Kostenexplosion beim „Polderbau zu Hochstetten-Dhaun!“

„Was lange währt“ – Die Titelzeile ist die pure Verharmlosung der Geschehnisse rund um den Polderbau in der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun. Anstatt sich für Planungsfehler- sowie Verzögerungen und Kalkulationsversagen in die Ecke zu stellen und sich dauerhaft zu schämen, inszenieren sich Entscheider aus Politik und Verwaltungen auch noch öffentlichkeitswirksam auf der Baustelle. Bunte Bildchen voller Harmonie, als ob es die bisher noch nie dagewesene Kostenexplosion nicht gäbe, verweisen die auf unabsehbare Vorzeichen im Zusammenhang mit dem Deichbau. Wie immer halt! Wörtlich heißt es von Umweltministerin Ulrike Höfken dazu: „Es ist erst bei der detaillierten Ausschreibung für die schon 2015 planfestgestellte Maßnahmen klar geworden, dass die bis dahin kalkulierten Kosten von 2,9 auf jetzt 9,9 Millionen Euro klettern würden!“ Den Satz, ausgesprochen von einer Ministerin, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Geht’s noch! Das Versagen kostet den Steuerzahler rund acht Millionen Euro. Geld, welches man woanders hätte effektiver einsetzen können. In den Amtsstuben juckt das leider niemand. Druck, Konsequenzen – Fehlanzeige! Ist halt so! Und nur wegen Corona habe man auf den traditionellen Spatenstich verzichtet. Alleine für die Absicht eines offiziellen Startschusses, womöglich mit Reden, Bier und Häppchen, gehören die Verantwortlichen schon geteert und gefedert. Nix auf die Reihe bekommen und sich dann auch noch feiern lassen für den Beginn einer Maßnahme, die schon längst hätte fertiggestellt sein müssen. Nein, die öffentliche Hand kann es einfach nicht – weder gescheit planen, noch gescheit bauen. Dabei sitzen in den Amtsstuben überaus gut bezahlte Ingenieure. Finde den Fehler? Der Deichbau zu Hochstetten-Dhaun ist ein Paradebeispiel für politisches Versagen. Ein Fall für den Bund der Steuerzahler? Maybe! Ein Einzelfall? Weit gefehlt! Erinnern wir uns an die Sanierung der Polizeiinspektion Idar-Oberstein. Kostenexplosion auf das fünffache! Aber auch hier ließ man sich hofieren bei Beendigung der Baustelle. Skrupel kennen die Verantwortlichen nicht und auch die Scharmgrenze ist ganz weit unten angesiedelt. Die Politiker-DNA sieht Selbstkritik einfach nicht vor. Und so schauen wir in das Jahr 2023, wenn der Abschluss mit einem etwas größeren Fest gefeiert werden soll. Vielleicht kann man das ja zusammenlegen mit dem Ende der Baustelle Ortsumfahrung. Auch da hinkt man dem Zeitplan mittlerweile hinterher. Nicht wegen starken Wintern oder Corona. Nein, weil der LBM mit Plänen einfach nicht beikommt. Man muss nur mal die Bauarbeiter fragen. Darauf angesprochen winken die nur noch ab und schütteln mit dem Kopf.

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