Das Wort zum Sonntag

Landrätin Bettina Dickes ist an Heiligabend in die Rolle des Christkindes geschlüpft und hat das Kirner Krankenhaus besucht. Und? Es ist ja schön und lobenswert, wenn die Kreis-Chefin sich Jahr für Jahr am wackeligen Standort blicken lässt, um kleine Geschenke zu verteilen. Keine Frage, Personal- und Patienten an Feiertagen zu besuchen ist aller Ehren wert, aber muss das dann immer sofort zum öffentlichen Ereignis werden? Warum nicht mal in aller Stille von Bett zu Bett sowie Büro zu Büro gehen, um Zeit- und Gehör zu schenken? Mut machen und gleichzeitig Dank ausdrücken ohne Tamtam und bunten Bildchen – da wäre mal eine Botschaft in XXL-Weihnachts-Format. Doch leider sehen solche Gesten die Politiker-Handbücher nicht vor. Nein, jeder soll und muss es mitbekommen. Posten am gleichen Tag und Bericht in der Zeitung etwas später – ohne Öffentlichkeit herzustellen geht es scheinbar heutzutage nix mehr. „Seht her, ich besuche das Kirner Krankenhaus und das am Heiligabend!“ Liebe Frau Dickes, es ist nicht ihr Gastspiel, das an dieser Stelle getadelt wird. Im Gegenteil! Vielmehr sind es die immer gleichen Inszenierungen bei diesen und ähnlichen Anlässen, die zwangsläufig damit einhergehen. Klar, Klappern gehört gerade bei Politikern zum Handwerk, aber muss es denn immer so laut sein? Spätestens dann, wenn fortwährend Kameras gezückt werden, verkommen derartige Besuche zur reinen Show. Weniger ist mehr! Wäre doch ein guter Vorsatz für 2020?

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