Ordnungsamt kann Pflicht nicht nachkommen!

Meistens sind es die kleinen Meldungen oder kaum sichtbare Randnotizen, die eine immense Tragweite aufweisen. Das Ordnungsamt Kirn verfügt über zwei Halbtagskräfte im Außendienst. „Da sind bei der aktuellen Personalsituation keine großen Sprünge möglich.“ Respekt, eine Bankrotterklärung in der Deutlichkeit, war so nicht zu erwarten gewesen. Zumindest nicht gegenüber der schreibenden Zunft. War die Aussage etwa ein geschicktes Manöver oder versteckter Hilferuf? Fakt ist, die Verbandsgemeinde hat die Entwicklung auf diesem Sektor gründlich verschlafen. Aber sowas von! Kaputtgespart oder falsche Schwerpunkte gesetzt – so schaut’s aus. Dabei sind Außendienstmitarbeiter eminent wichtige Rädchen in einem intakten Gesamtgefüge. Fehlt es an Wertschätzung in dieser Abteilung? Statt personell aufzurüsten, setzt man offenbar auf Durchhalteparolen und einem „Weiter so“. Wie immer halt! Will heißen, zwei Halbtagskräfte sind gezwungen am Limit zu arbeiten – passt nicht!

Corona-Auflagen prüfen, Gefahren beseitigen, aktive Prävention, aber auch angepöbelt werden: Das gehört zum Arbeitsalltag in den Ordnungsämtern. Überall? Nein, im Kirner Land hat es ja keine Sheriffs, die tagtäglich in Stadt und Land unterwegs sind. Von daher gibt es auch selten oder keine Berührungspunkte. Es fehlt an Mitarbeitern, die sich nicht scheuen, Knöllchen zu verteilen oder gegen Ruhestörer vorzugehen. Wobei, wir mussten unlängst lernen, dass Ruhestörungen ausschließlich Spielwiesen der richtigen Polizei gleich gegenüber sind. Und die Erde ist eine Scheibe! So lange die Führungsriege aus den verschiedenen Teppichbodenabteilungen der VG hinsichtlich der vielfältigen und zeitaufwendigen Aufgaben von Ordnungsamtsmitarbeitern nach außen hin mit gefährlichem Halbwissen glänzen, wird die Abteilung auch nicht aufgewertet werden – so urteilte seinerzeit der Blog auf die Aussagen und den damit verbundenen Wissenslücken innerhalb der Führungsspitze. Es fehlt schlichtweg an Akzeptanz und Anpassung.

Doch Hoppla, jetzt folgt das Dementi auf dem Fuße. Natürlich sei das Ordnungsamt auch für Ruhestörungen zuständig, stellt der Ordnungsamtsleiter in der Wochenendausgabe der Tageszeitung richtig. Geht doch! Damit korrigiert er die Auffassungen von Bürgermeister und Ersten Beigeordneten. Immerhin, die sachliche Zuständigkeit wäre jetzt final geklärt. Bleibt die Frage nach der Lücke im Personalschlüssel. Das Ordnungsamt ist und bleibt unterbesetzt. Und das wird auch so bleiben, weil die Verantwortlichen, wie eingangs erwähnt, eine Anhebung des Personalschlüssels so sehr scheuen, wie der Teufel das Weihwasser.

Ein Unding, zumal in heutigen Corona-Zeiten. In den nächsten Wochen und Monaten wird das Ordnungsamt, gerade in dieser sich zuspitzenden Pandemie, mehr gefordert sein denn je. Kommt es zum Personalnotstand, aufgedeckt durch das Virus? Eine Prognose, die nicht von der Hand zu weisen ist. Aber auch ohne die neuen Aufgaben durch die Überprüfung der Einhaltung von Corona-Auflagen, sind Doppelstreifen zu Fuß nicht möglich und auch Streifenfahrten über Land eine reine Utopie. Der lapidare Grund: Das Ordnungsamt verfügt zudem über keinen eigenen Fuhrpark. Nicht einen Dienstwagen, mit entsprechender Kennzeichnung (Bild), steht der Abteilung zur Verfügung. Und so wird man auch zukünftig auf das Wohlwollen der Polizei nebenan angewiesen sein. Merke, Amtshilfe hat Grenzen, auch die im Artikel angedeutete (noch) vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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