Das Wort zum Sonntag

Hausärzte fallen nicht vom Himmel. Die Arztpraxen im ländlichen Raum zu besetzen, wird immer schwieriger. Auch das Kirner Land ist von dieser Entwicklung stark betroffen. Die Zukunft schaut düster aus. Grundsätzlich gilt, es gibt viel zu wenige Landärzte und zu wenige Mediziner, die in ländlichen Regionen als Hausarzt arbeiten wollen. Das ist die traurige Wahrheit. Mit der Landarztquote will die Landesregierung nunmehr entgegensteuern. Im Kirner Land haben einig Hausärzte ihre Altersgrenze schon erreicht oder stehen kurz bevor den Kittel für immer an den Nagel zu hängen. Die Nachfolger stehen nicht Schlange, sodass Engpässe vorprogrammiert sind. Aber damit wird spätestens in 12 Jahren Schluss sein. Dann greift nämlich die Landarztquote und sage und schreibe 16 Hausärzte stehen parat, um landesweit in unterversorgten Gebieten ihre Arbeit aufnehmen zu können. Problem erkannt, Problem gelöst! So, jetzt aber mal ernsthaft, warum haben die Statistiker in den zuständigen Behörden nicht schon vor etlichen Jahren die Hebel angesetzt. Ist doch ihr Job, Trends zu erkennen und notfalls entgegenzusteuern. Kommt doch nicht überraschend, dass mehr Ärzte die Altersgrenze erreichen, als neue nachrücken. Den Schuh muss sich die Politik anziehen. Aber sowas von. Bleibt die Frage, was ist eigentlich aus dem Ärztegipfel im Kirner Land geworden? War es nicht mal Absicht eine Bestandsaufnahme zu erheben und ein Zukunftsmodell ins Leben zu rufen? Nix hört man mehr davon. So, als ob es den Ärztemangel nicht gäbe. Mal wieder verschläft man eine Entwicklung!

Wie Zukunft gestaltet werden kann, zeigt jetzt eindrucksvoll das Beispiel Meisenheim. Dort hat die Bittmann-Stiftung Stipendien für angehende Allgemeinmediziner aufgelegt. Man muss die Studenten locken. Und wie gelingt das? Mit Geld natürlich! Bedingung: Die müssen sich dazu verpflichten, nach ihrem Studien zehn Jahre in Meisenheim und Umgebung zu praktizieren. Gibt schlimmere Landstriche, oder? Dafür gibt es Monat für Monat 900 Euro Förderung, und das, über die gesamte Studienzeit.  Klingt gut, ist gut! Wäre das Modell nicht auch was für das Kirner Land? Man müsste es nur mal angehen. Die Bürkle-Stiftung wäre der geeignete Geldgeber. Stimmt das Konzept, dann greift die garantiert in den niemals leer werdenden Zaubergeldbeutel. Hallo, aufwachen! Kommt mal in die Pötte und geht neue Wege. Das Meisenheimer Modell ist fürwahr keine neue Erfindung. Andere machen das längst. Sponsoring von angehenden Medizinern sichert auf lange Sicht die Ärzteversorgung vor Ort. Wäre das nicht mal eine Initiative für den Bürgermeister „frischer Schwung Thomas Jung“?   

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