Splitter aus dem Ortsgemeinderat: Dauerthema Sportplatzbrücke!

In welcher kommunalpolitischen Welt leben wir eigentlich, wo der Ortsgemeinderat einen Antrag auf Zuschuss aus dem Investitionsstock des Landes für eine Maßnahme stellt, die noch gar nicht final beschlossen worden ist. Irgendwie ein Schuss ins Blaue, ist man geneigt diese Vorgehensweise bewerten zu wollen. Sachen gibt’s! Fakt ist, ein Statiker hat für die Instandsetzung der Sportplatzbrücke 440.000 Euro errechnet. Dazu fallen noch Nebenkosten an, sodass man von einer Gesamtsumme von roundabout 500.000 Euro ausgeht. Eine Menge Holz! Fahrzeugtauglich wohlgemerkt! Die dürften bis zu einem Gesamtgewicht von 4,5 Tonnen dann wieder über die Nahe fahren. Sicherlich gut für den Sportverein, der kein Hehl daraus macht, dass die Brücke in der Autovariante für das Umfeld eine Herzensangelegenheit wäre. Nachvollziehbar! Daher Augen zu und durch? Ganz so einfach wird es nicht gehen. Abseits der Fußballer-Familie mehren sich nämlich kritische Stimmen, die einen Erhalt in der ursprünglichen Form in Zweifel ziehen. Auch hierfür gibt es gute Gründe.  Muss man einen solchen Batzen Geld in die Hand nehmen, um eine Brücke Auto geeignet wiederherzustellen, die, wenn man ehrlich ist und nicht nur durch die Vereinsbrille schaut, es gar nicht unbedingt braucht. Irgendwie Luxus pur, weil das Gelände ja auch über Hochstädten und auf der anderen seite „Uber“ angefahren werden kann. Möge sich jeder sein eigenes Urteil darüber bilden.

Eine halbe Million Euro! Man muss sich diese Summe mal auf der Zunge zergehen lassen. Und damit dürfte das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Was ließen sich damit nicht alles für Dorf-Projekte umsetzen. Warum reicht eine Fußgänger-Variante nicht aus? Rein statisch betrachtet, dürfte das alte Gerüst sicherlich tragfähig genug sein und keine Hürde darstellen. Laienhaft beurteilt, bräuchte es nur ein paar neue Bretter- und Balken sowie einen neuen Anstrich. Unter dem Strich sicherlich Peanuts im Vergleich zum großen Auto-Wurf. Hat der Statiker eine solche Variante auch berechnet? Hat man ihn überhaupt dahingehend befragt? Eher nicht. Zumindest war die abgespeckte Version so gar kein Thema bei der Ratssitzung. Finde den Fehler? Abwägung Fehlanzeige! Interpretationsweise kann das nur bedeuten, dass zumindest einigen Mitgliedern des Ortsgemeinderates an einer Debatte Pro- und Contra Auto- oder Fußgängerbrücke gar nicht erst gelegen ist. Wahr ist, es wurde ein Antrag  auf Mittel aus dem Landes-Fördertopf gestellt. Merke, der Investitionsstock kommt insbesondere strukturschwachen Kommunen zugute. Wahr ist aber auch, damit werden nur dringende Projekte zu Gunsten des Gemeinwohls von Ortsgemeinden verwirklicht. Fällt die Sportplatzbrücke unter die Definition? Es wird auf die Begründung im Begleitschreiben ankommen. So ganz ehrlich darf das nicht formuliert werden, wenn es was werden soll mit dem Zuschuss.  

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