Anschubhilfe für Ärzte

Als auf Nachfrage Frank Ensminger (FDP) eine finanzielle Anschubhilfe für die Ansiedlung von dringend benötigten Ärzten in Aussicht stellte, sah er sich sogleich vereinzelten verbalen Attacken aus dem Publikum ausgesetzt. Ein unüberhörbares Raunen ging durch den Saal. Der Öffentliche schlug in seiner Berichterstattung in die gleiche Kerbe: „Ensminger hatte zu den schärfsten Kritikern dieser Förderpraxis in Hochstetten-Dhaun gehört“!  Moment! Da muss der Blog mal brutalstmöglich dazwischen grätschen und aufklären. Das scheint nach wie vor dringend geboten zu sein, wenn selbst die schreibende Zunft die Zusammenhänge noch immer falsch wiedergibt. Also nochmals zum Mitschreiben, in Hochstetten-Dhaun wurde im Zuge der Arztansiedlung nicht der Arzt, sondern die Bürgermeister-Familie finanzielle Unterstützung gewährt. Kleiner, aber feiner Unterschied! Der Arzt bekam keinen müden Cent Anschubhilfe. Im Gegenteil: Der darf das in der Öffentlichkeit viel gescholtene doppelte Mietkonstrukt über einen ortsunüblichen Mehr-Mietzins bezahlen. Wahr ist, die Ortsgemeinde hat 95 000 Euro Haushaltsmittel für die Einrichtung gestemmt. Wahr ist aber auch, dass das Geld am Arzt vorbei einzig und alleine in Umbaumaßnahmen floss. Geld für Maßnahmen, die gemäß Urteil des Steuerzahlerbundes, alleine der Eigentümer hätte aufbringen müssen. „Gelebte Vetternwirtschaft auf kommunaler Ebene“ – so lautet seinerzeit die Schlussfolgerung aus Mainz. Wenn Ensminger etwas kritisierte, dann diese anrüchige Verfahrensweise am „Modell-Hochstetten-Dhaun“. So ein Finanzierungsmodell an Ärzten vorbei geht gar nicht. Es ist schon gängige Praxis, dass anderswo Ärzte mit Geldzuwendungen gelockt werden. Etwaige Einzelfallunterstützungen auf seriöser Basis zu gewährleisten, dafür werde sich Ensminger einsetzen. Nicht aber für ein Konstrukt der Marke Hochstetten-Dhaun.  Ein negatives Beispiel, das nicht Schule machen sollte und das es mit einem Bürgermeister Ensminger in Kirn so nicht geben wird.

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