Alle froh das die Ortsumfahrung kommt!

Sommerloch auch beim SWR. Fernsehen auf Sparflamme ist derzeit allgegenwärtig. Selbst in Nachrichten-Sendungen werden in diesen Wochen Themen in den Blickpunkt gerückt, die sonst eher keinen Beitrag wert wären. So schlug ein Redaktionsteam sogar auf der Großbaustelle Ortsumfahrung Hochstetten-Dhaun auf, um Aufnahmen von schwebenden Eisenteilen für die Abendsendung aufzuzeichnen. Schöne Bilder inklusive Interviews „wichtiger“ Akteure – mehr geht nicht. Rund zwei Minuten dauerte der Beitrag. Gar nicht übel für ein Dorf. Landesweite Beachtung bekommt man schließlich nicht alle Tage geboten. Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell stand Rede und Antwort. Doch sein souveräner Auftritt im „Kurze-Hosen-Sommer-Look“ war zumindest subjektiv empfunden nicht frei von klitzekleinen Fehlern.

So sprach er von einer Ortsumgehung, für deren Verwirklichung man viele Jahre hart kämpfen musste. VETO! Das Sprichwort „der Berg kreißte und gebar eine Maus“ trifft es eher. Es handelt sich nicht um eine weiträumige Umgehung, vielmehr um eine Umfahrung!!! Umfahrung, Umfahrung, Umfahrung – es wird „nur“ eine Umfahrung. Ein Kompromiss oder anders formuliert, in einer überörtlichen B-41 Gesamtbetrachtung ein weiterer Teil von Flickschusterei. Von einer guten Lösung für das Nahetal, wie im Beitrag angedeutet, kann daher keine Rede sein. Nochmals, gemäß Definition werden Umgehungen stets großzügig an Orten vorbeigeführt, nicht unmittelbar hinter den Häusern. Nicht zu vergessen, die marode Brücke Richtung Idar-Oberstein, die ausgespart worden ist. Inwieweit sich das gesamte Konstrukt als Meilenstein für alle erweisen wird und „alle froh sind das sie kommt“, wie Döbell wörtlich ins Mikro hauchte, wird sich erst noch erweisen müssen.

Wirklich alle? Es stehen doch jetzt schon einige Verlierer einer Variante fest, die so hätte nicht kommen dürfen. Etwa diejenigen, die oberhalb der östlichen Brückenkonstruktion ihre Häuser haben. Die Bewohner der Neubaugebiete dort werden not so amused sein über einen zu erwartenden stärkeren Lärmpegel. Apropos Lärm. Auf den werden sich aller Voraussicht nach auch die Bewohner von Hochstädten einstellen müssen. Eine Schallschutzwand Richtung dem Ortsteil über der Nahe ist nicht vorgesehen. Wenn sich der Verzicht mal nicht als Fehler erweist? Man muss weder Prophet noch Ingenieur sein, um vorhersagen zu können, dass sich der Geräuschpegel nach der Fertigstellung mehr in Richtung „Heckespatze“ verlagern wird. Schall sucht sich bekanntlich seinen Weg. Sind Zweifel an den Aussagen von Döbell also angebracht? Nein, der Ortsbürgermeister spricht von allen und er meint auch alle. Alle werden Gewinner sein und alle werden von der ORTSUMFAHRUNG profitieren. Nehmen wir ihn also beim Wort! Die Botschaft hört der Blog wohl…

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