Haushalt erklärt: Baugebiet „Scheiberling“!

Jetzt geht’s los! Es dürfte nicht mehr lange dauern bis die Bagger sich den Weg ins Baugebiet „Scheiberling“ bahnen. Für Bauwillige gut, fürAnwohner leider! Jedenfalls wurden im Haushalt 200 000 Euro für die Erschließung eingestellt. Eine Menge Holz. Rund 30 Bauplätze sind in diesem nicht ganz unumstrittenen Bauabschnitt vorgesehen. Ist danach Schluss? Eher nicht! Ein sicheres Indiz für die Annahme, dass zumindest ein erneutes Anschlussgebiet in den Köpfen der Politiker herumspucken könnte, sind offensive Landinteressen. Immer, wenn die üblichen Verdächtigen aus der Belletage Klingelmännchen spielen und bei Grundstücksbesitzern wie Heuschrecken aufschlagen, um diese zu einem Verkauf ihres „wertlosen“ Besitzes bewegen zu wollen, schrillen hier und anderso automatisch die Alarmglocken. Dann weiß jeder, wo der Weg hinführt. Dem Vernehmen nach soll es derartige Anfragen bereits gegeben haben. Also, eine nochmalige Erweiterung Richtung Simmertal ist mehr als nur wahrscheinlich.

Logisch, dass dann das Problem der Anbindung noch massiver werden würde, als dies ohnehin schon der Fall ist. Das schwache Zubringernetz ist jetzt schon am absoluten Limit. Alte Straße und Hellbergblick ächzen im momentanen Istzustand schon unter einer nicht für möglich gehaltenen Verkehrsbelastung. Mit dem Gebiet Scheiberling verschärft sich die Lage nochmals. Der Politik waren und sind vorgetragene Bedenken der Anwohner schnuppe. Man muss es so hart formulieren, die schert sich einen feuchten Dreck um die Sorgen und Nöte der Betroffenen und erklärt die Angelegenheit kurzerhand für alternativlos. Ein obligatorisches „Basta“ gibt es noch obendrauf! Zurück zum Baugebiet: 31 Bauplätze sollen in der Gemarkung „Im Scheiberling“, Richtung Simmertal, neu entstehen.

Doch stimmt das Paket? Sind die wirklich so attraktiv? Eher nein, weil der Steilhang zwar schöne Panoramablicke über das Nahetal verspricht, allerdings auch Bausummen verschlingt und zudem Wasser führt. Will heißen, der Hang ist Nass. Am auffälligsten im unteren Teil unmittelbar nach der Kurve, dort wo die ersten Parzellen rechts und links der Straße beginnen. Selbst in heißen und trockenen Sommern, etwa 2018, kann man in diesem Bereich stellenweise in sumpfähnlichen Passagen versinken. Was das Grundwasser anrichten kann, davon wissen Hausbesitzer am Übergang hin zur Straße „Im Ameisacker“ zu berichten. Wegen Mauerfeuchtigkeit mussten einige schon ihre Keller trockenlegen und Drainagen aufwendig erneuern.

Daher sollten zukünftige Bauwillige eine solide Abdichtung von außen auf keinen Fall vernachlässigen, um Folgeschäden zu vermeiden. „Lieber gleich mehr Geld in die Hand nehmen, weil es später richtig teuer wird“, mahnen Anlieger aus dem Nachbargebiet. Ihr Tipp an mögliche Grundstückskäufer: „Gummistiefel bereit halten“, weil ihren Beobachtungen nach vor allem bei längerem Regenperioden im Hang regelrechte Bachläufe entspringen. Zukünftige Häuslebauer sollten sich daher ihre Wunschparzellen vor dem Kauf genau anschauen und notfalls ein Bodengutachten in Auftrag geben und zwar noch vor dem Kauf. Dieses wird zwar im Genehmigungsverfahren ohnehin verlangt, allerdings ist dann das Geschäft mit der Ortsgemeinde schon abgewickelt. Darauf bautechnisch zu reagieren, kann im Falle eines Falles richtig teuer werden.

Blog-Tipp: Überlegen Sie gut, bevor Sie sich im Baugebiet „Scheiberling“ den Traum von den eigenen vier Wände verwirklichen wollen. Wer keine Ahnung vom Hausbau hat und trotzdem ein neues Heim will, sollte sich gemäß dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, im Vorfeld den neutralen Rat eines ausgewiesenen Fachmannes einholen. Prüfen Sie akribisch und schlagen Sie erst zu, wenn alles stimmt. Der Bau-Boom ist ungebrochen. Von daher, werden die besten Plätze sicherlich Käufer finden oder schon gefunden haben.

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