Realsatire vom rührigen Bürgermeister!

Ortstermin mit Bürgermeister! Little-Joe Weingarten (SPD) ist mal wieder Hardcore unterwegs. „Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort…“ – Auf seiner Besuchstour kreuz und quer durch seinen Wahlkreis, schlug der Cowboy letzte Woche auch bei seinem Parteifreund Hans Helmut Döbell in Hochstetten-Dhaun auf, um sich von ihm den Fortschritt der dortigen Großbaustellen erklären zu lassen. Dabei lobte er den 60-Prozent-Bürgermeister über den grünen Klee. Die Menschen können sich glücklich schätzen, einen so „rührigen“ Chef an der Spitze zu wissen, ließ er in einem Pressestatement verlauten. Einer, der stets das Wohl der Ortgemeinde vor Augen hätte. WOW, mehr geht nicht.

Sorry Herr Weingarten, der Satz ist leider unvollständig. Richtiger wäre gewesen, wenn Sie nach dem Wohl der Bürger ein Komma gesetzt hätten, um danach zu ergänzen: „Nicht zu vergessen, auch und vor allem seinem eigenen Wohl“! So viel Zeit hätte schon sein müssen. Rührig ist ja richtig, aber in alle Richtungen, wohlgemerkt. Hat Little Joe in seiner Euphorie bestimmt vergessen zu erwähnen. Macht ja nix, der Blog springt mal eben schnell ein. Der unterstützt immer dann gerne, wenn wichtige Aspekte vergessen werden. Lobhudelei ist ja gut und schön, aber zur Wahrheit gehört nun einmal auch, dass der vielgepriesene, ja fast schon heilig gesprochene Boss nicht immer nur selbstlos unterwegs ist.

Beispiele hierfür kennt jeder zu Genüge. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Arztpraxis-Posse. Die skandalösen Vetternwirtschaft-Umstände (Zitat Steuerzahlerbund) kann man in diesem Zusammenhang gar nicht oft genug erwähnen. Dass er bei Grundstücksangelegenheiten ebenso regelmäßig seine lenkenden Finger im Spiel zu haben scheint – geschenkt! Wenn‘s ums Land geht, reklamieren Bürgermeister hier und anderswo von Haus aus stets eigenes Interesse. Hopp dann, wenn es denn bitteschön im Rahmen bleibt. Der neuste Coup hat jedoch das Zeug zum „Herausfallen“ aus demselben. So langsam kristallisiert sich nämlich heraus, dass der rührige Ortsbürgermeister frühzeitig den eigenen Daumen auf das Sahne-Filet-Stück im neuen Industriegebiet legte. Cleverer früher Vogel eben, wohl auch deshalb, weil er es einem innerörtlichen Konkurrenten mutmaßlich vor der Nase wegschnappte. Wenn dem so gewesen ist, dürfte der not amused über diese Entwicklung gewesen sein. Der Vorgang schreit im Falle eines Falles regelrecht nach einer bilateralen Aufarbeitung. (weiterer Bericht dazu folgt).

Über den angedachten Discounter haben Döbell und Weingarten augenscheinlich geplaudert, hinsichtlich seinem eigenen Husarenstreich, hat der Gute ihn wohl nicht in die Karten schauen lassen. Wie überhaupt, über diese Angelegenheit in der Öffentlichkeit bisher nur kopfschüttelnd sowie hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird. Zumindest stand von einem eigenen Vorhaben nichts im Artikel. Geheimakte? Transparenz geht anders! Wahrscheinlich hat der Ortschef nur vergessen sowohl seinen Gast, als auch seine Bürger aufzuklären, was außer dem Discounter an der neuen Umfahrung noch so alles gehen könnte. Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht von einer Tank- und Raststation. Wenn dem so wäre, hätte Döbell sicherlich bei diesem Ortstermin aufgeklärt. Von daher, ist da sicher nichts dran, gell? Der in der eigenen Partei nicht unumstrittene Bundestagskandidat, muss aber auch nicht alles wissen. Aber loben geht immer. Loben darf der. Wahlkampf eben! Rührig iss er halt, de Bürjamester! Einfach nur rührig!

Realsatire wird sichtbar, wenn Externe (Blog) versuchen Ereignisse und Vorgänge vom Standpunkt eines externen Beobachters sachlich, nüchtern, neutral und objektiv darzustellen. Diese Versuche führen meist dazu, dass wiedergegebene Beobachtungen einer satirischen Darstellung gleichen. Denn für Außenstehende wirken realsatirische Umstände absurd und lächerlich, während Beteiligte den lächerlichen und absurden Charakter ihres Vorhabens meist nicht – wegen ihrer Innenperspektive und Betriebsblindheit – erkennen können.

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