert und in der Ansicht, eine Umfahrung über Hochstädten wäre durchaus zumutbar und im Ergebnis billiger. Tendenz, Unentschieden. Der Blog ist kein Brückengegner. Im Gegenteil! Im Gegensatz zu allen Ratsmitgliedern, stört den lediglich die immense Investitionssumme. Obendrein vermisst der die Aufrichtigkeit in der Debatte. Ehrlich, die Totschlag-Argumente, vor allem Rettungsfahrzeuge und landwirtschaftlichen Maschinen eine Naheüberquerung zu ermöglichen, sind an den Haaren herbeigezogen. Die mögen die Geldgeber im fernen Mainz überzeugen, rechtfertigen vor Ort aber keine aufwendige Instandsetzung. Aufrichtiger wäre, man würde den Grund klipp und klar benennen: „Wir wollen die Autobrücke, weil die Interessenlage halt so ist wie sie ist“!

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