Das kranke System: Jürgen Schneider ist kein Einzelfall!

Die Ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale ist seit einem halben Jahr Geschichte! Wörtlich hieß es seinerzeit dazu in der Pressemitteilung aus Mainz: „Im Zuge der Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) wird die Ärztliche Bereitschaftspraxis (ÄBP) in Kirn zum 1. Juli 2020 geschlossen. Für die medizinisch notwendige Behandlung immobiler Menschen vor Ort wird langfristig ein mobiler Hausbesuchsdienst aufgebaut. Die Auslastung der BDZ in Kirn sei nur sehr gering gewesen, weshalb sich die KV zu diesem Schritt entschlossen habe. Hurra“, riefen da die maßgeblichen Politikvertreter. Weitsicht geht anders. Verbandsbürgermeister Thomas Jung wörtlich: „Ich habe vollstes Verständnis für die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, angesichts der geringen Auslastung diese Umstrukturierung durchzuführen“! Bedenken, Fehlanzeige! Und auch Landrätin Bettina Dickes schlug in die gleiche Kerbe: „Man profitiere von dem Pilotprojekt“! Finde den Fehler? Würden die beiden Ihre Statements von damals nochmals so frei von der Leber weg wiederholen? Eher nicht! Wenngleich, korrigiert haben sie ihre Positionen jedenfalls nicht. Also braucht es diese Daseinsfürsorge ihrer Ansicht nach auch nicht. Alles gut? Weit gefehlt! Die von der KV als Glücksfall angepriesene Notfallnummer 116 117 funktioniert eben nur, wenn der zuvor zugesagte Arzt auch kommt. Theorie und Praxis klaffen weit auseinander. Wie immer halt, wenn die KV ihre Finger im Spiel hat. Jürgen Schneider ist kein Einzelfall. Der Besuchsdienst ist eine einzige Farce. Was weg ist, ist weg! Fakt ist, Kirn ist als Notfall-Anlaufstelle aus rein wirtschaftlichen Aspekten heraus wegrationalisiert worden. Das schmerzt. Die seither klaffende Wunde lässt sich nicht mit einem telefonischen Pflaster schließen. Die Beruhigungspille wirkt nicht. Basta! Das System ist einfach nur krank. Profit geht vor Daseinsvorsorge! Pfui!!!

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