Das Wort zum Sonntag

Kritisch angemerkt: Über den Kirchen-Tellerrand des Kirner Landes geschaut!

Eine Meldung überrascht dann doch: „Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2019 so viel Kirchensteuer erhalten wie nie. Trotz sinkender Mitgliederzahlen erreichten diese Einnahmen im Vorjahr mit insgesamt rund 12,7 Milliarden Euro ein Rekordhoch. Davon erhielt die katholische Kirche 6,76 Milliarden und die evangelische 5,95 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den insgesamt 12,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 ist das ein leichter Anstieg um rund 2,4 Prozent. Fachleute machen dafür vor allem die gute Konjunktur verantwortlich. In der katholischen Kirche stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer im Vergleich zu 2018 um etwa 1,8 Prozent. Die Zahlen der katholischen Deutschen Bischofskonferenz wurden unlängst veröffentlicht.“

Gut, nun steht für 2020 ein Corona-Einbruch zu befürchten, aber bis dato sprudeln die Quellen. Die Kirchen haben dann ja wohl viel Geld für ihre guten Taten über und müssen nicht zu jeder Gelegenheit mit dem Klingelbeutel durch die Gegend laufen! Tun sie aber. Die Touren haben nämlich Methode. Klappt ja auch immer wieder bestens, was sich am Beispiel der Sanierung Katholische Kirche in Kirn, belegen lässt. Ohne private Spenden hätten die Kirchen-Verantwortlichen keine grünes Licht für die Maßnahme gegeben. Finde den Fehler. Jetzt ist man fleißig am Werkeln. Der Putz wird abgeklopft. Soso! Und die Zeitung berichtet darüber. Natürlich wird am Ende des Artikels ein Konto eingeblendet, auf das die Christen einzahlen können. „Spenden welcome“. Angesichts der offensiven Vorgehensweise kriegen sich die Kritiker gar nicht mehr ein. Selbst gute Christen hier und anderswo schütteln bisweilen nur noch den Kopf über ihre „finanzchristliche Jammerkirche“.

Die Klagelieder der Kirchenfürsten sind nach dem finanziellen Bomben-Jahr kaum mehr zu ertragen. Im Namen Gottes in kirchlichen Einrichtungen das Personal mies bezahlen und gleichzeitig für Ausgaben, die aus dem eigenen Stuhl bezahlt werden müssten, regelrecht zu betteln. Wären Kirchen die Samariter, wie sie manche überzeugte Christen noch immer ins Schaufenster stellen und verehren, dann würde in ihren Einrichtungen auch mehr menschlich gehandelt werden. Stattdessen vermittelt man des Bild von profitgierigen Heiligen, die „Wasser predigen aber Wein saufen.“ Schade, den Hunger in der Welt gäbe es nicht, wenn die Katholische Kirche ihr Füllhorn ausschütten würde. Traurig, aber wahr.

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