Hellberg-Tour im Herbst! Top oder Flop?

Mal Hand aufs Herz, wann wart ihr zuletzt auf dem Hellberg? In Kindertagen vielleicht? Zugegeben, das Dorf-Wahrzeichen ist ziemlich hoch gelegen, aber der Weg dorthin ist ein einziger Genuss. Gerade jetzt, wo das Laub bei jedem Schritt raschelt und der Wald sich in seinen schönsten Farben präsentiert. Und hat man den Gipfel nach knapp 300 machbaren Höhenmetern erst einmal erklommen, wartet ein beeindruckender Rundumblick. Alle, die sehr gut zu Fuß sind, sei der Start in Hochstädten ans Herz gelegt. Weniger durchtrainierte Gesellen, können ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz der Paragleiter abstellen. Halbe Distanz, halbe Anstrengung, halbe Gehzeit – passt! Aus halber Höhe geht es nahezu ebenerdig durch den Wald weiter. Die Beschilderung ist soweit ganz in Ordnung. Luft nach oben ist bekanntlich immer.  Auch Fremde dürften sich hier einigermaßen zurechtfinden. Immer nur auf dem Kamm entlang in Richtung Kirn sowie des abschließenden Schlussanstieges weitermarschieren. Der Feldweg ist in einem guten Zustand.

Die letzte Rampe ist nochmals knackig. Kurz noch quälen und dann nur noch genießen. Der Blick von ganz oben entschädigt für die Mühen. Im Stehen, versteht sich. Eine Ruhebank sucht man hier allerdings vergebens. LEIDER! Wie überhaupt, der komplette Rundweg keinen einzigen Sitzplatz vorhält. Finde den Fehler? Rechts unten Hochstetten mit der Baustelle am Bypass. Ganz rechts Hochstädten, dazwischen das weite Nahetal in der Ferne. Links Kirn und geradeaus – gefühlt eine Etage tiefer – Johannisberg mit dem Skywalk. Ein Königreich für eine Ruhebank – ist man angesichts eines erhöhten Pulses fast schon geneigt ins weite Land zu schreien.

Schade, dass man die tolle Aussicht nicht sitzend genießen kann. Kurzer Appell an die Ortsgemeinde: „Macht mal, stellt hier mal eine auf!“ Besser noch eine Relax-Liege oder eine Schaukel. Am besten alles zusammen, verteilt auf verschiedene Ecken. Schöne Plätze für eine kleine Auszeit: Die klassischen Wingertsschaukeln sind auch ohne Reben der Brüller! Einfach hinsetzen, sich anschubsen, die Beine und vor allem die Seele baumeln lassen – passt! Ach ja, träumen darf man ja schließlich. Den Gipfelstürmern käme der Komfort sicherlich äußerst gelegen.

Der Abstieg hinunter bietet zwei Varianten. Entweder etwas weiter rechts Richtung Meckenbacher Höhe oder abwärts auf altbekannten Pfaden. Zurück am Ausgangspunkt hat man dann drei, vier Kilometer zurückgelegt. Nahezu komplett im Wald. Vorteil, der Hellberg lässt sich so auch bei großer Hitze bezwingen. Fazit: Der Hellberg geht immer. Mehr noch. Der Flugplatz lässt sich in eine Tour auch prima einbinden. Wegstrecke- und Beschilderung reichen absolut aus. Schließlich handelt es sich nicht um ein touristisches Highlight. Wobei, die Chance eines zu werden stünden gut, wenn der Weg ein wenig mehr an Attraktionen zu bieten hätte. Ruhebänke fehlen gänzlich. Auch der besondere Kick. Mit wenig Aufwand ließe sich der aber schaffen. Leider fehlt es bei den Entscheidungsträgern an Willen und Kreativität, hier und anderswo Wege aufzuwerten. Das war so, das ist so und wird Stand jetzt wohl auch immer so bleiben. Kein Konzept, keine Phantasie, keine Ideen – so schaut’s aus!

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