Am 1. Juli schließt die Ärztliche Bereitschaftsdienspraxis!

Ab 1.Juli ist die am Kirner Krankenhaus angesiedelte Bereitschaftsdienstzentrale Geschichte. Was für ein Schlag in die Magengrube! Wie bereits frühzeitig angekündigt stellt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) den Patienten-Service ein. Zur Unzeit! Wörtlich heißt es dazu in der Pressemitteilung: „Im Zuge der Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) wird die Ärztliche Bereitschaftspraxis (ÄBP) in Kirn zum 1. Juli 2020 geschlossen. Für die medizinisch notwendige Behandlung immobiler Menschen vor Ort wird langfristig ein mobiler Hausbesuchsdienst aufgebaut.“ Danke KV! Danke für die Herabstufung! „Will heißen, die Fahrten nach Idar-Oberstein oder Bad-Kreuznach sind unvermeidbar. Der Schachzug aus der Rubrik “Wie-ziehe-ich-mich-elegant-aus-der-Fläche zurück“ hat Treffer-Wirkung, verbunden mit einer weiteren Schwächung des Kirner Krankenhaus-Standortes! In der Begründung heißt es dazu, die Auslastung der BDZ in Kirn sei nur sehr gering gewesen, weshalb sich die KV zu diesem Schritt entschlossen habe.

Das muss man sich mal reinziehen, die Kirner-Land-Bewohner sind also selbst schuld, weil sie den Notdienst viel zu wenig in Anspruch genommen haben. Geht’s noch! Statistik und Profit geht also vor Daseinsvorsorge! Ohne Worte. Den generellen Ärztemangel kann man in diesem Zusammenhang als Argument nicht gelten lassen. Der ist fürwahr hausgemacht und Resultat verfehlter Personalpolitik – Stichwort Studienplätze. Da beißt die Maus keinen Faden ab, es geht wieder mal nur um die Kohle. Der Mensch zählt nicht die Bohne, wenn die hohen Damen und Herren in den Chefetagen die Statistiken durchwälzen, um danach den Daumen nach oben oder unten zu zeigen. Da hilft es auch wenig, wenn die KV speziell für Kirn eine „Alternative“ anbietet. Kleine Beruhigungspille fürs Volk! Ein Besuchsdienst soll es richten. Bravo, das funktioniert niemals reibungslos und kann auch bei weitem kein Ersatz für den Service-Point Bereitschaftsdienstzentrale sein. Punkt! Warum hat man die nicht in das Notdienstangebot des Krankenhaus integriert? Entsprechende Vorstöße lagen doch auf dem Tisch. Der Gedanke einer Win-win-Situation wurde von der KV allerdings verworfen.

Am 30. Juni ist jetzt also Schicht im Schacht. In der Praxis sollen Ärzte im Ruhestand einen Besuchs-Service leisten, den es wahrscheinlich gar nicht braucht. Schämt Euch KV und schämt Euch Politiker. Letztere haben es nicht verstanden, den notwendigen Druck auszuüben, um Kirn als Standort zu erhalten. Im Gegenteil: Manche finden die Alternative sogar äußerst gewinnbringend. Was rauchen die nur immer für ein Zeugs, wenn sie solche Stellungnahmen veröffentlichen? Was weg ist kommt nicht wieder! Verreck, die Politik lässt sich von der KV am Nasenring durch die Manege ziehen. In diesem Zusammenhang sei nochmals an den Brandbrief von MdL Markus Stein (SPD) vom Frühjahr erinnert. Auf eine Antwort wartet der wahrscheinlich heute noch. Respektvoller Umgang geht anders.

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