Öffentlicher Anzeiger: Wo führt Dein Weg hin?

Was hat die Rhein-Zeitung in ihrem Erscheinungsraum nicht schon alles über die breite Schwächung ländlicher Regionen berichtet und kommentiert. Krankenkassen, Banken, Forstämter, Gerichte, Polizei, Ärztliche Dienste und, und, und, wurden ausführlich beackert und deren Rückzüge bisweilen auch harsch kritisiert. Auch die Lokalausgabe Öffentlicher Anzeiger schlug immer wieder in die gleiche Kerbe, wenn in Kirn mal wieder Schicht im Schacht verkündet worden ist. Dabei scheint das Blatt ebenso einem fast schon existenziellen Wandel zu unterliegen. Wo führt der Weg der Lokalzeitung hin? Angesichts immer dünner werdenden Ausgaben, scheint die Frage zum jetzigen Zeitpunkt mehr als berechtigt zu sein. Beispiel Kirner Land. Es reicht gerade mal noch für eine einsortierte Seite im Kreis-Mantel.

Und auch die ist nicht selten mit Werbung besetzt. Will heißen, mehr als drei Artikel pro Tag werden nicht mehr abgebildet. Manchmal sogar nur zwei, wenn die Bildformate übergroßen Raum einnehmen. Merke, große Bilder bauen schnell, bequem und kostensparend die Seite zu. Das fast schon erschreckende Angebot fällt dem Leser auf. Mehr noch: Die momentanen Ausgaben fallen beim Leser durch. Man muss sich nur umhören, die Beschwerden sind unüberhörbar. Was hat der Verlag vor? Welche Ziele verfolgt der? Will der noch weiter ausdünnen? Fristet der ländliche Raum zukünftig nur noch ein stiefmütterliches Dasein? Und wie schaut es mit der Aktualität aus? Bisweilen bleibt auch die auf der Strecke. Wichtige Ereignisse werden nicht selten erst Tage später ins Blatt gehoben.

Die Politik kann mit Art und Umfang der Berichterstattung nicht zufrieden sein. Die wäre gut beraten, mit diesen und ähnlichen Fragen im Koblenzer Mutterhaus aufzuschlagen. Wenn die Philosophie des Verlages nur noch zu Sparausgaben tendiert, dann sollte man über Alternativen nachdenken. Eine, die auch Vereinen, Kirchen, Schulen oder Institutionen wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Zur Erinnerung: Vor Jahren buhlten noch zwei Tageszeitungen mit Redaktionen vor Ort um die Gunst der Leser.

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