Satirischer Wochenrückblick 1. November

Über Monster-Wall, Krankenhaus Kirn, Corona und kein Ende, Dickes und Weingarten zeigen Flagge, Katholische Kirche…

Ein Schlag ins Gesicht für alle Monsterwall-Geschädigten. Investor Dag Stein-Herzberger lässt sich in der Zeitung als selbstloser „Bau-Löwe“ feiern. „Es ist eines der größten privaten Bauprojekte eines Privatinvestors, die Kirn jemals gesehen hat. Und es ist eine Vorzeigeprojekt an der mittleren Nahe,“ diktiert der Gute in den Notizblock des Reporters. Zack, da schwingt in jeder Silbe ein leichter Hauch von Größenwahn mit! Ob die „Wall-Gucker“ seine Meinung teilen? Wohl kaum! Durch solches Gehabe tritt man denen nochmals in den Allerwertesten. Immerhin, Stein-Herzberger bedankt sich für deren Geduld: „Das war nicht immer lustig.“ Aber jetzt sei ja alles gut. Mehr einseitige heile Welt geht nicht. Alle haben sich wieder lieb? Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Der Wall zeigt für immer und ewig seine unansehnliche Fratze hinter der Häuserfront. Stein-Herzberger hat sich sein Baugebiet nach seinen Vorstellungen gestaltet und die Stadt führte ihm den Stift dabei. Finde den Fehler? Alles auf Kosten der unteren Häuserreihe, versteht sich. Schwund ist halt immer. Die Bewohner sind die Doofen. Aber sowas von! Im gleichen Maße wie im Privat-Neubaugebiet eine Wertsteigerung einsetzt, nimmt die in der Straße darunter ab. Der Investor bestimmt eben wo es langgeht. Den Leidgeplagten bleibt ihre Wut: Nackte, blanke, in den Körper hochsteigende verzweifelte Wut über eine zum himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die hatten keine Lobby. Die sollen mal nicht klagen, denn der Kuchen ist standesgemäß gerecht aufgeteilt: Der König über ihnen hat sein Schloss im eigenen Reich „Kyrburgblick“ aus dem Boden gestampft und seine ihm offenbar ergebene Gefolgschaft drumherum versammelt, der Pöbel darunter hat immerhin seinen Steilhang und kann huldigend nach oben blicken. Lang lebe der… mehr

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