Es rutsche der Hang weiter und weiter, und weiter, und weiter…!

Was hat der Landkreis nicht auf die Tube gedrückt, als es um Sofortmaßnahmen bezüglich Hangrutschungen zwischen Hochstetten-Dhaun und Kirn ging. Kurzzeitig herrschte sogar regelrecht Alarmstimmung. Gefühlt in einem Eilantrag wurde im Mai 2019 beschlossen, eine Sofortmaßnahme gegen den drohenden Hangrutsch oberhalb der L 183 auf einem etwa 200 Meter langen Teilstück einzuleiten. Passiert ist bisher wenig bis nichts! Seit nunmehr fast einem Jahr schmort der Rutschhang samt welliger Straße vor sich hin, ohne dass sich etwas tut. Sieht man mal von der Rodung des Hanges ab, herrscht Stillstand. Herrscht wirklich Gefahr im Verzug? Wohl kaum! Die Bauschuttdeponie bewegt sich weiter, hieß es seinerzeit, was zu weiteren Verwerfungen, ja sogar zu potenziellen „Großrutschungen“, etwa bei Starkregen, führen kann. Panikmache? Schnellschuss? Unter Sofortmaßnahme stellt man sich gemeinhin was anderes vor, oder nicht? Wie muss man sich ein Hangabgang XXL im Extremfall vorstellen? Etwa so wie in Katastrophen-Filmen der Marke Hollywood? Man weiß ja nie was kommt! Jedenfalls machte der Kreis auf ganz dringlich, um dann doch die Handbremse mit voller Wucht zu ziehen. Von einer sofortigen Hangsicherung, koste es was es wolle, kann keine Rede mehr sein. Sollte der Hang nicht umgehend entlastet werden, indem 25 000 Kubikmeter Material, das auf dem Gipfelplateau abgelagert wurde und das nun nach unten drückt, an den Fuß des Hangs verlagert wird. Abgesehen von der latenten Gefahr, grenzt es schon an Straßenverkehrsgefährdung durch Unterlassen, eine Landesstraße in diesem holprigen Zustand dem Straßenverkehr zuzumuten. Warum nur stockt es bei der Beseitigung des Übels? Ist es vielleicht die Kostenverteilung. Der Kreistag hatte doch im Mai 2019 einstimmig bei zwei Enthaltungen dafür gestimmt, dass der Landkreis sich zur Hälfte an der 600 000 Euro teuren Sofortmaßnahme gegen die drohende Gefahr beteiligt, und dies, obwohl die Steuerzahler außen vor sein müssten. Ginge es nämlich nach dem Verursacherprinzip wäre wohl die NHB alleiniger Zahler. Angeblich existiert ein uraltes Papier, in dem die NHB bei der Verfüllung des ehemaligen Steinbruchs mit Bodenaushub und Bauschutt die alleinige Verantwortung für eventuelle Rutschungen versichert. „Wer bestellt bezahlt“, sollte man meinen. Man darf gespannt sein, wie lange die „Sofortmaßnahme“ noch auf sich warten lässt. Vielleicht hat man im Kreishaus ja auch eine andere Definition des Wortes „sofort“.

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