Nix Neues von der Rhein-Zeitung

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe und geriet dann irgendwie wieder aus dem Fokus. Vielleicht auch deshalb, weil aus der Verlags-Ecke so gar nichts an Reaktion kommt. Zur Erinnerung: Die Rhein-Zeitung wolle, so berichtete der SWR, alle Lokal-Redaktionen sowie Geschäftsstellen in ihrem Einzugsgebiet schließen, um sie in sogenannten Regional-Desk zu bündeln. Soweit so schlecht! Scheinbar wird der Rückzug aus der Fläche aus finanziellen Erwägungen heraus vorangetrieben. Die Nachricht lief bereits am 17. Februar über die Ticker. Reaktion aus Koblenz, Fehlanzeige! Steht das Zeitungshaus finanziell so dermaßen unter Druck, dass bisher noch nie dagewesene Einschnitte vorgenommen werden müssen? Schaut ganz danach aus! Sparen ist angesagt, weil die Möglichkeiten der Einnahmenseite ausgeschöpft zu sein scheinen. Es ist nun einmal Fakt, dass der klassische Zeitungsleser mehr und mehr ausstirbt. Für die Generation Internet gibt es genügend andere Möglichkeiten sich zeitnah und vor allem kostengünstiger zu informieren. Ein Trend, den man mit kürzen, streichen und sparen begegnen will. Alles Schüsse, die nach hinten losgehen können. Aus 16 Standorten sollen drei werden. Eine solche Vorgehensweise ist nicht nur einfallslos, sondern auch bezeichnend: Entschuldigend sei erwähnt, dass wer mit dem Rücken zur Wand steht, meistens so daherkommt. Ein typischer, aber auch falscher Reflex. Man muss kein Prophet sein, um behaupten zu können, dass auch Bad Kreuznach, Idar-Oberstein und Simmern betroffen sein werden. Ob dieser verordnete radikale Kurs die Talfahrt wird aufhalten können? Fällt dem Verlag nichts Kreativeres ein, als die Nähe zum Leser aufzukündigen? Eine Verbindung, die es braucht, um niveauvollen Lokaljournalismus betreiben zu können. Bisher ist noch keine deutsche Regionalzeitung so entschieden vorgegangen. Chapeau, denn es braucht irgendwie ja auch Mut für diese negative Vorreiterrolle. Wahrscheinlich haben irgendwelche Berater zu diesem Schritt geraten. Apropos Berater, sie sind die Geißel der Neuzeit. Sind die auch im Verlagshaus aktiv? Durchaus denkbar. Wie alles, reine Spekulation, weil die Chefetagen keine Statements zum Stand der Dinge preisgeben. Ein Zeitungshaus, in dem die Verantwortlichen nicht einmal die Eier haben sich ihren Lesern zu erklären, kann beim Überlebenskampf, und nichts anderes wird die Zukunft bereithalten, nicht mit Verständnis, geschweige denn Unterstützung rechnen. Wer diejenigen am langen Arm verhungern lässt, die Einem über das Abo die Existenz (noch) sichern, darf sich über deren Abkehr nicht wundern. Ein schmaler Grat, auf dem man hier wandelt.  Die Außendarstellung gleicht irgenwie jetzt schon einem Abgesang! mehr

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