Der Radfahrtag ist tot, es lebe der ???

Die Entscheidung war längst überfällig! Aber sowas von! Nach 26 Jahren „Nahe Hit, rad’l mit“ kommt jetzt das Aus für die Großveranstaltung. Endlich! Anfangs noch ein Highlight im Jahreskalender, vegetierte der Radfahrtag in den letzten Jahren nur noch vor sich. Künstlich am Leben gehalten durch die Organisatoren, lockte der keinen zusätzlichen Radfahrer mehr auf die Strecke. Der Blog weiß wovon er spricht, war der doch an Hochstetten-Dhaun nahezu Jahr für Jahr entlang der Nahe unterwegs bis zur Mündung in Bingen. Trotz Radfahrtag, war es nahezu wie an jedem gewöhnlichen Sonntag auch. Nicht mehr und nicht weniger.

Was wunderte, waren immer die Presseberichte in der Zeitung einen Tag danach. Euphorisch wurde der als stark frequentierte Top-Veranstaltung den Lesern verkauft, und dies, obwohl zum Teil gähnende Leere herrschte. Da wähnte man sich als treuer Teilnehmer mitunter im falschen Tal unterwegs gewesen zu sein. Die Verantwortlichen redeten ihr Baby immer schön. Dabei waren die Indizien für mangelnde Akzeptanz schon seit langem unübersehbar. Jahr für Jahr wurden die Raststationen und Essensstände weniger und Jahr für Jahr beteiligten sich weniger Vereine und Institutionen. Kurzum, mit dem Radfahrtag ging es schon seit gefühlt einem Jahrzehnt nur noch steil bergab. Nun wird er in Abstimmung mit den Gesellschaftern der Naheland-Touristik auf Eis gelegt. Richtig! Das ist keine Schande. An Rhein und Mosel wurde ja auch schon die Reißleine gezogen. Die Veranstaltung hat sich halt überlebt. Punkt!

Daran trägt der Naheradweg keine Schuld. Die Menschen brauchen kein spezielles Event mehr, um ihre Drahtesel aus der Garage zu holen. Gefahren wird immer. Die Entscheidung gegen die Veranstaltung, hätte schon viel früher getroffen werden müssen. Schließlich kostet die Vorbereitung viel Zeit und Geld. Geld, das woanders sicherlich besser angelegt gewesen wäre. Spät ist besser als nie! Von daher hat man jetzt ja die Kurve gekriegt. Klingt zwar hart, aber ein totes Pferd kannst Du eben nicht mehr reiten. Die Schönrederei war schon in der Vergangenheit mehr als peinlich. Radfahrtag war gestern, nun gilt es Ersatz für morgen zu suchen. Kreativität ist gefragt.

Bleibt zu guter Letzt die Frage, inwieweit der Radweg noch die gewohnte Pflege erfährt? Üblich war es ja, dass unmittelbar vor der Veranstaltung klar Schiff gemacht wurde. Sollte ja immer alles gepflegt aussehen, gell? Man konnte den Kalender danach stellen. Eine Woche davor war der Grünstreifen gemäht und die Fahrbahn blitzblank gesäubert. Danach war dann irgendwie immer Pflegenotstand. Appell: Legt zumindest den Grünschnitt nicht ebenso auf Eis. Die Radfahrer werden es Euch danken.

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