Erneute Absichtserklärung vom Kreis gleicht gefühlt einer Luftnummer: Absicht in der Politik bedeutet, es passiert nix!

Es sind immer die unscheinbaren Meldungen, die aufhorchen lassen. Etwa in der heutigen Berichterstattung über Neuigkeiten aus dem Kreis. „Zahlreiche Rettungswachen im Rettungsdienstbereich Bad Kreuznach sind in den nächsten Jahren neu zu bauen oder müssen grundlegend saniert werden. Dringender Handlungsbedarf besteht unter anderem in der 2001 errichteten Kirner Rettungswache.“ Sorry, da muss der Blog mal brutal reingrätschen. Die Erkenntnis ist ja nicht neu. Seit Jahren schon sind die unhaltbaren Zustände, gerade in Kirn, den Verantwortlichen bekannt. Passiert ist bis dato nichts! Hauptsache mal drüber geschwätzt! Schon Im Februar hatte Landrätin Bettina Dickes (CDU) einen Tag der Rettungswachen für sich reklamiert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Den Worten sollten jetzt mal Taten folgen. Unbedingt!

Seinerzeit postete sie auf Facebook nette Schnappschüsse mit dem folgenden Wortlaut dazu aus Bad Sobernheim. „Heute ist mein Tag der Rettungswachen. Vieles hat sich im Arbeitsablauf einer Wache und auch in Bezug auf Anzahl und Größe der Fahrzeuge in den vergangenen Jahren geändert, und als Rettungsdienstbehörde stehen wir in der nächsten Zeit vor der Aufgabe, zu schauen, ob, wie und wo gebaut oder umgebaut werden muss. Es bleibt spannend“!  Und aus Kirn schreibt sie folgendes: „Nachdem wir in Bad Sobernheim zwar fehlende Fahrzeughallen, aber gute Personalräume erleben konnten, ist hier alles wirklich sehr beengt! Stimmt Frau Dickes. In Kirn ist alles sehr beengt, und das schon seit Jahren. Wahr ist, solche Besuche sind Zeichen von Wertschätzung. Wahr ist aber auch, gerade in Kirn bräuchte es von Ihnen keine Worte, vielmehr Taten. Bereits 2016 wollte man seitens Ihres Hauses Abhilfe schaffen. Es blieb jedoch bei einer reinen Absichtserklärung. Nur warme Worte. Zur Erinnerung: Die Bestandsaufnahme des zuständigen Kreisfeuerwehrinspektors – der unter dem Dach des Kreises angesiedelt ist – fiel seinerzeit vernichtend aus:

„Es gibt in Kirn zu wenig Räume, in denen sich die Rettungshelferbeispielsweise in Nacht- und Schichtdienst ausruhen könnten. Es fehle zudem an Lagerfläche und Umziehmöglichkeiten. Auch die sanitären Anlagen entsprechen nicht mehr heutigen Standards. Um- und Ausbau diene der Erweiterung und Modernisierung der Arbeits- und Sozialräume sowie der Fahrzeughalle, inklusive Toren, auch unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit. Zusammengefasst sah Kreisfeuerwehrinspektor Handlungsbedarf und zwar dringend, auch unter dem Aspekt, weil die Kirner Rettungswache nun auch als Lehrwache für Azubis genutzt werde. Mehr Personal, intensivere Nutzung, mehr administrative Arbeit, mehr Fahrzeuge – unter dem Strich brauche es mehr Platz, um einen geregelten Dauerbetrieb auch zukünftig passieren zu können“. DRK-Pressesprecher Philipp Köhler schlug in die gleiche Kerbe: „Wir brauchen insgesamt mehr Lagerkapazität, endlich eine sanitäre Trennung für Männer und Frauen, sowie ein extra Wachleiter-Büro“, so seine Bilanz in 2016.

Nun haben wir Ende 2020, also knapp fünf Jahre sind vergangen und passiert ist NICHTS!!! In einer letztmaligen Pressemitteilung zu dem Thema in 2018 hieß es stattdessen: „Die Angelegenheit sei nicht am Stocken, sondern befinde sich weiter in einer sachgerechten Prüfung. Sind vier bis fünf Jahre Prüfung nicht genug? Man kann sich auch zu Tode prüfen. Und nun kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung, um festzustellen, dass es „zu eng ist“. Hallo, geht`s noch. Der Sachstand ist in Ihrem Haus doch schon seit Ewigkeiten bekannt. Längst wollten Sie Abhilfe geschaffen haben. Sie posten bunte Bildchen und werden für die auch noch geliket, aber in Wahrheit schieben sie den längst fälligen Aus- und Umbau auf die lange Bank. Wie lange noch? Die hier arbeitenden Menschen brauchen und wollen keine Besuche und schon gar keine warmen Worte. Die wollen, dass es endlich losgeht, dass ihr Arbeitsplatz, der so eminent wichtig für die Allgemeinheit ist, einer zum Wohlfühlen wird. Einer, auf dem es sich gut arbeiten und ausruhen lässt. Denn die Ruhe zwischendurch brauchen gestresste Rettungssanitäter mehr denn je, damit sie im Ernstfall Höchstleitung bringen können.

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